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Freitag, 01. September 2017, 00:00 Uhr

Kinder als Erfinder

Von denen könnt ihr lernen

"Früher war alles besser. Und die Jugend von heute erst, die kann man ja komplett vergessen"... kommen euch solche Aussagen bekannt vor? Wir beweisen euch das Gegenteil und stellen euch Kinder und Teenies vor, die die Welt verbessert haben. Mal mehr, mal weniger.

"Die Kinder heutzutage. Hängen nur noch vor der Glotze oder dem Smartphone und haben zu nichts mehr Lust. Sie treffen sich auch kaum noch mit Freunden im echten Leben. Man könne ja viel schneller über Facebook, Snapchat und Co kommunizieren – sagen sie. WIR haben jede freie Minute draußen verbracht, haben mit Freunden gespielt oder sind an den See gefahren!" - ein kleiner Auszug aus dem üblichen Floskelrepertoire eines Grantlers. Dabei fragt man sich natürlich: Sind die Kinder von heute/morgen/immer wirklich zu nichts mehr zu gebrauchen und grundsätzlich unmotiviert und faul?

Nope. Denn unglaublich viele Erfindungen, die extrem nützlich und kreativ sind, wurden von Kindern entwickelt. In der Vergangenheit, heute und mit Sicherheit auch morgen noch.

Louis Braille zum Beispiel. Mit 15 Jahren hat er 1825 die Blindenschrift erfunden, die sich heute international durchgesetzt hat und unglaublich vielen Blinden das Leben erleichtert. Es gibt Erfindungen, die durch Zufall entstanden sind wie beispielsweise 1905 das Eis am Stiel. Der 11-jährige Frank Epperson war dessen Begründer. Er hatte seine Brauselimonade, die er zuvor mit einem Holzstab umgerührt hatte, eines Abends im Garten vergessen. Am nächsten Tag, es war eine kalte Nacht gewesen, war das Eis am Stiel geboren.

Bestimmt habt ihr auch schon von Boyan Slat gehört. Mit 16 begann der Teenager zu überlegen, wie man die auf den Meeren treibende, riesige Menge an Plastikmüll schnell und effektiv zusammentragen und beseitigen kann. Statt Schiffe und Menschen Müll teuer sammeln zu lassen, überlegte Slat, die natürlichen Meeresströmungen zu nutzen und rumschwimmendes Plastik mit aufblasbaren Barrieren, die außerdem über eine Art riesigen Staubsauger verfügen und den Müll in einem Container sammeln, zu entsorgen. Mithilfe von Fundraising sammelte er Geld für die Planung und Umsetzung des Projekts und gründete sogar eine eigene Firma, welche sich Ocean Cleanup nennt.



Der amerikanische Junge Taylor Rosental konzipierte einen Erste-Hilfe-Automaten und verkaufte seine Idee für 30 Mio. Dollar an einen Investor. Ein schlaues Mädchen, die Kanadierin  Ann Makosinski, wiederum entwickelte eine Taschenlampe, die mit Körperwärme betrieben wird. Eine weitere, besonders nützliche Erfindung kommt vom 10-jährigen Bishop Curry. Er hat ein Tool entwickelt, das Kinder vor dem Hitzetod im Auto retten soll, indem es am Kindersitz angebracht wird und von dort aus die Innentemperatur des Autos misst und bei zu hoher Temperatur Alarm schlägt. Mithilfe von Crowdfunding soll bald der Bau eines Prototyps ermöglicht werden. Ziemlich clever, die Kids!

Interessant ist auch das Projekt INVENTORS! von Dominic Wilcox, welcher Zeichnungen und Ideen von Kindern in echte Gadgets realisiert. Beispielswiese der Pringles Hook nach dem Konzept eines 11-jährigen Mädchens. Oder eine Kamera, die durch bloßes Anschreien ein Bild schießt. Sind Kinder also bessere Erfinder und kreativer als Erwachsene? Dominic Wilcox meint dazu, dass Kindern die Lebenserfahrung von Erwachsenen fehlt. Dieser Mangel bedeutet jedoch gleichzeitig eine Freiheit, da es ihnen die Möglichkeit gibt, Dinge zu entwickeln, die heute noch unmöglich sind, aber in der Zukunft real werden könnten. Erwachsene hingegen beschränken ihr Denken auf das, was möglich ist und limitieren so ihr Potential für Ideen.

Aber auch für alltägliche Probleme finden Kinder schnell Lösungen wie die Bilder beweisen, die die Kollegen vom Business Punk gesammelt haben.

My son tells me he made a home theater...