Entdeckt
heyarsch
Mittwoch, 24. Juni 2015, 11:00 Uhr

Gmail stellt die Undo Funktion vor

Das jetzt bitte auch für SMS!

Seit wir die ersten Nachrichten digital verschicken können, wünschen wir's uns, jetzt ist es da: die Undo, aka Anti-"Nein, nein, nein, OMG, was habe ich getan, nein, nein, nein, nicht senden, nein, nein, nein"-Funktion.

Nun kann man also dank Googlemail die Entscheidung, eine Mail abzuschicken, einfach widerrufen. Die Undo-Funktion muss in den Allgemeinen Einstellungen allerdings erst mal aktiviert werden, dabei kann man dann die Bedenkzeit sogar ganz nach Gefallen selbst auswählen: fünf, zehn, 20 oder 30 Sekunden.

Sechs Jahre lang soll es gebraucht haben, diese wahnsinnige Innovation zu programmieren. Was hat da so lange gedauert? Wir lehnen uns jetzt mal weit, ganz, ganz weit aus dem Fenster, aber eigentlich müsste es doch ziemlich simpel sein - Technik-Nerds, widersprecht uns an dieser Stelle bitte gerne. Aber theoretisch könnte doch der Anbieter Mails, die (vermeintlich) just abgeschickt wurden, erst mal noch auf dem eigenen Server behalten - fünf, zehn, 20 oder 30 Sekunden. Und erst, wenn keine Widerrufung kam, die Mail auf ihre und unwiderbringliche Reise durch den digitalen Orbit schicken. Das wäre natürlich nicht so förderlich für dringende Mails, die am besten zehn Sekunden früher noch abgeschickt werden. Aber mei, wenn der generell überstürzte Mensch das so will..

Dank der google'schen Innovation verspüren gerade viele das Bedürfnis, sowas wie "Heureka!" zu schreien. Nun scheint endlich ein Problem gelöst, das uns seit der Digitalisierung unserer Kommunikation belästigt. Kennt ja jeder: Man bekommt eine Mail, die möglicherweise etwas pampig geschrieben ist und irre Gefühle in uns aufbrodeln lässt. Natürlich fängt man sofort an zu schreiben, entgegen des altbekannten Ratschlages, lieber einen Brief zu schreiben, wenn man von kochenden Emotionen geleitet ist. Wir sind im Wahn, finden die übelsten Beschimpfungen ziemlich genial und drücken siegessicher auf den "Senden"-Button - und schämen uns prompt. "Nein, Shit, das habe ich jetzt nicht wirklich geschrieben, das war ja viel zu grob, oh nein, oh nein, oh nein, oh nein." Es ist ein Rätsel, warum das Bedauern mit dem Betätigen des Senden-Buttons einhergeht. Das sollte mal jemand untersuchen.

Wie dem auch sei. Unsere Euphorie sollten wir jedenfalls zurückhalten. Erstens: wer schreibt überhaupt noch private Mails? Für SMS und sonstige Messenger würde das viel mehr Sinn machen. Und außerdem: Den großen Schritt nach vorne machen wir ganz nüchtern betrachtet lediglich mit der Möglichkeit, einen Schritt zurück zu gehen.

Naja gut. Für die ein oder andere fehlerhaft verschickte Mail macht die Funktion durchaus Sinn, aber wie oft kommt das denn schon noch vor? Versehentlich Nachrichten verschicken wir doch lediglich nur noch aus dem Grund: "Er/ Sie/ Es meldet sich einfach nicht, ich schreiben ihm/ ihr jetzt einfach eine vermeintlich falsch verschickte SMS, die impliziert, dass ich gerade auch noch andere Kontakte pflege. Fuck off." Das sollten wir eh lassen, das ist nämlich recht lächerlich.

Und in den tatsächlich versehentlichen oder aus blinder Wut resultierenden Fällen gilt sowieso: