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Montag, 16. Februar 2015, 11:01 Uhr

Krankmelden ohne Attest

Arbeitnehmer sollen 5 Tage ohne Nachweis fehlen dürfen

Die meisten Chefs fordern ab dem dritten Tag ein Attest. Für die Ärzte bedeutet das einen enormen Mehraufwand, deswegen wollen Forscher nun die Fristen verändern.

Wenn man einen richtig fetten Schnupfen hat, hilft meistens nur: Abwarten, Tee trinken, und sich so weit es geht Schonen. Allerdings fordern viele Arbeitgeber schon nach wenigen Tagen ein ärztliches Attest. Also schleppt man sich, krank wie man ist, zum nächsten Arzt, steckt im Wartezimmer noch drei andere Patienten an, klagt dem Arzt sein Leid (Erkältung), bekommt die üblichen Tipps (viel Ruhe), holt sich seine Krankmeldung und schleppt sich wieder nach Hause ins Bett.

Für die Ärzte bedeutet dieser Attest-Run einen enormen Mehraufwand, durch den viel Zeit verloren geht. Zeit, die man eigentlich den "richtig" kranken Patienten widmen könnte. Deswegen will nun ein Forscherteam aus Magdeburg die Regeln zur Krankschreibung lockern. So sollen Arbeitnehmer sich bis zu eine Woche selbst krankmelden können, ohne ein Attest vorlegen zu müssen. Das würde zum einen die Hausärzte entlasten und zum anderen die Eigenverantwortung der Beschäftigten stärken, so der Leiter des Forscherteams gegenüber der Welt am Sonntag

Vor einem Anstieg der Fehltage müsse man sich dagegen nicht fürchten - das würde am Beispiel Norwegens deutlich, wo bereits eine lockerere Regelung stattfindet. 

Ob der Vorschlag des Teams in Deutschland tatsächlich umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Der CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn hat sich bereits aufgeschlossen für eine Reform geäußert. Ihm sei jeder Vorschlag willkommen, unnötige Arztbesuche zu reduzieren - solange sich dadurch nicht die Fehltage erhöhen.


Bildquelle: Day Ninety Seven - Got a cold | Yortw | Flickr cc by 2.0