Entdeckt
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Dienstag, 25. November 2014, 01:00 Uhr

Die Facebook-Lebensphasen

Diesem Kreislauf entkommt keiner

Nein, wir lehnen uns nicht zu weit aus dem Fenster, wenn wir sagen, dass euch nicht mindestens 10 von diesen 20 Phasen, die man mit Facebook durchlebt, bekannt vorkommen. Oder ihr zumindest eure "Freunde" wiedererkennt.

1. Wie alles begann

Deine Freunde bringen dich dazu, dich bei Facebook anzumelden. Schließlich wollen sie dich auch immer erreichen und es wäre ja viel zu umständlich dich anzurufen. Na gut, haste dich also überreden lassen.

2.„Was soll ich hier?“
Du hast weder ein Profilbild, noch Interesse daran, deine Daten, Lieblingsfilme oder -bücher öffentlich preiszugeben. Deshalb besuchst du dein Profil einmal in der Woche und vergisst regelmäßig dein Passwort. Ein leerer Account, drei Freunde in deiner Liste - „Was soll ich hier?“

3.„Die anderen haben schon schöne Titelbilder“
Du durchsuchst deine Festplatte nach einem schönen Bild, dass dein Profil nicht mehr so nackt aussieht. Mittlerweile hast du 17 Freunde und gemerkt, dass auch deine Lieblingsband auf Facebook ist. "Okay, dieses Model/diesen Fußballer kann man ja auch mal liken und sehen was die/der so den ganzen Tag macht…“

4. „Geil, schon 52 Freunde!“

5. Dein erster Post
Ein Selfie von dir und deiner Kaffeemaschine mit ‚Mein bester Freund <3‘.
"Wow, es gefällt den Leuten wirklich! Aber der Filter auf dem Bild sieht auch zu geil aus!"

6.Die Hochphase
Dein Tag beginnt mit einem Bett-Selfie. Du checkst am Bahnhof ein, von dem du zur Arbeit/Uni fährst und updatest deinen Status mit Verspätungsmeldungen. Mittags gibt’s mit dem Hashtag „foodporn ein Bild von deinem Mittagessen. Nachmittags teilst du das Video eines misslungenen Skateboard-Tricks. Oder des lachenden Babys. Oder des niesenden Hundes. Spätnachmittags postest du „Man mir geht’s heut aber gar nicht gut – traurig (denn du hast die Smiley-Angabe entdeckt, die deinen Gefühlszustand angibt). Dann wartest auf armselige bis bemitleidende Kommentare deiner digitalen Freundeswelt. Am Abend stellst du die Frage, wer denn alles mit dabei wäre, wenn ihr in Club XY geht. Es folgt ein Spiegel-Selfie mit dem finalen Outfit und dem Arm keck in die Hüfte gestemmt oder ein Bild mit „dir und deinen Jungs“ beim Vorglühen und Playsi zocken („Yeah neuer Rekord!“). Eingecheckt wird in deinem Lieblingsclub. Am nächsten Tag gibt es den obligatorischen Kater-Post. Und alles beginnt von vorne. Tag für Tag.

7. Du bist bei allem dabei
Sei es die Ice-Bucket-Challenge, Bier exen, welchem-Celebrity-siehst-du-ähnlich-Profilbild-Tausch, Animal-Farm, Glückskekse öffnen, welcher-Comicfigur-siehst-du-ähnlich-Profilbild-Tausch. Außerdem teilst du den 50€-H&MGeschenk-Gutschein, den man bekommt, wenn man JETZT den Post liket. Zehn Minuten später likest du die Seite „zuerst denken, dann klicken“ und empörst dich über dubiose Machenschaften. Trotzdem lässt du am Ende des Jahres eine Slideshow deiner Facebook-Highlights anfertigen.

8. „Yeah, schon 243 Freunde“
Du machst dich über alle lustig, die weniger als 100 Freunde haben.

9. Der erste Relaunch
Du hast damals „Kirschen“ geliket, weil es „Curly Fries“ noch nicht gab. Du tauscht auf deinem Profil dein Lieblingsbuch „Pippi Langstrumpf“ gegen „Game of Thrones“ aus. Die ersten Selfies sind dir inzwischen peinlich und werden entfernt. Dass jeder weiß, dass du aus Hintertupfingen stammst, ist langsam auch unangenehm und du wirst auf Facebook gebürtiger Großstädter.

10. Deine Beziehung wird öffentlich
Es gibt eine Facebook-Seite über dich und deinen Lebensabschnittsgefährten. Ihr habt gemeinsame Profilbilder, wünscht euch jeden Tag mit Herz und Kuss einen schönen guten Morgen auf der öffentlichen Pinnwand des anderen. Jahrestage, gemeinsame Urlaube („Ibiza mit Schatz – traumhaft!“), Beziehungspausen und Trennung werden in Statusupdates preisgegeben breitgetreten.

11. Deine erste (ausversehen öffentliche) Facebook-Party

12. Du bekommst gar nicht mehr mit, dass du 493 Facebook-Freunde hast

13. Facebook wird todernst
Du postest Kriegsreportagen, politische Inhalte, meist mit vielen Ausrufezeichen und Aufforderungen zum Teilen! Es kann ja nicht sein, dass du der/die einzige bist, der sich da engagiert!

14. Der Arbeits-Relaunch
Du fügst deine Arbeitskollegen als Freunde hinzu und gibst an, wo du arbeitest. Das natürlich alles erst nachdem du deine Fotos durchgegangen bist und die letzten Partybilder und Verlinkungen, die zeigen, warum du letztens nicht im Büro warst, gelöscht hast.

15. Stalken
Du entdeckst den wahren Grund warum Facebook erschaffen wurde – man kann wunderbar Leuten hinterher spionieren. Vor allem Menschen, die man eigentlich gar nicht mag. Du musst also gar nichts mehr selbst posten, es passiert viel genug von alleine.

16. Der Umschwung
Dir wird klar, dass bei Facebook alles öffentlich ist und nicht nur du stalkst, sondern du genauso gestalkt wirst. Du regst dich über Mark Zuckerberg, die Privatsphäre-Einstellungen und den neuen Messenger auf – und installierst ihn am Ende doch.

17. Wer sind diese Menschen?
Du beginnst die ersten Menschen, mit denen du anscheinend befreundet bist, zu verbergen (weil sie Idioten sind) oder löschst sie Schritt für Schritt (weil sie Idioten sind).

18. Das Ende
Du hast entschlossen, dich von Facebook abzumelden. Das machst du aber natürlich nicht bei einer Nacht-und-Nebel-Aktion, sondern kündigst es groß an. Schließlich musst du ein Zeichen setzen! Und du als Einziger hast du es geschafft, diese Sucht zu überwinden – wie heldenhaft! Du verabschiedest dich, erklärst ausführlich warum du gehst und hinterlässt diverse Adressen, Nummern, neue soziale Kanäle, bei denen man dich in Zukunft erreichen kann. Welch ein Abgang!

19. „Kennst du dieses lustige Katzen-Video nicht?“

Du hast weder mitbekommen, dass in deinem Freundeskreis geheiratet wurde, noch hast du eine Ahnung, warum der letzte Shitstorm entstanden ist. Man vergisst dich regelmäßig zu Partys einzuladen und beim Mittagessen in der Arbeit verstehst du nur noch halb so viel. Dich beschleicht das leise Gefühl irgendetwas verpasst zu haben.

20. Der Neustart

Du meldest dich bei wieder bei Facebook an. Aber nicht unter deinem echten Namen. Nur deinem Spitzname. Und ohne Profilbild. Und alle Informationen gibst du auch nicht an… erst mal.





Übrigens: wie sollte es auch anders sein. Zu dieser Thematik gibt es natürlich eine Southpark-Folge. Wir wünschen viel Spaß beim Gucken und beim Durchbrechen dieses Teufelskreises.




Bildquelle: Facebook - Southpark - You have 0 Friends | Gladys Santiago | flickr | under cc-licence