Entdeckt
Kiron_flickr
Freitag, 13. November 2015, 08:55 Uhr

Die Kiron University

Hochschulbildung für Geflüchtete

Für viele Flüchtlinge ist der Weg zu Universitäten versperrt. Sei es durch Sprachbarrieren, fehlende Unterlagen oder ganz einfach Zulassungen. Die Kiron University mit Hauptsitz in Berlin versucht das zu ändern.

Kiron open higher education - ist eine Plattform, die Flüchtlingen den Zugang zu Hochschulbildung ermöglichen soll. Die Vision von Initiator Markus Kreßler und seinem Team ist Wirklichkeit geworden, als im Oktober knapp 1000 Studenten ihr Studium an der Kiron University begonnen haben. Die Kiron University in Berlin bietet Flüchtlingen ein Studium auf Englisch an - mit kostenlosen Online-Kursen. Gut 50 Ehrenamtliche machen im Kernteam mit.



Das aktuelle Konzept für die Kiron-Studenten sieht erst einmal einen 2-jährigen Online-Kurs vor. Die Studenten bekommen die Kurse von Partneruniversitäten, wie beispielsweise der Harvard Universität als Video oder Stream und müssen sich dann selbstständig durchboxen. Nach dem abgeschlossen Grundstudium können die Studenten an eine der Partnerunis wechseln, um dort einen regulär anerkannten Bachelor zu erwerben.

Ihre Unterlagen müssen die Flüchtlinge erst nachreichen, wenn sie sich an den Partner-Unis regulär einschreiben.

sagt Julia Mehr, Gründerin des Münchner Standorts. Flüchtlinge können im Normalfall nur an deutschen Universitäten studieren, wenn sie gut genug deutsch sprechen und die nötigen Papiere vorlegen können. Die Dokumente sind aber oftmals auf der Flucht verloren gegangen oder die vorhandenen Abschlüsse werden in Deutschland nicht so einfach anerkannt. Hieraus resultieren lange Wartezeiten für Flüchtlinge.

Im Moment kann man an der Kiron Online-Universität die Fächer Informatik, Ingenieurwesen, BWL, Architektur und Kulturwissenschaften studieren. Die Kurse werden auf Englisch mit arabischen Untertiteln angeboten und für Studenten, die keinen PC haben, wird auch ein gebrauchtes Gerät samt Internetstick bereitgestellt.

Dies alles soll durch eine Crowdfunding –Kampagne finanziert werden, um laufende Kosten zu decken. Aber das erste Etappenziel ist schon mal erreicht. Um noch mehr Flüchtlingen die Chance auf Bildung zu geben, läuft die Kampagne noch eine Zeit und Spendenhelfer dürfen natürlich gerne helfen.

Bildquelle: flickr / "Pôle Art, Société, Civilisation" von Bibliotheque des Camps cc. by 2.0