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Dienstag, 31. März 2015, 11:00 Uhr

Grasrauchen in Indiana ist theoretisch legal

Wer anderen eine Grube gräbt...

Letzte Woche wurde der "Religious Freedom Restoration Act" unterzeichnet, der unter anderem Diskriminierung Homosexueller erlaubt. Damit wurde aber theoretisch auch das Grasrauchen legalisiert.

Da hat jemand mal wieder nicht ganz zu Ende gedacht und dieser jemand ist der Governor von Indiana, Mike Pence. Der von ihm unterzeichnete "Religious Freedom Restoration Act" soll dafür sorgen, dass jeder nach den Geboten seines Glaubens leben darf. Das klingt erstmal nicht schlecht, erlaubt christlichen Business- und Service-Kräften allerdings auch, Homosexuelle, Bisexuelle und Transgender öffentlich zu diskrimieren und ihnen den Dienst zu verweigern (obwohl wir bis heute bezweifeln, dass sowas auch nur ansatzweise in der Bibel steht). Wenn die Besitzer es so wollen, können sie so all jenen den Zutritt zu ihrem Lokal verbieten. Ganz schön bescheuert und hirnrissig, dieses Gesetz. Erst recht für einen Staat, der zumindest schon mal so fortschrittlich war, die Homo-Ehe zu legalisieren. Mike Pence sagte dazu in einem Statement:

The Constitution of the United States and the Indiana Constitution both provide strong recognition of the freedom of religion. But today, many people of faith feel their religious liberty is under attack by government action.
Doch das beste an der Geschichte kommt noch. Der "Religious Freedom Restoration Act" erlaubt nämlich nicht nur die Diskriminierung Homosexueller durch Christen, sondern unter anderem auch den Ureinwohnern Amerikas Peyote zu rauchen. Zudem wurde am selben Tag, an dem der Gesetzesentwurf unterschrieben wurde, auch die First Church of Cannabis offiziell anerkannt. Ergo dürfen die Anhänger dieser Kirche theoretisch ganz legal, ohne juristische Konsequenzen Gras rauchen - schließlich ist dies wesentlicher Bestandteil ihres Glaubens. Tja.

Der Gründer der Kirche, Bill Levin, postete dazu folgendes auf Facebook:

 

Folks.... I have GOOD NEWS. Together we will Pray as CANNATAERIANS.WELCOME TO MY CHURCH!THE FIRST CHURCH OF CANNABIS...

Posted by Bill Levin on Friday, 27 March 2015


Das erinnert ein kleines bisschen an das, was in Irland vor über zwei Wochen los war. Ecstasy, Ketamin, Meth: all das war für 48 Stunden in Irland wegen eines juristischen Malheurs legal.


Suchtberatung und Aufklärung über die Schädlichkeit von Drogen findet ihr auf drugcom.de, einem Portal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bzga.de.
 

Bildquelle: Flickr | Rafael Castillo | cc by 2.0