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Mittwoch, 10. Dezember 2014, 11:00 Uhr

Liberté, Égalité et Sexualité

Großbritannien und der Porno

Gerade geht mal wieder ein #Aufschrei durch die Netzwelt: in Großbritannien treten nämlich neue Regeln in Kraft. Bezüglich Pornos.

Die neuen  Audiovisual Media Services Regulations 2014 sagen, dass von nun an die selben Regeln, die für den DVD-Verkauf im Sex-Shop herrschen, auch für online Videos-on-Demand gelten. In diesem Zuge ist ab sofort einiges in Großbritannien gesperrt. Was genau, steht in den Richtlinien des British Board of Film Censors (BBFC), wurde aber auch nochmal vom Independent zusammengefasst. Wir zitieren. Nüchtern:
  • Spanking
  • Caning
  • Aggressive whipping
  • Penetration by any object "associated with violence"
  • Physical or verbal abuse (regardless of if consensual)
  • Urolagnia (known as "water sports")
  • Role-playing as non-adults
  • Physical restraint
  • Humiliation
  • Female ejaculation
  • Strangulation
  • Facesitting
  • Fisting
Die letzten drei Punkte seien laut dem BBFC lebensgefährlich. Pornos mit diesen Praktiken dürfen in Großbritannien weder produziert, noch per VoD angeboten werden.

Mit diesen Richtlinien stellen sich einige Fragen:

#01 Wie stellt sich das BBFC denn verkaufbare Sexfilmchen vor? Blümchensex?
#02 Wie konkurrenzfähig wird der britische Porno mit diesen Restriktionen sein?
#03 Wann melden sich die ersten Feministinnen zu Wort? Warum ist weibliche Ejakulation bäh, männliche aber okay?
#04 Macht es überhaupt Sinn, auf das Internet die gleichen Regeln zu legen, wie auf den physischen Verkauf? Denn wenn man sich im Internet wirklich sehr, sehr dringend etwas anschauen will, kann man das für gewöhnlich auch. 
#05
Würde Großbritannien den Porno generell gerne abschaffen?

Die Briten sind wegen der neuen Richtlinien auf jeden Fall nicht amused. Denn wer darf sich herausnehmen, bestimmte Fetische als unseriös zu bestimmen. Davon ausgegangen, dass Dinge wie Sadomaso einvernehmlich von beiden Seiten passieren?

Es ist es auch viel weniger die Tatsache, dass man nun nicht mehr die liebsten Facesitting-Pornos schauen kann, worüber man sich aufregt. Es liegt vielmehr daran, dass jemand sagt, was guter und was böser Sex ist. Ist denn nicht streng gesehen jeder Geschlechtsverkehr, der nicht der reinen Vermehrung gilt, im urchristlichen Sinne unmoralisch?

Doch eigentlich steckt vielmehr hinter diesem #Aufschrei als die Trauer um Pornos. Nämlich die Zensur und die Einschränkung der Netzfreiheit.

Wohin soll das führen?