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Freitag, 13. Dezember 2013, 00:00 Uhr

Mit dem Atomic Café geht's erstmal weiter

Atomic Adé. Oder doch nicht?

Schon eine ganze Weile steht das Schicksal vom Münchner Atomic Café auf der Kippe, weil der Mietvertrag Ende 2013 ausläuft. Doch jetzt hat der Jurist vom Atomic eine Vertragslücke entdeckt, die dem Club den Arsch retten könnte.

Das ganze Jahr schon wird sich in der Münchner Musik-Szene gefragt, wie es mit dem Club Atomic Café nach dem Jahr 2013 weitergeht. Was von den Vermutungen immer wieder bestätigt wurde, ist die Tatsache, dass der 1997 unterzeichnete Mietvertrag zum 31.12.2013 ausläuft. Das Atomic Café muss aus der mittlerweile sehr mietpreisintensiven Neuturmstraße raus und sucht bislang vergeblich nach einer adäquaten Ersatz-Location. Jetzt scheint es plötzlich doch noch eine Chance zu geben, weiter in den jetzigen Räumlichkeiten bleiben zu dürfen. Die angekündigten Termine bis Mitte April 2014 deuten stark darauf hin.



Christian Heine, einer der beiden Geschäftsführer, erklärt uns, dass ihr Jurist jetzt eine Ungereimtheit im Vertrag gefunden hat, die dafür spräche noch weitere fünf Jahre bleiben zu dürfen: „Wir verhandeln mit dem Vermieter einerseits außergerichtlich, andererseits ist ein Verfahren angezettelt worden" , so Heine. In beiden Fällen wird sich das jedoch hinziehen, daher gehen Christian Heine und Roland Schunk vorerst auch im Jahr 2014 wie gewohnt ihrer Arbeit nach.

Manch einer fragt sich vielleicht, warum das Atomic Café den anstrengenden Weg über einen Rechtsstreit wählt und nicht einfach, wie viele andere Clubs, umzieht. „Das Atomic Cafe ist da wo es jetzt liegt, und wie es geschnitten ist, auch bezüglich der Situation mit Nachbarn und so weiter, ziemlich optimal und etwas Vergleichbares ließ sich bislang nicht finden" , so Heine. Der andere Grund sei der enorm hohe Kostenaufwand eines Umzugs, da in der Regel eine hohe Ablöse zu zahlen sei.



Wenn man sich das Booking der letzten 17 Jahre ansieht wird deutlich, welche Relevanz der Laden für die Münchner alternative Musik-Szene hat.
Von den Babyshambles bis zu The Drums, von James Blake bis Johnossi war das Atomic Café für viele Künstler in München die Anlaufstelle Nr. 1. Aus Sorge vor einer Schließung meldeten Mitte November Fans eine Rettungs-Aktion des Atomics zur Fernsehshow Millionärswahl auf ProSieben/Sat1 an, wo der Gewinner einer Million Euro demokratisch gewählt wird. „Rettet das Atomic Café" hat es unter die letzten 49 Bewerber geschafft, die im Januar zur Live-Sendung eingeladen werden, auf Facebook hat die Fan-Aktion mittlerweile mehr als 1500 Anhänger.



Wie es für das Atomic Café dann endgültig weitergeht hängt nun von der Kooperationsbereitschaft des Vermieters beziehungsweise vom Ausgang des Rechtsstreits ab. In beiden Fällen bleibt uns die Location mit großer Wahrscheinlichkeit noch ein paar Monate erhalten. Und falls es danach wirklich vorbei ist wird sich Christian Heine vielleicht ganz aus dem Club-Business zurückziehen. Und München darf sich im Kreis um den offenen Krater stellen, den das Atomic hinterlassen wird, und weinen. Wir zumindest werden weinen. 



Bildquelle: Atomic Café Official by Bernhard Zerta