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Freitag, 15. September 2017, 00:00 Uhr

The End of Meat

Ein Film von Marc Pierschel

Ganz ohne den Zeigefinger allzu hoch zu erheben hat Marc Pierschel einen neuen Film gedreht, mit dem er sich mit der Frage befasst, wie eine Welt ohne menschliche Fleischfresser aussehen würde.

Könnt ihr euch ein Leben ohne Fleisch vorstellen? Wir haben einen Mann getroffen, der eine solche Welt nicht für eine Utopie hält, sondern in naher Zukunft als Realität sieht. Das Thema ist ihm so wichtig, dass er sogar einen eigenen Film darüber gedreht hat, den ihr seit Donnerstag im Kino sehen könnt.

Marc Pierschel kam die Idee zu The End of Meat nach dem Dreh seines letzten Films, der eine Einführung zum Thema Veganismus war - Marc lebt selbst seit zehn Jahren vegan. Dabei taten sich in den Interviews Fragen nach Zukunftsperspektiven bezüglich der Idee für Tierrecht und des Veganismus auf.

Heute ist die fleischlose Ernährung zum Trend  geworden. Der Verkauf von veganen bzw. vegetarischen Produkten und Fleischersätzen wie Sojaschnitzel, Seitan oder Tofu, die es vorher nur von Pionierfirmen in Bioläden gab, und dazu passenden Kochbüchern boomt. Selbst Fleischkonzerne sind jetzt auf solche Produkte umgestiegen, wobei man bei der industriellen Herstellung nie so genau weiß, was für Stoffe in den Produkten drin sind und wo sie herkommen.

Mit seinem Film möchte Marc auf die Folgen des Fleischkonsums aufmerksam machen - die Folgen für die Menschen, für unseren Planeten und vor allem für die Tiere. Dazu hat er sich mit Menschen getroffen, die neue Perspektiven entwickelt haben. Auch Wissenschaftler der Universität von Oxford wurden befragt: Laut ihren Berechnungen könnte man 1,5 Billiarden US Dollar an Schäden, die Klimawandel und das Gesundheitssystem verursachen, einsparen, die Sterberate würde sich um 8 Mio. verringern und die Flächennutzung ebenfalls kleiner werden. Fünfzig Prozent des weltweiten Getreideanbaus wird allein für die Viehzucht verbraucht. Diese Flächen könnten dann denaturiert, verwildert  oder auch für Biokraftstoffe genutzt werden.

Marc ist während seiner Recherche auch überrascht worden. Beim Besuch von Start-Ups - vor allem in den USA - lernte er viel über Biotechnologien und wie man durch die Kultivierung von Zellen Produkte wie Eier, Leder oder Milch herstellen kann. Der Verkauf von cultured Meat ist ab 2018 geplant und kann eine echte Alternative zu Fleisch sein, da es günstiger in der Herstellung ist und dem Fleisch in Textur und Geschmack ähnelt.

Sein Film löste beim Publikum und der Presse unterschiedliche Reaktionen aus.  Viele traten dem Film bereits in Abwehrhaltung entgegen und ließen sich nicht darauf ein – die eingefleischten Fleischesser. Die fragen sich zum Beispiel: "Ist es nicht natürlich Fleisch zu essen? Schließlich haben sich die Menschen schon seit Urzeiten als Jäger und Sammler durchgeschlagen". Die Realität sei heute aber ganz anders, meint Marc. Wenn man sich das, was wir heute als Fleisch essen, genauer anschaut: Es gibt eine riesige Industrie, die auf Überzüchtung und Qualzuchten zurückgreift, um möglichst kostengünstig zu produzieren. Das ist definitiv nicht natürlich.

Aber es gab auch viel positives Feedback zu The End of Meat und Marc konnte auch schon vereinzelt Menschen überzeugen, sich vegan zu ernähren. Mal sehen, wie viele es noch werden.
Seit dem 14. September könnt ihr den Film bewundern. Schaut ihn euch mal an und seid dabei offen. Wir sind gespannt wie's nach dem Film weitergeht und was die Zukunft so bringt!


Bildquelle: Screenshot Trailer