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Freitag, 15. September 2017, 00:00 Uhr

Der Ig-Nobelpreis 2017

Unser neuer Lieblingsnobelpreis

Kann eine Katze sowohl fest, als auch flüssig sein, schnarcht man weniger, wenn man Didgeridoo hört und warum sind die Ohren von alten Männern so groß? Mega Fragen! Völlig verdient also, dass die Antworten darauf mit einem Preis ausgezeichnet werden - dem Ig-Nobelpreis.

Der beste Award, der jemals erfunden wurde, wurde wieder vergeben: Der Ig-Nobelpreis ist quasi der Anti-Nobelpreis und wird jedes Jahr für Forschungsarbeiten jenseits des wissenschaftlichen Mainstreams vergeben. Genau unser Ding also. Der Preis soll allerdings nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Nachdenken anregen.

In fast allen Kategorien wird wunderbar anders geforscht. Im Bereich Biologie gab es beispielsweise einen Preis für den Nachweis eines weiblichen Penisses und einer männlichen Vagina bei Höhleninsekten. Ein Team aus Spanien wiederum hat den IG-Award für den Nachweis bekommen, dass ein ungeborenes Kind stärker auf Musik reagiert, wenn sich der Lautsprecher im Geschlechtsteil der Mutter befindet, als wenn er auf dem Bauch liegt. Aha mhm. Super! 

Wahnsinnig beliebt ist der Ig-Award unter Forschern allerdings auch wegen des hohen Preisgeldes: Eine Zehn-Billionen-Dollar-Note aus Simbabwe wird den Siegern überreicht.

Die Sieger des Ig-Nobelpreis 2017
Bereich Preisträger Für was
Physik Marc-Antoine Fardin Für die Anwendung der Strömungslehre, um die Frage zu stellen, ob eine Katze sowohl fest als auch flüssig sein kann
Frieden  Milo Puhan, Alex Suarez, Christian Lo Cascio, Alfred Zahn, Markus Heitz, Otto Braendli Für ihren Nachweis, dass regelmäßiges Spielen eines Didgeridoo eine effektive Behandlung von Schlafapnoe und Schnarchen darstellt
Wirtschaft  Matthew Rockloff, Nancy Greer Für Experimente, wie der Kontakt zu einem lebenden Krokodil die Bereitschaft zum Glücksspiel beeinflusst
Anatomie  James Heathcote Für seine Untersuchung Warum haben alte Männer große Ohren?
Biologie  Kazunori Yoshizawa, Rodrigo Ferreira, Yoshitaka Kamimura, Charles Lienhard Für ihren Nachweis eines weiblichen Penis und einer männlichen Vagina bei Höhleninsekten
Strömungslehre  Jiwon Han Für seine Untersuchung der Dynamik des Plemperns, während eine Person mit einer Tasse Kaffee rückwärts geht
Ernährung  Fernanda Ito, Enrico Bernard, Rodrigo Torres Für die erste Untersuchung zur Bedeutung von Menschenblut auf dem Speiseplan des Kammzahnvampirs
Medizin  Jean-Pierre Royet, David Meunier, Nicolas Torquet, Anne-Marie Mouly, Tao Jiang Für die Anwendung modernster bildgebender Verfahren des Gehirns zum Nachweis, wie sehr manche Menschen Käse eklig finden
Wahrnehmung  Matteo Martini, Ilaria Bufalari, Maria Antonietta Stazi, Salvatore Maria Aglioti Für ihren Nachweis, dass eineiige Zwillinge keinen Vorteil dabei haben, sich selbst und ihren Zwilling visuell voneinander zu unterscheiden
Geburtshilfe  Marisa López-Teijón, Álex García-Faura, Alberto Prats-Galino, Luis Pallarés Aniorte Für ihren Nachweis, dass das ungeborene Kind stärker auf Musik reagiert, wenn der Lautsprecher in der Vagina der Mutter steckt als wenn er auf ihrem Bauch liegt


Bildquelle: flickr | "Science!" von Quinn Dombrowski | cc by-sa 2.0