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ello
Freitag, 24. Oktober 2014, 13:00 Uhr

Ello – ohne Risiken und Nebenwirkungen

Das neue Netzwerk scheint seine Versprechen zu halten

Wir haben bereits über das neue Social Network Ello berichtet, welches sich auf Grund von Facebooks Privatsphäre-Pannen großen Zulauf erfreut. Kein Sammeln von Daten und keine Werbung – Ello machte jetzt mit seinem Versprechen Ernst.


Am Anfang klang es ja zu schön um wahr zu sein. Aus dem Nichts kam da ein neues soziales Netzwerk daher. Etwas nackt sah es aus. Die Beta-Version in schwarz-weiß „im schlichten Design“. Und mitmachen kann nur derjenige, der von Freunden eingeladen wird. Was nach einer privaten, digitalen Zusammenkunft unter Freunden klingt, fing auch genauso letztes Jahr an. Was Ello dann auch für den Rest der Welt attraktiv machte, waren ihre Versprechungen, keine Daten ihrer Nutzer an Dritte weiterzugeben. On top: gratis aber ohne Werbeanzeigen. Die Begründung: „You are not a product“.

Wie gesagt, man konnte es kaum glauben, dass da jemand ohne Hintergedanken agiert und eine Plattform zur Verfügung stellt, die ganz ohne Nebenwirkungen daher kommt. Jetzt haben die Gründer um Paul Budnitz aber deutlich gemacht, dass sie es ernst mit ihren Versprechen meinen. Seit gestern ist das Unternehmen nämlich eine „Public Benefit Corporation“. Als „gemeinnütziges Unternehmen“ will man also nicht möglichst viel Geld für die Investoren auf Kosten der Nutzer eintreiben, sondern zum Gesamtwohl der Gemeinschaft beitragen. Festgelegt ist nun gesetzlich, dass Ello niemals Werbung schalten, noch Daten an Dritte verkaufen wird. Um dem ganzen noch Nachdruck zu verleihen, wurde ebenfalls vertraglich festgelegt, dass sich dies auch bei einem Verkauf Ellos nicht ändern ließe.

Natürlich zeigen sich einige in der Internet-Gemeinde noch kritisch, wie lange Ello sein Versprechen halten wird und seinen Businessplan ohne Werbefinanzierung einhalten kann. Jedoch scheint es an Finanzierungen nicht zu mangeln, hat das Unternehmen zeitgleich zur Umschreibung eine Finanzspritze von 5,5 Mio. Dollar von Risiko-Kapitalgebern erhalten. Das Geld soll dazu verwendet werden, Kapazitäten zu erhöhen, um noch mehr neue Nutzer im Netzwerk aufnehmen zu können.

Wir sind gespannt, wie es mit dem „Anti-Facebook“ weitergehen wird und halten die Augen und Ohren offen, wie lange alles „simple, beautiful & ad-free“ bleibt. Wenn ihr bereits Erfahrungen mit Ello gesammelt habt, könnt ihr uns gerne eine Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! schreiben und uns natürlich als Ello-Friend hinzufügen.

Bildquelle: flickr.com // Richard Girard // under cc-licence