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madonna
Freitag, 23. Mai 2014, 10:15 Uhr

Hologramm-Konzerte

und ihre vermeintlichen Vorteile

Ob tot oder lebendig - hier gibt's 10 Gründe, warum Hologrammkonzerte die Zukunft der Livemusik sein könnten (und warum sie es trotzdem nicht sind).

Erst vor wenigen Tagen sorgte Michael Jackson für Aufsehen, als er, frisch wie am ersten Tag, die Single "Slave To The Rythm" aus seinem kürzlich erschienenen Album Xcape performte. Mit 2Pac Shakur, der 2012 als erster Künstler auf dem Coachella Festival wiederbelebt wurde, befindet sich der King of Pop damit in bester Gesellschaft. Zum 20-jährigen Bühnenjubiläum im Herbst diesen Jahres sind unter anderem auch Konzerte von Nirvana mit Zombie Kurt Cobain in Planung und: Auch Amy Winehouse soll als Hologramm bald wieder auferstehen.


2pac performing LIVE with Snoop Dog & Dr Dre @ Coa… - MyVideo

Doch nicht nur bereits verstorbene Künstler werden durch die Hightech-Firma Musion wiederbelebt. M.I.A. plant den im Exil lebenden Wikileaks-Gründer Julien Assange auf ihrer Bühne und auch Modonna trat schon mit den Zombies von den Gorillaz auf. Reale, aber wirklich beschäftigte Stars wie Mariah Carey, die Black Eyed Peas und sogar Tokio Hotel beglücken ihre Fans ebenfalls bereits Dank Holo-Technik bereits auf der ganzen Welt.

Aber jetzt mal ehrlich: So futuristisch Hologramm-Konzerte auch sein mögen, wir würden NIE auf unsere geliebten Live-Konzerte verzichten. Wirklich, nie. Wir müssen uns die Hologramm-Auftritte also schönreden.

10 Gründe, warum Hologramm-Konzerte theoretisch gut sind
#01 Es spielt keine Rolle mehr, ob der Künstler schon tot ist
Ob tot oder lebendig spielt nun endlich keine Rolle mehr. Daran, dass ein Künstler für ein neues Album nicht mehr am Leben sein muss, haben wir uns ja inzwischen gewöhnt – warum sollte es bei Konzerten anders sein?

#02 Die Musiker sehen genauso aus wie auf dem heimischen Poster
Egal an welchem Punkt ihrer Karriere sich Musiker gerade befinden, am liebsten wären sie uns doch, wenn sie für immer genauso aussehen würden, wie wir sie von dem Bravo-Poster über unserem Bett kennen. Mit dem Hologramm-Musiker müsstet ihr euch nie wieder Sorgen machen, wenn euer Lieblingsstar auf einmal mehr wie sein eigener Roadie oder der Drogenkurier der Band aussieht.

#03 Man kann seine Lieblingsband live sehen, egal wo man wohnt
Stellt euch vor: Um eure Lieblingsband live zu sehen, müsstet ihr nicht mehr hunderte Kilometer weit fahren, weil sie nur ein einziges Konzert in Deutschland geben. Zukünftig können deine Lieblingsstars in jeder Schul-Aula auftreten. Solang man dort über einen Beamer verfügt, der genug Leistung hat (Stellen wir uns das zu einfach vor?)

#04 Die Show ist immer gleich gut
Egal wie hart die After-Show-Party am Vorabend war oder wie wenig Bock der Künstler hat, zukünftig bekommt jeder Fan die absolut gleiche Performance für sein Geld.

#05 Konzerte müssen nicht mehr abgesagt werden
Musiker neigen ja dazu, gelegentlich mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen. Nicht selten mussten ganze Touren aus diesem Grund abgesagt werden. Dank der neuen Technik können Konzerte nun völlig unabhängig von dem Freiheitsstatus ihrer Acts stattfinden.

#06 Shows beginnen pünktlich
Der Zeitplan solcher Events wird immer genau eingehalten. Egal wie gut die Stimmung ist - weil die Show immer pünktlich beginnt, schafft man es immer mit der letzten S-Bahn nach Hause.

#07 Der Stage Dive tut nicht so weh
Wer es schonmal erlebt hat, der weiß, wovon ich spreche. Wenn Musiker, egal wie schmächtig sie auf der hohen Bühne aussehen, einen Stage Dive machen, dann ist das für die erste Reihe des Publikums äußerst schmerzhaft. Ein Glück, dass wir uns beim Hologramm Star keine Sorgen mehr zu machen brauchen.

#08 Niemand gibt auf der Bühne Körperflüssigkeiten von sich
Kotze, Pisse egal welche Körperausscheidung – auf der Bühne haben wir fast alles schon gesehen. Weil sich Hologramme aber nicht betrinken können und die eine Konzertaufnahme auf der ganzen Welt gezeigt wird, brauchen wir uns vor solchen Szenen zukünftig nicht mehr zu fürchten.

#09 Konzerte werden günstiger
Weil das Prinzip der künstlichen Verknappung nicht mehr funktioniert, werden wir zukünftig für ein Konzert nicht mehr bezahlen müssen als für einen Kinobesuch (Nochmal, stellen wir uns das alles zu einfach vor?)

#10 Man wird nicht enttäuscht
Wir werden nie wieder auf ein Konzert gehen, in dem der Sänger die Töne nicht trifft oder kaum gerade am Bühnenrand entlang laufen kann.

Gründe, warum Hologramm-Konzerte eben doch nur theoretisch gut sind:
Genau deswegen. Denn mal ehrlich: Wir gehen doch auf Konzerte, um etwas zu erleben das echt, ehrlich und ungeschminkt ist. Damit wir - wenn wir alt und schrumpelig sind - unseren Enkelkindern erzählen können, wie krass die Live-Shows früher waren. Egal wie cool oder manchmal auch uncool eine Aktion in der Realität war, die Geschichte die dahinter steht, der Ausdruck auf dem Gesicht des Begleiters wenn er alles um sich herum vergisst und zu der Musik völlig durchdreht, den angsterfüllten Aufschrei der ersten Reihe wenn Watsky aus 9 Metern Höhe einen Stagedive macht oder dass es doch irgendwie ergreifend ist, wenn jeder in der Konzerthalle sein Feuerzeug anmacht, das ist es doch, was uns im Gedächtnis bleibt.




Bildquelle: Musion 3D // Facebook