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Freitag, 16. Oktober 2015, 00:00 Uhr

Munich Welcome Theater: Open Border Kongress

Interview mit Matthias Lilienthal

Mit dieser Saison startet offiziell die Intendanz von Matthias Lilienthal an den Münchner Kammerspielen. Sein erstes großes Projekt ist der Open Border Kongress, der dieses Wochenende stattfindet. Was er damit bezwecken will und überhaupt so vor hat, haben wir ihn persönlich gefragt.

Dass das Leben und aktuelle Problematiken fast ungefiltert im Theater integriert werden, ist nichts neues. Nehmen wir nur mal die Aufführungen der Berliner Theatergruppe Rimini Protokoll oder das Theaterregie-Mastermind Schlingensief, der mit seinem Ausländer Raus! bereits 2008 in Wien die Flüchtlingsthematik aufgegriffen hat. Doch nun kommt mit Matthias Lilienthal endlich ein kleiner Theaterquerulant nach München - jemand, der das Theater anders anpackt, es näher zu den Menschen bringt und es für alle öffnet. Er verknüpft Alltagsproblematiken mit Kunst, das beste Beispiel wären hier gleich einmal die Shabby Shabby Apartments: Als Lilienthal in die Stadt kam, wurde er auf die fast hoffnungslose Lage auf dem Münchner Wohnungsmarkt aufmerksam. Das Wohnen sei hier so teuer, weil es nicht genug Wohnraum gibt - Quatsch. Man muss nur kreativ sein und sich neuen Raum und neue Arten des Wohnens schaffen. Deswegen hat er in Zusammenarbeit mit dem Berliner Raumlabor in der ganzen Stadt alternative Apartments aufgestellt. Ein Schlachtschiff steht beispielsweise am Gärtnerplatz, die anderen könnt ihr euch HIER anschauen.

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Open Border Kongress
Mit seinem ersten großen Projekt, dem Open Border Kongress, geht Lilienthal die Flüchtlingskrise an. Ab Freitag, den 16. Oktober, finden drei Tage lang Diskussionen, Vorträge, Performances, Konzerte und Workshops in den Münchner Kammerspielen statt und jeder ist willkommen, dabei zu sein, mit zu diskutieren, die Herausforderung zu begreifen, an Lösungen zu arbeiten und an gemeinsamen Aktivitäten teilzunehmen wie etwa zu kochen. Auch die Münchenr Sozialgenossenschaft Bellevue di Monaco wird mit einem Vortrag am Start sein. Allerdings gab es auch bezüglich des Open Border Kongresses wieder Skeptiker. Gerade so ein Programmpunkt wie "Internationale Schlepper & Schleuser Tagung" sorgte für große Empörung - hauptsächlich Seitens der CSU. Dabei geht es in der Tagung nicht um die Entkriminalisierung von illegalen Schleppern, im Gegenteil. Es geht eher darum, Möglichkeiten zu besprechen, die keine Menschenleben kosten. Dabei wird auch die Geschichte Deutschlands noch einmal aufgegriffen, immerhin gab es auch hierzulande zu Zeiten der DDR wahnsinnig viele Schleuser, die sogar als Helden gefeiert wurden.

Das komplette Programm vom Open Border Kongress findet ihr ►HIER. Den Spielplan der Kammerspiele gibt es ►DORT.

Das Tagesticket für den Open Border Kongress kostet regulär 20 Euro, ermäßigt 15 Euro, die Eintrittskarte für alle drei Tage kostet 50 Euro und ermäßigt 35 Euro. Der Eintritt für Flüchtlinge ist frei.

Interview: Matthias Lilienthal
Wir haben uns mit Matthias Lilienthal ein bisschen unterhalten - über den Open Border Kongress und auch sein weiteres Vorhaben und München.


Auf den Punkt gebracht - worum geht's Ihnen beim Open Border Kongress?



Worum geht es bei der Internationalen Schlepper und Schleuser Tagung?



Richtet sich der Open Border Kongress dann direkt gegen die Politik?



Sind Projekte wie der OBK eine gute, beziehungsweise schnelle Lösung für die Langsamkeit des Theaters?



Was sagen Sie dazu, dass ihr Projekt, die Shabby Shabby Apartments, durch die Asylpolitik einen ganz anderen Beigeschmack bekommen haben?



Was tun Sie persönlich für Flüchtlinge?



Was wollen Sie neben Flüchtlingsproblematik noch angehen?



Sie legen ja schon sehr großen Wert auf politische Themen - wie sieht für Sie das utopische Theater aus, wie soll es wirken, was soll es bezwecken?



Im Voraus haben Sie angekündigt, dass sie die Münchner Kammerspiele etwas musikalischer machen wollen - mehr Konzerte, zum Beispiel. Wer organisiert das Ganze?



Was hatten Sie eigentlich für Vorurteile, bevor Sie nach München gekommen sind?



Und wie war die Arbeit an den Münchner Kammerspielen bisher sonst so?



Bildquelle: Münchner Kammerspiele | Munich Welcome Theater