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Donnerstag, 30. November 2017, 00:00 Uhr

Was uns an Weihnachtsmärkten nervt

…alle Jahre wieder

Weil Weihnachten naht, darf die erste Anti-Weihnachts-Pöbelei-Liste nicht fehlen. Was uns dieses Jahr nervt: Weihnachtsmärkte.

Es hat uns ja kurz gerissen, als letzte Woche jemand auf Facebook gepostet hat, dass in einem Monat Weihnachten ist. Aber ja. Das erkennt man nicht daran, dass wieder Lebkuchenvanillekipferlmandel-Schokolade im Supermarktregal steht (nein, das tut sie bereits seit September), sondern, dass die ersten Buden für die Weihnachtsmärkte aufgebaut wurden. Wir Bayern nennen das übrigens „Christkindlmarkt“. Weil wir schon auf Vokale verzichtet haben, bevor es alle Indiebands taten.

Spätestens ab dem 1. Adventswochenende heißt es also wieder rein in die Handschuhe und langen Unterhosen und hinein ins Getümmel. Natürlich sind wir auch dieses Jahr wieder dabei. Das hindert uns aber nicht daran, eine Liste zu erstellen, was wir an Weihnachtsmärkten alles scheiße finden.

#01 Fastfood
Leute! Das ist ein Weihnachtsmarkt. Uns ist schon klar, dass es sich bei Weihnachten inzwischen nur noch um ein Gebilde von Feiertagen handelt, an denen der Einzelwarenhandel so richtig dick Kohle machen kann und es neben Geschenken hauptsächlich nur ums Essen geht. Aber braucht es Currywurst und einen Falaffeldöner zum Glühwein? Das ganze Jahr gibt es an jeder Ecke Frojo und Pommes auf die Hand und dann soll besinnliche Stimmung aufkommen, wenn wir Countrypotatoes mit Majo aus einer Waffelschale fressen?

#02 „Kunst“
Weihnachtsmärkte eignen sich hervorragend dafür Geschenke auf den letzten Drücker zu kaufen. Würden wir ja auch wirklich gerne machen, aber leider gibt es bei den Ständen immer häufiger nur irgendwelche selbstgeklöppelten Salatschüsseln, Teelichtglasskulpturen und gehäkelte Topfwärmer zu kaufen. Und nur so als Tipp: wenn du jedes Jahr mit Glühweinkopfweh und drei Tassen mit Weihnachtsmotiven mehr im Schrank aufwachst („Faaandmarken? Welche Fffandmarken?“), wieso kaufst du dann noch für viel Geld die selbstgetöpferten, eierförmigen Dinger mit Henkel neben dem Bratwurst-Stand?

#03 Kinder
Wir haben nichts gegen Kinder. Wir lieben Kinder! Aber ganz ehrlich. Wieso sollte ich meinen Dreikäsehoch auf einen mit mehr oder weniger stark angeheiterten Menschen überfüllten Platz mitnehmen, wo er alle paar Meter übersehen, angerempelt und mit Glühwein übergossen wird? Natürlich – der Michelin-Männchen-artige Schneeanzug federt so manchen Sturz ab, aber weder können sie in die Auslagen der Stände gucken, noch interessiert sie, was es dort zu kaufen gibt. Klar, es gibt mit Sicherheit ein Karussell mit vergilbten Pferdchen, die eine oder andere sich in Slo-Mo bewegende Autonachbildung mit Münzeinwurf. Aber das stört ja auch nur wieder die anderen Marktbesucher. Vom Kinderchor ganz zu schweigen.

#04 Glühwein
Wir finden Glühwein nicht scheiße. Aber wie schon bei Punkt #03 erwähnt, sind Weihnachtsmärkte oftmals überfüllt und man kommt mit dem Glühweinnachschub (drei Tassen pro Hand, wenn es die Handschuhdicke zulässt) nur schwer durch das Gedränge. Bei jedem Rempler fließen einem 0,30€ über seine Handschuhe. Aber macht ja nichts: kann man ja rausnuckeln. Angenommen es hat zu Weihnachten ausnahmsweise mal Schnee und ist kalt, hat man mit dem Glühwein auch noch ein anderes Problem – wenn man Langsam-Trinker ist. Kalter Glühwein schmeckt nämlich widerlich. Da dann doch lieber die Schnute verbrennen.

#05 Mit Handschuhen essen
Apropos Handschuhe. Wer nach einem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt keine Mischung von gebrannter Mandelbröseln, Senf, Glühwein, Schokoladen-Crêpe-Sauce und Rahmbrotmehl an seinen Handschuhen kleben hat… SOLL SICH BITTE BEI UNS MELDEN! Weil: wie zur Hölle stellt ihr das an? Kein Mensch kann mit Handschuhen Bratwurst und Co. essen, aber ausziehen ist bei den Temperaturen auch keine Lösung (könnt ihr jetzt verstehen, wie ihr wollt).

#06 Feuerzangenbowle
Wir haben ja schon einige Punkte aufgelistet mit denen man auf Weihnachtsmärkten konfrontiert ist: Menschenmassen, kleine herumlaufende Kinder, alkoholisierte Besucher. Und um den ganzen jetzt noch die Krone aufzusetzen wird dann auch noch Feuerzangenbowle angeboten! Hallo? Ein brennendes Getränk? Es ist ja nicht so, dass wir in unserem Bundesland Großveranstaltungen feiern, bei denen 1-Liter-Glasgefäße ausgegeben werden, die einen als Schlaggerät benutzt ins Jenseits befördern können. Da brauchen wir Ende des Jahres noch einmal unbedingt ein Risiko-Trinkerlebnis!

#07 Ramsch
Nicht nur dubiose Kunst gibt es auf den Weihnachtsmärkten zu kaufen. Schlimmer wird es noch wenn die Adventszeit zu einem einzigen riesigen Flohmarkt-Event verkommt. Ok, was heißt Flohmarkt, manche Stände haben eine ähnliche Auswahl wie der Typ mit dem Bauchladen am Strand auf Mallorca. Da gibt’s dann auf einmal Handyschalen, Sonnenbrillen und T-Shirts mit „lustigen“ Sprüchen auf dem Weihnachtsmarkt zu kaufen. Hat man dann noch ein Kind auf dabei, wird es noch schlimmer, weil die so etwas tatsächlich noch haben wollen! Ihr seht, kombiniert man mehrere unsere Punkte wird der Weihnachtsmarktausflug immer desaströser.

#08 Musik
Musik liegt uns ja besonders am Herzen. Auch wenn ihr es nicht glauben wollt, hören wir sogar noch in unserer Freizeit Musik. Wir wollen aber gute Musik. Verlässt man da die egoFM-Frequenzen das eigene Zuhause mal für einen Weihnachtsmarktausflug kann es schon mal vorkommen, dass da ein Kinderchor singt. Laut. Und ziemlich lang. Schlimmer kann es einen nur erwischen, wenn die Schulband des benachbarten Gymnasiums mal ihr Können unter Beweis stellen darf. Oder es in deinem Stadtviertel einen Bandcontest gab und die Gewinner auf einer nicht vorhandenen Bühne, zwischen dem Reiberdatschi-Stand und den Duftkerzen eine 8-minütige Coverversion von „Seven Nation Army“ zum Besten gibt. Na, fröhliche Weihnachten!


Was nervt euch sonst noch so auf Weihnachtsmärkten? Los, ihr Weihnachts-Grinche, schreibt uns an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder auf Facebook.



Bildquelle: flickr | "Freiburger Weihnachtsmarkt" von Benediktv | cc by 2.0