Entdeckt
pirate_flcikr
Dienstag, 05. September 2017, 00:00 Uhr

Pirate Metal

Genres, die ihr nicht kanntet - bis jetzt

Wir bringen euch Musikstile näher, von denen ihr noch nie etwas gehört habt, die aber eigentlich ziemlich interessant sind. Weiter geht es mit Pirate Metal.

Arrr. Ahoi ihr Landratten. Wir melden uns mit einem neuen unbekannten Genre aus der Koje zurück. Um Pirate Metal soll es heute gehen und wir zeigen euch Leichtmatrosen, was es damit auf sich hat.

Pirate Metal ist, wie der Name schon sagt, eine Form des Metals, genauer ein Subgenre des Heavy Metals. Heavy Metal zeichnet sich aus durch verzerrte, bretternde Gitarren, gerne auch mit dreiminütigen Soli, Auf-die-Fresse Drumbeats und vor allem ist er LAUT. Er entstand in den 70er unter anderem aus dem Blues Rock und Psychedelic Rock. Der Pirate Metal wiederum wurde dann erst Ende der 70er populär und fand auch da seinen Ursprung.

Bevor wir jetzt weiter machen, sollten wir zunächst noch die Frage klären, was Pirate Metal denn eigentlich konkret ist. Es werden klassische Heavy Metal–Elemente gepaart mit typischen Instrumenten, die man mit Seefahrt, Räuberei und Rum verbindet. Das heißt, über die Gitarren spielt zum Beispiel eine klassische Quetschkommode, die ein jeder guter Musikerpirat damals mit an Bord hatte. Dabei handelt es sich aber um eine Konzertina, eine besonders kleine Ausführung dieses Instruments, ohne fest verbaute Akkorde. Auch die klassische Fidel darf natürlich nicht fehlen, um den Klang eines klassischen Seemannliedes zu erhalten.

Die Texte drehen sich hauptsächlich um den täglichen Struggle eines Piraten, mit dem Leben auf dem Schiff, wilde Kämpfe, die Damenwelt und natürlich um… Rum.
Um euch auch live eine authentische Show zu bieten, die euch in der Zeit zurückreisen lässt, gehören Piratenkostüme bei den Bands zum Standardrepertoire, aber auch bei den Zuschauern sind Verkleidungen sehr beliebt.

Das erste Mal Pirate Metal machte eine deutsche Band 1987, ganz unbewusst. Die Metaller von Running Wild waren dabei ihr neues Album auf den Markt zu bringen und bemerkten dann, dass ihr Album-Artwork noch relativ unspektakulär erschien. Auf dem Album, das Under Jolly Roger heißen sollte, war genau ein seemännischer Track drauf, der auch gleichzeitig der Titelsong war und so baute die Band Artwork und Bühnenbild um und verpasste dem Ganzen einen Piraten-Theme. Running Wild feierte unter Metalfans nach dem Release ihres Albums mit der Piratenschiene große Erfolge und wurde somit zum Vorreiter der Pirate Metal-Szene.
In den Folgejahren fand das Subgenre immer mehr Anhänger und es formierten sich weitere Bands, die sich von den goldenen Piratenzeiten inspirieren ließen.



Neben Running Wild gehören Alestorm und Swashbuckle zu den erfolgreichsten und bekanntesten Pirate Metal Bands.





Titelbildquelle: flickr | muffinn | cc by 2.0