Entdeckt
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Montag, 09. Dezember 2013, 15:50 Uhr

Wie uns Musik beeinflusst

Der Effekt der richtigen Lieder

Wenn wir unsere Lieblingsmusik einschalten und kurz die Augen schließen - was macht die Musik eigentlich mit uns? Sie kann nicht nur unsere Gedanken beeinflußen, sondern auch unseren Körper.

Bei uns in der Redaktion sieht man viele Kollegen, die mit Kopfhörern auf den Ohren arbeiten. Musik gehört bei uns dazu, wir hören sie und wir sprechen und schreiben darüber. Mehrere Studien zeigen jetzt, wie die Musik uns beeinflußt und was sie über uns aussagt.

Die Umgebungsgeräusche beeinflußen unsere Kreativität

Auch wir lieben es, unsere schnellen und lauten Playlists auf die Ohren zu hauen, wenn wir eine fette To-Do-Liste haben. Wir denken uns wahrscheinlich, dass wir dann schneller arbeiten. Aber wenn wir kreativ sein müssen, sind laute Geräusche sehr unproduktiv. Am besten eignen sich mäßig laute Töne. Denn sowohl sehr leise als auch extrem laute Musik hat einen negativen Einfluss auf die Kreativität. Wenn ihr also das nächste Mal Brainstormen müsst, legt einfach etwas Entspanntes, aber nicht zu ruhiges auf.

Die Art der Musik beeinflußt, wie wir neutrale Gesichtszüge sehen

Hätte man sich auch schon vorher denken können, aber eine Studie liefert jetzt den Beweis. Nachdem man auch nur ein kurzen Teil eines Liedes gehört hat, reagiert das Gehirn sofort darauf. Das zeigt sich dadurch, dass - je nach dem ob das Lied traurig oder fröhlich war - wir neutrale Gesichter als entweder glücklich oder als traurig interpretieren. Und jetzt wirds verzwickt: Darüber hinaus gibt es auch noch einen anderen Effekt zwischen Musik und den daraus resultierenden Gefühlen: Und zwar sogenannte "wahrgenommene Emotionen", die wir zwar verstehen, aber nicht wirklich fühlen. Das ist auch der Grund, weshalb manche traurige Musik als entspannend und nicht als deprimierend empfinden.

Unser Musikgeschmack sagt viel über unsere Persönlichkeit aus

Eine Studie, die aber nur unter jungen Erwachsenen durchgeführt wurde, beschreibt, wie unsere Genrevorlieben unsere Persönlichkeit beeinflußt. Jazzliebhaber haben laut Studie ein hohes Selbstbewusstsein, sind kreativ und kontaktfreudig. Fans von elektronischer Tanzmusik gelten zwar auch als kontaktfreudig und kreativ, aber nicht als nett. Und Indiefans arbeiten laut der Studie nicht viel, sind nicht nett und haben geringes Selbstbewusstsein. Immerhin sind auch sie kreativ. Man merkt aber jetzt schon, dass das unmöglich auf alle zutreffen kann. An der Studie haben auch nur 20 Leute teilgenommen. Interessant sind die Ergebnisse trotzdem.

Musik hilft uns beim Sport

Auch das konnte man schon erahnen. Je schneller die Musik ist, umso besser trainieren wir. Auf dieses Ergebnis sind schon viele Studien gekommen. 1911 hat man bewiesen, dass Radfahrer schneller treten, wenn sie Musik mit höherem Tempo hören. Eine Studie von 2012 hat gezeigt, dass Fahrradfahrer 7% weniger Sauerstoff verbrauchen, wenn sie Musik hören. Darüber hinaus sind wir mit Musik einfach leistungsfähiger: Wenn wir trainieren, kommen wir irgendwann an die Grenzen unserer Kraft und das Gehirn sagt uns, dass wir eine Pause machen sollen. Aber durch die Musik wird dieser Prozess gestört. Das perfekte Tempo liegt übrigens bei circa 145 BPM. Wenn ihr also das nächste Mal im Fitnessstudio seid, haut euch ein fettes Dubstepset rein, dann kommt ihr richtig in Form.

Bildquelle: Flickr Headphone von nSeika unter cc-Lizenz