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Donnerstag, 22. August 2013, 00:00 Uhr

Die Brains hinter den Kulissen

Die Wissenschaftler, die hinter unseren Lieblingsserien stecken

Das Studium ist euch zu theoretisch? Die Schule langweilt? Weitermachen! Denn mit den Naturwissenschaften kommt ihr auch ins Fernsehen: Als beratende Scientists.
Mund-zu-Mund-Beatmung beherrschen, Methamphetamin kochen oder die Twister-Theorie erklären - in unseren Lieblingsserien steckt viel Wissenschaft. Damit das, was uns da vorgegaukelt wird, wenigstens nicht komplett erstunken und erlogen ist, haben die Serienmacher ihre eigenen "Science Advisors" eingestellt: Schlaue Köpfe, die sich um die Korrektheit der dargestellten Wissenschaften sorgen.

Hier zeigen wir Euch, wer die echten Brains hinter unseren Lieblings-Science-Serien sind…


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Scrubs

Bill Lawrence, Schöpfer von Scrubs, ist Fan der Geschichten seiner Mediziner-Freunde aus deren Assistenzarztzeit. Diese dienen als Grundlage für die Drehbücher rund um J.D., Turk, Elliot und Co. Und wer dient besser als medizinische Advisor, als diese Mediziner-Freunde selbst?

Dr. Jonathan Doris ist Vorlage der Hauptrolle und der „real J.D.“. Als Dank für seinen medizinischen Rat bei den Dreharbeiten benennt Lawrence die Hauptfigur nach ihm: John Dorian. Auch nach seiner Advisor-Kollegin Dr. Dolly Klock wird eine Ärztin in Scrubs benannt: die etwas durchgeknallte und doch so liebevolle Psychologin Molly Clock. Der dritte Mediziner im Bunde ist Dr. Jon Turk. Und Scrubs-Süchtlinge erkennen: Auch diesem Herren wird für seine Hilfe gedankt, indem J.D.s Schokobär nach ihm benannt wird: Dr. Chris Turk.





Der "echte J.D." läuft übrigens auch mal durchs Bild: In "Mein Finale“ (8. Staffel) ist er derjenige, der sich von J.D. mit einem lässigen „Adios!“ verabschiedet.

Bildquelle: Scrubs Wiki // Jon Doris und
Scrubs Wiki // Scrubs-cast-3-christa-miller-556227 1024 767


bigbangtheory
The Big Bang Theory

David Saltzberg ist der Kopf hinter der Erfolgsserie The Big Bang Theory. Dass uns Schrödingers Katze jetzt allen ein Begriff ist, haben wir auch ihm zu verdanken. Saltzberg ist Professor für Physik und Astronomie an der University of California und schreibt in die Leerzeilen, die ihm Chuck Lorre und Co mit dem Kommentar „Physik wird nachgeliefert“ freilassen. Auch die Kritzeleien an Sheldon's und Leonard's Boards stammen von diesem schlauen Kopf.

Der Vollblutphysiker ist nicht nur motiviert, die Wissenschaft im Fernsehen zumindest für alle, die davon Ahnung haben, richtigzustellen. Er schreibt dazu auch noch einen Blog, auf dem er die angesprochenen Theorien nochmals auseinandernimmt.

Sheldon’s grandiose Monologe über die Wunder der Natur sind nicht das Einzige, was Saltzberg zu verantworten hat. Er inspiriert die Schauspieler auch auf andere Weise. So gibt Leonard-Schauspieler Johnny Galecki zu, sich Wissenschaftler-Verhaltensweisen und Klamottenticks von ihm gestohlen zu haben.


Quelle: Serienjunkies

Bildquelle: The Big Bang Theory Wiki // Saltzberg am Set und The Big Bang Theory Wiki // 605


breakingbad brains
 Breaking Bad

Auch Drogen kochen soll gelernt sein. Dass in Breaking Bad kein Mist verzapft wird, ist unter anderem Aufgabe von Donna Nelson. Sie ist Science Advisor bei Breaking Bad und stellt sicher, dass das mit dem Crystal Meth so auch alles seine wissenschaftliche Richtigkeit hat.


Nelson ist neben dieser indirekten Fernsehkarriere Professorin für Organische Chemie an der University of Oklahoma. Dass sie jetzt für den Serien-Hit arbeitet, hat sie sich selbst zu verdanken. Nachdem sie ein Interview mit Vince Gilligan hörte, in dem dieser die Wichtigkeit der Wissenschaft in seiner Serie betonte und verriet, dass die Schreiberlinge von Breaking Bad durch Google und co versuchten, an das chemische Fachwissen zu gelangen, bewarb sie sich. Das Angebot für "chemische Hilfe" wurde angenommen und zack, jetzt stammen einige der Sätze, die Walter von sich gibt, aus ihrer Feder.

Erinnert ihr euch an die Schulstunde, in der Walter etwas von Alkanen erzählt? Auch die Skizzen an der Tafel sind das Werk der Akademikerin. Sie verrät zudem, dass man kein Meth kochen kann, wenn man Walter stur nachkocht. Die verschiedenen chemischen Rezepte, die es gibt, um Methamphetamin zu erhalten, werden in der Serie dafür extra schön vermischt. Ansonsten ist sie sehr empfindlich, was die Korrektheit der Chemie angeht: Wenn sie Wissenschaft falsch dargestellt sieht, dann ist das für sie wie „fingernails on the blackboard“.


Quelle: npr
Bildquelle: Wikipedia // Donna Nelson und Breaking Bad Wiki // 506

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 Lie to me

In Lie to me löst Dr. Cal Lightman Kriminal- und andere Problemfälle rund um Washington, D.C., indem er in den Gesichtern der Verdächtigen die Wahrheit liest. Dahinter steckt aber keine Magie, sondern pure Wissenschaft. Der menschliche Lügendetektor kann die (Un-)Wahrheit anhand der Mimik und Gestik der Personen erkennen. Er interpretiert dazu ihre „Mikro-Expressionen“, also das Zucken der Augenbraue oder ein kurzes Zusammenpressen der Lippen. Hinter dieser Kunst des Emotions-Lesens steckt ein bedeutender Psychologe, der die Serienmacher beim Schreiben tatkräftig unterstützt: Professor Paul Ekman.

Ekman entwickelte das FACS (Facial Action Coding System), mit dem Gesichtsausdrücke kodiert und damit auch entschlüsselt werden können. Ekman meint, dass nur 1% der Bevölkerung das Genie besitzen, ohne Training Mikro-Expressionen zu lesen- in der Serie ist Ria Torres ein solches Ausnahmetalent.

Ekman ist nicht nur Berater, er zerlegt jede Folge zudem auf Herz und Nieren in seinem  Blog: „The Truth About Lie to Me“


Quelle: Popular Mechanics

Bildquelle: Flickr // Buster Benson und Flickr // Wonderlane





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 Dr. House

Mit Gehstock und mürrischer Laune zieht Dr. Gregory House durch die Krankenhausflure des Princeton Plainsboro und schafft es dabei, die spannendsten medizinischen Rätsel zu lösen.

Hinter den Kulissen steht Dr. Lisa Sanders, Internistin aus Yale und großer House-Fan. Seit dem Start von „House MD“ 2004 hilft sie, medizinisches richtig darzustellen und schlägt den Drehbuch-Schreibern spannende Fälle vor, die der Griesgram lösen könnte. Es kommt nicht selten vor, dass sie Mails von House-Writern bekommt, in denen sie gefragt wird, was einem 26-jährigen Undercover-Cop denn passieren könnte.

Ihre eigene Geschichte ist dabei mindestens so besonders wie die von House: Ihren Abschluss machte Sanders nämlich zuerst in Englisch, gewann dann einen Emmy als Broadcast Journalistin und wurde erst mit 41 Doktorin.

Bei aller Liebe zur Serie ist sie dennoch manchmal etwas unzufrieden mit dem, was letztendlich herauskommt: "I recall one where this boy is depicted as having a rash in his mouth that they were calling ‘bacterial vaginosis,' That's a total violation of language. You can't get that disease in your mouth. I wrote a long e-mail to the producer and he wrote back to say, ‘Yeah, but it's funnier my way.' It made me crazy. But, of course, he was right: His way was funnier."


Quelle und Quote: Yale News
Quelle: House Wiki // Gregory_House und House Wiki // DrHouseStaffel5Besetzung


Bildquelle Titelbild: Flickr // zhouxuan12345678