Entdeckt
Cameras_flickr_Konzerte
Donnerstag, 21. September 2017, 11:35 Uhr

Konzertmomente für die Ewigkeit festhalten

Schadet Bilder knipsen der Erinnerung?

Letzte Woche haben wir euch auf Facebook aufgefordert, mit uns euer bestes Konzertfoto zu teilen. Diese Woche wurde eine neue Studie veröffentlicht, die sich genau mit diesem Thema - dem digitalen Festhalten von Konzertmomenten - beschäftigt.

Was nervt euch auf Konzerten am meisten? Bei mir sind es zum einen die Hipster, die auf Konzerten vor einem stehen und ihre Turnbeutel beim Abdancen durch die Gegend schleudern. Da sollte man besser einen Meter Sicherheitsabstand halten. Einmal sehr krass erlebt auf einem Faber-Konzert, als eine ganze Gruppe solcher Mädels in der Reihe vor uns stand. Dann gibt es die Leute, die auf Konzerte gehen und das ganze Konzert nur durch ihre Kameralinse mitverfolgen; also ununterbrochen Fotos und Videos für ihre Snapchat- oder Instagram-Story machen.

Im Normalfall macht man ja Fotos und Videos, um Momente festzuhalten und sich später besser an Konzerte zurückerinnern zu können. Doch Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass das der Erinnerung eher schadet.

Zwar haben die Wissenschaftler diese Studie in einem anderen Umfeld durchgeführt - im Kunstmuseum – aber sie glauben, dass sich ihre Ergebnisse auch auf Konzerterlebnisse übertragen lassen. Für die Untersuchung haben sie Probanden durchs Museum geschickt, um sich Austellungsstücke einzuprägen. Die eine Gruppe mit Kamera in der Hand, die andere ohne. Am Ende der Untersuchung konnte sich angeblich die Versuchsgruppe, die ohne Kamera unterwegs war, viel besser an Gemälde und Co erinnern und mehr Details nennen.

Der Grund dafür: unser Gehirn filtert unwichtige Informationen aus. Dazu zählen Erinnerungen, die wir mit der Kamera für einen späteren Zeitpunkt aufgezeichnet haben. Also immer dann, wenn wir uns auf äußere Informationsquellen verlassen.

Ob ihr dieser Studie vertrauen wollt, dürft ihr selbst entscheiden. Ab und zu mal das Handy rauszukramen, um mal ein Bild zu schießen oder den Refrain des Lieblingssongs zu filmen, sollte aber erlaubt sein. Als Zwerg von 1,60 m ist das oft auch die einzige Möglichkeit, die Band auf der Bühne mal richtig zu sehen – nicht nur den Kopf des Sängers oder den Bassisten ganz rechts.

Bildquelle: Flickr | "Cámaras" von Josué Goge | CC by 2.0