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Mittwoch, 12. November 2014, 12:00 Uhr

Ein Kettenbrief mit rechtlichen Folgen

Never trust a Candle...

Wir kennen doch alle diese supernervigen Kettenbriefe. Und tun meistens gar nichts - was in vielen Fällen auch ratsam ist. Das beste Beispiel dafür ist jetzt wieder eine Abmahnwelle, ausgelöst durch das Bild einer Kerze.

Den Sinn von Kettenbriefen haben wir sowieso noch nie richtig verstanden - obwohl wir sie doch fast täglich bekommen. Meist werden wir gezwungen, irrsinnige Statusmeldungen möglichst vielen Freunden an die Pinnwand zu posten, da sonst das Universum auseinander fällt und alle Welpen dieser Welt verunglücken. Nun kommt aber der Brainfuck, liebe Freunde: in Wahrheit hat die Verbreitung dieser Nachrichten keine Wirkung.

Doch jetzt gibt's einen neuen, ganz ausgefuchsen Gag. Denn jetzt versucht anscheinend jemand, das große Geld mit diesen Kettenbriefen, beziehungsweise -anweisungen zu verdienen. Zurzeit kursiert nämlich ein Brief durch die ­Messenger-Welt, in der aufgerufen wird, sein Whatsapp oder Facebook Profilbild in eine ganz bestimmte Kerze zu ändern - so will man auf Krebs aufmerksam machen und Gott Dankbarkeit zeigen, dass man gesund ist.

Ansich ist das ja nichts schlechtes, es gibt nur einen kleinen Haken: das Bild ist urheberrechtlich geschützt. Anscheinend bekommt man dann auch kurz nach dem Ändern des Avatars eine Nachricht - mit ein paar Tippfehlern - die da lautet:

Ich habe soeben eine Nachricht erhalten. Löscht bitte alle das Profilbild (kerze) des Kettembeifes, sonst werde ihr wegen Urheberrechtsverletzung Post mit Strafe bekommen. Das ist eine Betrugsmasche, ihr nehmt fremdes Bild und sollt dann zahlen.

Was jedoch unklar ist, wie man diese Bilder auf WhatsApp ausfindig machen und dem Nutzer dann auch noch schreiben kann. Generell gilt ja, dass nur Leute einem Schreiben können, welche die Nummer auch besitzen. Auch, dass es tatsächlich zu einer Klage kommt, ist relativ unrealistisch, da man munkelt, dass der Kerzen-Bildbestizer selbst das Foto verbreitet. Somit gäbe er aber auch gleich die Lizenz, sein Bild für den bestimmten Zweck der in der Nachricht steht, zu verwenden.

Rechtlich muss man sich also eher weniger Sorgen machen. Allerdings empfiehlt es sich, euren Freundeskreis zu überprüfen, der solche Briefe überhaupt zu euch bringt. Wann, oh weh, wann werden die Leute bloß endlich aufhören? Das war schon in der Vierten nicht mehr komisch.