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staright
Montag, 24. August 2015, 00:00 Uhr

Straight Outta Compton

N.W.A. Biopic startet im Kino

An diesem Donnerstag startet "Straight Outta Compton" in den deutschen Kinos. Die egoFM Musikredaktion durfte sich den Film schon vorher ansehen und fährt seitdem in Lowridern zur Arbeit.

Filme über Rapper sind ja immer irgendwie vorhersehbar. Sie hangeln sich mehr oder weniger grob am mehr oder weniger echten Leben des Protagonisten entlang, der natürlich von Anfang an unser guter Held ist, der allen bösen Einwirkungen zum Trotz seinen Weg in den Olymp findet.

Natürlich liefen auch viele Biographien so oder so ähnlich ab, Hip Hop ist und war eben ein Genre, dass oft die Straßen der weniger glamourösen Bezirken der großen Metropolen vertritt. So war es bei 8 Mile und so war es bei Get Rich Or Die Tryin'. Und so ist es natürlich auch bei Straight Outta Compton, dem Film über die legendäre Rap-Crew aus dem berühmtesten Ghetto der Musikgeschichte, Compton in South Central Los Angeles.

Die Story ist ja einigermaßen bekannt und wenig überraschend: Dr. Dre, MC Ren, DJ Yella, Eazy-E und Ice Cube, fünf befreundete Jugendliche, machen ihrem Ärger über alltäglichen Rassismus, gewalttätige Polizeiübergriffe und schwierige Lebensumstände in der ihnen am naheliegendsten Art Luft: durch Musik. Sie schließen sich zu N.W.A. zusammen und scheißen von nun an berufsmäßig auf Polizisten und Co.



Zu Beginn werden die drei Hauptcharaktere vorgestellt: Eazy, der kleinkriminelle Gangster, der seinen Lebensunterhalt mit Dealen erhustelt, Dr. Dre, der mit DJ Yella als World Class Wreckin' Cru in Clubs Soulplatten auflegt und Ice Cube, damals noch auf der High School, der im Schulbus Texte schreibt.

Über die Musik finden sie endgültig zueinander, um eine der einflussreichsten Rapgangs in der Geschichte zu werden. Schnell machen sie sich in Los Angeles einen Namen, nach dem Album Straight Outta Compton eskaliert der Erfolg der Jungs allerdings.

Durch den Geniestreich, einen Unterlassungsbrief des FBI für Promozwecke zu veröffentlichen, wird Straight Outta Compton und explizit "Fuck The Police" zum Welterfolg. Danach nimmt das Schicksal seinen Lauf. Pussy, Money, Weed, innere Streitereien wegen Vertragsfragen, Trennung, Disstracks, Selbstständigkeit, schließlich die (zu) späte Aussöhnung und der traurige Tod Eazy-Es.

All das könnte man auch in einem Wikipedia-Eintrag nachlesen. Der zweistündige Kinobesuch lohnt sich dennoch viel mehr. Von Anfang ist man mit den Jungs im Ghetto, erlebt mit, wie irrational brutal Polizisten gegen die schwarze Jugend vorgehen und zudem Bandenkriege das Viertel spalten. Wie die echten Vorbilder (sie hatten auch Coaching von den Echten) scratchen, rappen und performen sich die Film-Dres, -Cubes und -Eazys sich von kleinen Soul-Clubs in Compton hoch bis in ausverkaufte Konzerthallen in Oakland, Chicago, New Orleans…

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Sie nehmen uns mit ins Studio, in den Kreativprozess des Schaffens, in Hotelzimmer, wo es an Frauen, Drogen und Waffen nicht mangelt - eine tolle Plansequenz und wahrscheinlich eine der besten Szenen des Films. Was bis heute im Hip Hop normal und wichtig ist, wurde damals etabliert. Sie cruisen mit uns in Lowridern durch ihre Hood. Die Schlitten sind eh mit das Beste im Film. Sie zeigen uns den ganzen Wahnsinn, der sie damals umgab und nehmen uns am Ende mit an Eazy-Es Sterbebett, in dem er 1995 den Folgen von Aids erlag. Zugegeben, die Szene, in der ganz Compton Kerzen in den Himmel streckt ist schon ein bisschen kitschig, aber hey – Eazy war ein Superstar und für Falco wurde bestimmt das gleiche gemacht.

Toll ist, dass all diese Figuren auch ihre Bühne bekommen. Suge Knight, Tupac und Snoop Dogg. Nicht die Echten, aber perfekte Abbildungen. Ice Cube wird übrigens von seinem leiblichen Sohn, O'Shea Jackson Jr. gespielt.

Straight Outta Collage

Das wichtigste und beste am Film ist aber natürlich die Musik. Jeder, ob er in seinem Leben schon mal Hip Hop gehört hat, freut sich über N.W.A. Klassiker wie "Boyz-N-The-Hood", "Fuck The Police" und "Express Yourself", über Cubes "No Vaseline" und über "Nuthin' But A G-Thang" bis hin zu "California Love" - alles dabei.



Die Realness verliert "Straight Outta Compton" aber nie, zumal der Film auf dem realsten aller Pflaster entstand – in Compton selbst. Der Film wird zwar nicht unbedingt Frieden und Wohlstand in Compton schaffen, aber er wird Aufmerksamkeit in die leider immer noch nicht abgeklungene Rassismusproblematik in den USA lenken. Viel mehr als das wird er uns aber durch die pure Unterhaltung geben, die wir erleben. Der Film macht Spaß. Von Anfang bis Ende. Punkt Und der absolute Bonus ist, dass wir ihm ein letztes Dr. Dre Album zu verdanken haben, das ihr nach Sehen des Films auf jeden Fall hören wollt. Funktioniert aber genauso gut auch andersrum.

Doch den ganzen Text einmal runtergebrochen: Der Film kann was, ihr solltet ihn euch auf jeden Fall anschauen. Und weil wir so um euer Wohl besorgt sind, schicken wir euch zu den Premieren in den egoStädten Regensburg, Würzburg, Augsburg und München. Ein ganzes Fan-Package gibt's oben drauf! Dafür müsst ihr heute lediglich den ganzen Tag egoFM hören (hey, nicht das Schlimmste, was euch heute passieren könnte).

Während ihr uns den ganzen Tag zuhört empfehlen wir, dass ihr euch euer eigenes Filmplakat/Meme bastelt. Mit dem >> Straight Outta Somewhere-Generator <<