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Montag, 15. September 2014, 08:50 Uhr

How NOT to be a Tourist

11 Tipps, die Wiesn souverän zu meistern

Obwohl das Oktoberfest die größte Touristen-Fliegen-Falle des Freistaats ist, wird man trotzdem nicht gern als "Preißn" oder gar "Zuagroaster" identifiziert.

Aber das muss auch gar nicht sein. Wenn man diese Punkte berücksichtigt:

#01 Mit Tablet auf die Wiesn
In dem letzten Jahr ist uns dieser Trend immer wieder aufgefallen. Menschen halten ihr Tablet im Zelt in die Höhe, um Fotos zu schießen. Lasst das! Sieht beknackt aus, und außerdem verstehen wir nicht, wie man überhaupt auf die doofe Idee kommt, ein Tablet mit aufs Oktoberfest zu nehmen.

#02 Seppl-Hüte
Keine Ahnung, warum sich der Irrglaube verbreitet hat, dass irgendein Bayer diese Filzmonster tatsächlich traditionell tragen würde. Aber dieser Mythos hält sich hartnäckig. Also, bitte einen großen Bogen um die Hüte machen, sieht doof aus.

#03 Die Aussprache
Klar, die wichtigste Lektion beginnt schon mal beim Wiesn Besuch. Auch wenn viele nicht Bayern das Wort „Wiesn“ erstmal als Plural des Wortes „Wiese“ einschätzen würden, liegen sie damit vollkommen falsch. Logischerweise heißt es dann auch nicht: „Wir gehen auf den Wiesn“, Korrekt würde es heißen „Wir gehen auf die Wiesn“. Und Maß wir mit einem kurzen „a“ und einem scharfen „ß“ gesprochen – diese sollte man übrigens zu keinem Zeitpunkt aus den Augen lassen oder gegebenenfalls markieren. Zum Beispiel mit einem Band oder ähnlichem.

#04 Der Kotzhügel
Oh ja, der Klassiker alle Jahre wieder auf dem Oktoberfest. Die Sonne lacht, man ist gut gelaunt, und dann sieht man beim Durchschlendern diese schöne, saftig grüne Wiese hinter den Zelten. Perfekt, um die Sonne zu genießen, ein wenig seinen Rausch auszuschlafen, oder die neu erworbenen Flamme ein wenig „näher“ kennenzulernen. Liebe Oktoberfestler, ihr seid nicht die ersten, die auf diese wundervolle Idee kommen. Der Kotz- oder auch Piss-Hügel sollte nie, und ich meine wirklich NIEMALS als Liegewiese benutzt werden. Egal, wie betrunken ihr seid. Ihr werdet es bereuen. Und selbst wenn ihr euch nicht mehr daran erinnert, am Ende landet ihr noch auf muenchenkotzt.de, oder seid Motiv für jede Menge peinlicher Handybilder. Wollt ihr das? Na also.

#05 Die gute Kinderstube
Klar, es ist Wiesn. Da trinkt so gut wie jeder was. Trotzdem solltet ihr euch doch ein wenig an die Grundregeln des Anstands erinnern. Ja, liebe Herren der Schöpfung, wir wissen, dass Mädls im Dirndl ziemlich heiß sind, und einem so manches Dekolleté sooo schön entgegenlacht. Dass ist trotzdem kein Grund dafür, hinzufassen (wie hat Mutti schon gesagt, gesehen wird mit den Augen, und nicht mit den Fingern). Und nun kommen wir zu den Mädels. Ohne sexistisch sein zu wollen – im Normalfall vertragt ihr nicht so viel Bier, wie die männlichen Wiesnteilnehmer. Das ist nunmal so. Versucht also nicht, mit ihnen gleichzuziehen. Am Ende hängt ihr am Kotzhügel, oder beim nächsten Catfight mit einer Gleichgesinnten. Oder wisst wir was, streichen wir das mit den Mädls, der Tipp gilt für beide Geschlechter. Trinken – ja gerne. Aber nur soweit, dass einem an nächsten Tag nix peinlich sein muss.

#06 Betteln und diskutieren
Wenn ihr vor einem der begehrten Zelte steht und feststellt, dass gerade alle drinnen voll ist, ist das natürlich ärgerlich. Aber – ruhig bleiben. Mit diskutieren und betteln kommt ihr bei den Türstehern sicher nicht weiter. Die machen das seit Jahren auf dem Oktoberfest und haben jeden Spruch sicherlich schon drölf mal gehört. Von: „Aber meine Freunde sind doch da drinnen“ bis hin zu „Bitteeeeee ich sags auch keinem“ ist alles schon mal da gewesen. Seid ruhig und verständnisvoll, versucht den netten Security-Mitarbeiter vielleicht in ein wenig Small Talk zu verwickeln, damit er merkt, dass ihr noch nicht zu betrunken seid, dann sind eure Chancen wesentlich höher, das Zelt von innen zu sehen.

#07 Tracht
Die bayerische Tracht ist in ihrer Vielfalt fast unerschöpflich. Vor allem die Damen haben die Qual der Wahl, denn: Ein passendes (!) Dirndl sieht nicht nur gut aus, es muss auch nicht viel kosten. Es unterstreicht die Vorzüge und kaschiert die Problemzonen der Trägerin (auch wenn man dafür gelegentlich mal ein bisschen flacher atmen muss). In Bayern sagt man darum: Wer schön sein will, muss leiden. Das bedeutet, man trägt das gute Stück nicht ohne Bluse, man trägt keine Chucks dazu und man bindet die Schürze genau so fest zu, dass sie da bleibt, wo sie hingehört – in der Taille.

#08 Fahrgeschäfte
Auf dem Oktoberfest gibt es neben all den Bierzelten und den fantastischen Essensständen auch Fahrgeschäfte aller Art. Welche davon für den jeweiligen Zustand angebracht sind, sollte man allerdings auf gar keinen Fall spontan aus dem Bauch heraus entscheiden. Es empfiehlt sich, bereits bei der ersten Laufrunde zu überlegen, was man mit seinem Wiesnhaserl am Ende des Abends am besten fährt. Grundsätzlich gilt: unter keinen Umständen nach Zeltschluss irgendwo einsteigen wo man sich im Kreis dreht. Tipp: Die Geisterbahn bietet ein geringes Risikopotenzial und bietet Schutz vor neugierigen Blicken.

#09 Öffentliche Verkehrsmittel
Die Gesamtsituation im Nahverkehr ist während des Oktoberfests mehr als schwierig – das wissen wir. Um das Ganze jedoch für alle Beteiligten so angenehm wie möglich zu gestalten, möchten wir an dieser Stelle um etwas Rücksichtnahme bitten. Das fängt damit an, dass man offensichtlich betrunkenen Freunden die Möglichkeit gibt, sich zu übergeben, bevor sie in die S-Bahn steigen oder dass man alleinreisende Bahn-Schläfer eventuell an der letzten Station vor dem Outback anstupst und fragt wo sie raus müssen. (In besonders schlimmen Fällen bietet sich dafür auch ein Regenschirm an) Insidertipp: Falls ihr ein Taxi nehmt, empfiehlt sich der Taxistand in Richtung Poccistrasse. (Auch hier gelten die Regeln von #05)

#10 Notdurft
Auf einer Veranstaltung in der es darum geht, massenhaft extrem harntreibendes Starkbier zu trinken, ist die Toilettenfrage kriegsentscheidend. Aufgrund des Aggressionspotenzials sollte man allerdings mit etwas Rücksichtname auf andere Wartende vorgehen – im eigenen Interesse. Wer es gar nicht mehr aushält, der sagt am besten einem der Türsteher man würde Rauchen gehen und verschwindet in einem der Häuschen hinter dem Zelt. Die sind meist weniger überlaufen. (Diese Regel gilt übrigens für alle!)

#11 Rauchen
Zum Rauchen gibt es Wiedereinlassbändchen. Es besteht also kein Grund unter der Bierbank Löcher in die Tracht aller zu brennen, die um einen herum sitzen. Und auch wenn man euch unter dem Biertisch nicht gleich sieht... man (=Security) riecht es, versprochen.




 
Bildquelle: Oktoberfest_2010-46 | Thomas Sauzedde | Flickr unter cc-Lizenz