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Montag, 24. März 2014, 12:30 Uhr

Apple plant Streaming-Service à la Spotify

Ein Versuch, wieder mitzumischen

Der Großkonzern mit Apfellogo will nun auch in das Streaming-Geschäft einsteigen. Aber lohnt sich das? Und wie schneiden die Künstler dabei ab?

Noch vor ein paar Jahren hat Apple dafür gesorgt, dass Musiker mit ihrer Kunst wieder Geld verdienen. Das war 2003, als das Unternehmen aus Cupertino seinen iTunes Music Store herausgebracht hat. Damit wurde eine ganze Generation von Napster-Usern gezwungen, wieder für ihre Musik zu bezahlen. Denn die Ausrede, dass man online nicht richtig Musik kaufen kann, gab es von diesem Zeitpunkt an nicht mehr.

Diese Revolution brachte einen Aufschwung für die Musikindustrie. Aber dann wurde 2008 alles anders, als ein Dienst Namens Spotify an den Start ging. Hier lässt sich Musik [beinahe] kostenlos streamen, zu Anfangszeiten sogar noch ohne zeitliche Begrenzung. Mittlerweile nutzen viele den Dienst, da es für vergleichsweise wenig Geld viel Musik gibt, die man auch offline speichern kann.

Das hat sich nicht nur auf die Musiker ausgewirkt, sondern auch auf den Apple-Konzern. Im vergangenen Jahr gab es bei den Albenverkäufen Einbrüche von 13 Prozent, bei den Singles ein Minus von 11 Prozent. Darauf reagiert der Konzern nun. Gerüchten zufolge plant Apple ein eigenes Projekt, bei dem man Musik streamen kann.

Kampfansage an Spotify?

Bereits letztes Jahr hat das Unternehmen mit iTunes Radio einen ähnlichen Versuch gewagt. Auf dieser Streamingplattform werden den Nutzern immer wieder neue Titel vorgeschlagen, die sie - man will ja Geld verdienen - auch gleich wieder über den iTunes Store kaufen können. iTunes Radio gab es bisher nur in den USA, aber dort war es weniger erfolgreich.

Der zweite Versuch soll Apple nun endgültig auf dem Markt der Streaming-Dienste etablieren. Konkrete Details gibt es bisher nicht, aber anscheinend arbeitet man mit Hochdruck an dem Projekt. Das zumindest haben Apple-Mitarbeiter durchsickern lassen.

...oder eine Kampfansage an den eigenen iTunes Store?

Auch zum Funktionsumfang fehlen noch eine Menge Informationen. Wird es eine reine Streaming-Plattform sein? Oder kann man wie beim Konkurrenten Lieder offline speichern? Daraus würde folgen, dass Apple selbst einen Konkurrenten zum iTunes Store auf den Markt bringen und dann noch weniger Musik verkaufen würde.

Und die Künstler?

Spannend ist auch, was das neue Programm für die Künstler bedeutet. Schon jetzt bekommen die Interpreten durch Spotify nur 0,007 US-Dollar pro abgespieltem Lied. Hochgerechnet muss ein Lied circa 141 (!) Mal gehört werden, damit der Künstler den normalen iTunes-Preis von 99 US-Cents verdient. Wie sehr die Musiker aus dem neuen Apple-Projekt profitieren, ist noch unklar. Wir gehen aber davon aus, dass das auch nicht unbedingt mehr sein wird.

Im Endeffekt werden sich die Auswirkungen auf die Künstler und auf die Verkauszahlen erst nach dem Start des Projekts zeigen. Interessant wird auch, ob der Dienst ausschließlich für iTunes-Kunden nutzbar sein wird. Allerdings gibt es schon erste Zeichen, dass Apple seinen Markt auch auf Android-User ausweiten will. Laut Billboard.com überlegt man, eine iTunes-App anzubieten, die auch auf Handys mit Google-Betriebssystemen läuft. Bisher gab es das mobile Programm nur für Geräte aus dem Hause Apple.


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