Entdeckt
Earth Hour 2010 by Christian Haugen
Freitag, 28. März 2014, 13:45 Uhr

Earth Hour

Eine Stunde ohne Licht

Am Samstag findet um 20:30 Uhr weltweit wieder die Earth Hour statt. Ein stilles Zeichen für den Schutz unseres Planeten und was man spaßiges daraus machen kann.

Eigentlich sind wir es ja gewohnt, dass aufmerksamkeitssuchende Dinge, Personen, Events oder Häuser um die Wette strahlen. In unseren Städten ist mittlerweile so vieles wichtig, dass man oftmals nicht einmal mehr die Sterne sieht – so hell leuchten wir. Jedes weitere Plakat, das in der Nacht von stromfressenden LED-Leuchten angestrahlt wird, ertrinkt in der Lichtflut. Umso größer ist das Zeichen, wenn überall auf der Welt gleichzeitig alle Lichter erlöschen. Alle! Die erste Earth Hour fand 2007 statt und sorgte zum aller ersten Mal dafür, dass die 1974 in Betrieb genommene Coca-Cola-Leuchtreklame abgeschaltet wurde. Ein ungewöhnlicher Anblick. Vielleicht auch etwas unheimlich, aber wenn man den Sinn dahinter im Kopf behält, ein wunderschöner.

Aber abgesehen von der Stadtbeleuchtung: Wie lange ist es her, dass wir in unserer Wohnung im Dunkeln saßen? Eben. Das liegt daran, dass es für die meisten Dinge, die wir so machen, unpraktisch ist. Wir sehen nicht ob wir mit dem Buttermesser das Brot treffen, wir finden den Kühlschrankgriff nicht und ohne Licht bedeutet auch – keine Uhr am Handydisplay. Was, wenn wir aber für eine Stunde unsere Gewohnheiten ein wenig außen vor lassen und diese sechzig Minuten einmal anders verbringen, als normalerweise? Dann klingt das nach Spaß. Oder Romantik. Oder Spannung. Die Spielwiese Dunkelheit. Wir haben mal überlegt, was man am Samstag in der Finsternis so alles machen könnte. Dinge, die bei Licht nur halb so toll wären.

Die erste Assoziation mit Dunkelheit kommt natürlich aus unseren etwas jüngeren Jahren. Wem hat damals nicht der Bauch gekribbelt, als man sich in der Dunkelheit Gruselgeschichten erzählt hat? Wie schön aufregend das damals war! Leider überkommt uns aber mit dem Erwachsenwerden dieser schreckliche Realismus, der uns allen die schönen Schaudergeschichten versaut hat. Mit ein klein bisschen Fantasie und Willen können wir uns aber nach wie vor reinsteigern. Also wieso nicht am Samstag für eine Stunde mal wieder Kind sein und sich so richtig schön gruseln?

Und wo wir schon bei Kinderspielen sind: Schon mal Blinde Kuh gespielt, wo jeder die Kuh ist? Auch das steht bei uns am Earth Hour Abendprogramm.
Oder man schnappt sich einfach eine Kamera und macht sich einen Spaß aus dem Nichtsehen. Blitz an und einfach frei durch die Gegend knipsen. Das macht nicht nur in dem Moment Spaß, in dem man seine Freunde erschreckt und blendet, sondern auch später beim Fotos durchgucken. Wenn wir dieses selbst erfundene Spiel in eine Schachtel stecken würden, würden wir auf die Verpackung den altbewährten Spruch schreiben: Spaß und Spannung für die ganze Familie.

Die Ideen nehmen aber kein Ende. Die Dunkelheit hat einfach irgendeine unerklärliche Anziehungskraft. Nicht umsonst finden Klischee-Dates bei schummrigen Kerzenschein statt. Unsere Theorie: Je dunkler, desto romantischer. Also alles aus! Wie wär’s mal mit einem richtigen „Blind Date“. Einem Nacht-Picknick zum Beispiel. Oder, noch besser: Ein Tanzabend. Da kann man mal so richtig loslegen und ein einziges Mal wirklich vergessen, wie man dabei aussieht. Je blöder desto besser. Unser Tipp: Hier könnte die das Kamera-Spiel hinzukommen, das gibt bestimmt tolle Ergebnisse.

Bildquelle: Flickr, "Earth Hour 2010" von Christian Haugen unter CC- Lizenz