Entdeckt
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Dienstag, 27. Mai 2014, 13:00 Uhr

Johnny Cash Fan dank Hirnmanipulation

Willkommen in der Zukunft

Gehirne sind eine lustige Sache. Durch gezielte Stimulation kann man Persönlichkeit, Muttersprache und sogar den Musikgeschmack verändern. So gezielt, dass Leute auf einmal zu Johnny Cash Fans werden, obwohl sie ihn nicht mögen.

Die Meldung ist folgende: Ein Mann, nennen wir ihn Mr. B, ist 59 Jahre alt und leidet seit seinem 13. Lebensjahr unter Zwangsstörungen. Immer wieder bekommt er Panik-Attacken, ein "normales" Leben ist kaum möglich. Dann kommt die Rettung: Durch gezielte Hirnstimulationen sollen die Zwangsstörungen unterbunden werden. Also lässt sich Mr. B ein Implantat in den Kopf einsetzen, das durch elektrische Impulse gezielte Hirnregionen ansteuern kann. Kurz nach Einsetzung des Implantats nehmen die Zwangsstörungen rapide ab. So weit, so gut.

Aber dieses Implantat hat nicht nur die für die Zwangsstörungen verantwortlichen Bereiche stimuliert, sondern anscheinend auch die Synpsen erwischt, wo bei Mr. B. die Vorliebe für richtig dreckige, klassische Countrymusik sitzt. Als der Patient nach einer der Sitzungen zufällig einen Johnny-Cash-Titel im Radio hört, ist er völlig begeistert und macht sich sofort auf den Weg, um alle Cash-Alben und -Singles zu kaufen.

Als der Akku im Implantat langsam schwach wird, geht auch Mr. B's Johnny-Cash-Fan-Boy-Dasein zurück. Wird das Implantat wieder aufgeladen, beginnt Mr. B wieder tief ergriffen "Folsom Prison Blues" und "I Walk The Line" mitzusingen. Geht der Akku zurück, nimmt auch die Country-Liebe ab.

Spannend wäre jetzt natürlich, mal zu schauen ob das auch mit anderen Genres geht. Und was das für die Zukunft bedeutet, in der wir ja eh bis unters Kinn vollgechipt sind.


Bildquelle: Proof Of Brain | andypowe11 | Flickr unter cc-Lizenz und cash006 | dwhartwig | Flickr unter cc-Lizenz