Entdeckt
coffeenap
Dienstag, 24. Oktober 2017, 12:00 Uhr

Kaffeenickerchen sind anscheinend so ein Ding

Weil's irre gut funktioniert

Vor dem Nickerchen erstmal ein Käffchen runterzischen - und dadurch effektiver schlafen. Was nach Verarsche Lvl. 3000 klingt, scheint anscheinend wirklich bestens zu funktionieren.

Die Idee des Kaffeenickerchens grenzt ja fast schon an Ketzerei Tausender Studien und Warnungen, die einem raten, sechs Stunden vor dem Schlafen kein Koffein mehr zu sich zu nehmen. Aber hey, wenn man uns sagt, dass sich unsere beiden Lieblingsaufweckmethoden kombinieren lassen und sich dabei auch noch der Effekt steigert, sind wir sofort dabei.

Warum funktioniert's?

Grund für das Wirken ist eine wunderbare Wechselwirkung. Aber dazu einmal kurz ein Ausflug in die Biochemie: Nachdem Koffein über euren Magen im Blut landet, kreuzt es das Hirn, wo das Koffein sich an Rezeptoren haftet, an denen normalerweise das ähnlich geformte Molekül Adenosin abhängt. Dieses wiederum ist ein Nebenprodukt von Hirnaktivitäten und blockiert bei großer Anstrengung die Ausschüttung von aufputschenden Neurotransmittern wie zum Beispiel auch Dopamin eines ist. Heißt: Ihr werdet müde - außer eben das Koffein war schneller als das Adenosin, dann kann dieses die Rezeptoren nicht behaften und ihr bleibt wach(er).

So weit, so logisch. Allerdings! Blockiert das Koffein nicht jeden Rezeptor gleichmäßig, ein paar freie Spots, an denen dann eben das Adenosin wieder Chance hat, zu wirken, bleiben frei. Heißt: Bevor wir Koffein zu uns nehmen, müssen wir uns irgendwie um die Eliminierung des Adenosins kümmern. Und das funktioniert - ganz einfach - indem wir schlafen.

Nun kommen wir zum Clou der ganzen Sache: Der Körper verfällt nach 15 bis 20 Minuten leichterem Schlaf in eine tiefe Phase. Das sollte nicht passieren, weil ihr sonst zu gar nichts mehr gebrauchen seid, weswegen es wichtig ist, nach 15 bis 20 Minuten eben wieder aufzuwachen. Ganz einfach gesagt also: ihr macht wirklich nur ein kleines Nickerchen! In der Zeit baut ihr genug Adenosin ab, dass sich das Koffein problemlos an den Rezeptoren breit machen kann.

Dass die Praktik funktioniert, belegt unter anderem diese und jene Studie.


Anleitung zum Kaffeenickerchen#01 Trinkt einen Kaffee (oder ein anderes Getränk mit vergleichbar viel Koffein)
#02 Haut es regelrecht runter - es geht hier um einen Wettkampf zwischen Zufuhr und Wirkung (heißt: Ihr müsst ins Nickerchen verfallen, bevor das Koffein im Blut landet)
#03 Versucht einzuschlafen oder zumindest in diesen merkwürdigen Dämmerzustand zu gelangen
#04 Fahrt Hirn und Körper nach 20 Minuten wieder hoch (stellt am besten einen Wecker)
#05 ZACK: Der Kaffee sollte just in dem Moment des Erwachens nicht nur wirken, sondern regelrecht kicken.


Alles klar.