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Montag, 04. Januar 2016, 14:00 Uhr

Festivalverbot in und um Sydney?

Nach erneuten Drogenopfern wird diskutiert

Sollten Festivalveranstalter über den Gebrauch von Drogen auf ihrem Gelände mit Argusaugen wachen? Oder ist jeder für sich selbst verantwortlich? Australiens Premierminister hat auf jeden Fall genug und fasst nun ein eventuelles Festivalverbot ins Auge.

Nachdem wiederholt Festivalbesucher wegen Drogenkonsums ins Krankehaus eingeliefert wurden, diskutiert Mike Baird (Premierminister von New South Wales) über ein Festivalverbot in und um Sydney - oder zumindest verschärfte Auflagen. Der aktuelle Aufhänger Baids Begehren ist eine 23-Jährige, die beim Field Day an Silvester wegen einer vermeintlichen Überdosis von MDMA ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Genug sei genug, findet der Premierminister, und will deswegen die Veranstalter in Verantwortung nehmen:

Individuals need to take responsibility for their actions, but so do the organisers of these festivals .
So sollten laut Baid Drogentest-Stationen, wie es sie beispielsweise auf dem Amsterdam Dance Event gibt, obligatorisch sein. Zudem sollten an den Eingängen von Festivals spezielle Screening-Points errichtet werden, in denen die Besucher genauer untersucht werden, und auch außerhalb des Festivals sollte mithilfe von Drogenspürhunden strenger kontrolliert werden.
Unterstützung findet Baid beim Polizeiminister von New South Wales, Tony Grant. Der ist ebenfalls dafür, dass Festivals zukünftig gecancelt werden können sollten, wenn sich die Veranstalter an jede Auflagen nicht halten. Gegenwind bekommen beide jedoch widerum vom Vorsitzenden der australischen Grünen, Richard Di Natale. Der betont, dass Drogenverbote noch nie davon abgehalten hätten, welche zu nehmen. Stattdessen erklärt er auf seiner Facebook-Seite:

The Australian Greens will be seeking input from experts, doctors, law enforcement and the community about how we can better approach drug use in our community.
Auch der Sänger von The Presets, Kim Moyes, hat mit Baids Idee ein Problem, wie auch er auf Facebook schrieb:

Threatening to shut down NSW music festivals and blaming the organizers for the choices of the attendees? Nuts.
Es ist doch schlichtweg tatsächlich so, wie Richard Di Natale sagt: Tabuisierungen haben Menschen noch nie davon abgehalten, verbotenes zu begehen. Es sollte in erster Linie nicht darum gehen, Drogen weiter zu kriminalisieren, sondern darum dafür zu sorgen, dass kein gemischter Mist mehr rumkursiert - weder auf Festivals, noch sonst wo. Da würden die Teststationen schon einen guten Beitrag zu leisten.


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