Entdeckt
KristinaAlexanderson_fl
Mittwoch, 27. Januar 2016, 07:50 Uhr

Safer Surfen

Sicherer im Internet

Wenn es draußen glatt ist, lassen wir das Auto stehen. Beim Sex benutzen wir Kondome. Nur im Internet ist uns Sicherheit noch immer egal - oder man hat eben keinen Plan. Wir haben euch einfache Tipps für mehr Datenschutz beim Surfen zusammengestellt.

Keine Fehlerberichte senden

Gerade hat man noch wild getippt und geklickt und schon ist das Programm abgestürzt. Danach meistens auf dem Bildschirm: Eine freundliche Entschuldigung für diesen absolut seltenen, harmlosen Ausnahmefehler und die Frage „Wollen Sie einen Fehlerbericht senden?“. Das hilft zwar den Entwicklern weiter, doch so ein Fehlerbericht überträgt auch eine Menge Informationen über euren Computer, euer Nutzungsverhalten und zum Teil auch euren Internetanschluss. Manchmal sogar unverschlüsselt. Wer also sicher unterwegs sein will, sollte die Frage mit NEIN beantworten.

Tipp
: Die gleiche Frage nach dem Fehler-/Diagnosebericht stellt euch euer Smartphone, wenn ihr es einrichtet. Antwortet da auch lieber mit Nein.


Geheime Suchmaschine nutzen

Mehr als 94 % aller Suchanfragen in Deutschland beantwortet Google – und speichert jede einzelne davon ab. Inklusive Standort, von dem sie gestellt wurde. Es gibt zwar eine Menge Google-Alternativen wie beispielsweise DuckDuckGo. Aber die Ergebnisse von Google sind uns doch vertrauter und kommen uns besser vor.
Das niederländische Unternehmen Startpage kennt das Problem und googelt einfach für uns. Was auch immer ihr auf startpage.com eingebt, wird verschlüsselt an das Unternehmen übertragen. Von dort wird die Suchanfrage an Google gestellt und die Ergebnisse werden wieder verschlüsselt an euch übertragen. So denkt Google, dass all eure schlüpfrigen Anfragen von diesem einen Unternehmen gestellt werden.



Voreingestelltes Router Passwort ändern

Router umdrehen, Passwort abtippen und schon geht das WLAN. Das ist zwar schnell, aber leider bestehen diese Standardkennwörter nur aus Zahlen und sind alles andere als sicher. Ein sicheres Passwort sollte mindestens Zahlen sowie Klein- und Großbuchstaben enthalten – am besten noch Sonderzeichen.
Macht euch also mal schlau, wie ihr das Kennwort bei eurem Router ändert. Es sind meist nur wenige Klicks.


Über Proxyserver surfen

Das klingt erst einmal kompliziert und war es früher auch einmal.megaproxy Doch dank Seiten wie Megaproxy wird es immer leichter. Die Seite ist quasi ein Browser im Browser. Einfach Megaproxy öffnen, gewünschte Seite eintippen und anonym öffnen. Aber aufgepasst: Viele Videos laden nicht und auch manche Seite wird nicht richtig dargestellt. Das Surfen hierüber ist also eher keine Dauerlösung.


Sichere Cloud-Anbieter nutzen

Cloud-Speicher sind sooooo praktisch. Egal wo, egal ob auf Laptop oder Handy: die gespeicherten Fotos, Videos und Dokumente sind immer abrufbar. Doch spätestens seitdem Kim Kardashians Fotos gehackt wurden, wissen wir, dass Clouddienste gar nicht so sicher sind. Die großen Anbieter verschlüsseln die Übertragung nämlich nicht ausreichend.  Es gibt aber sichere und kostenlose Alternativen – wie TeamDrive.

Noch ein Tipp:
Wenn ihr bei Dropbox und Co. bleiben wollt: Schaltet wenigstens den automatischen Fotoimport aus. Denn braucht ihr wirklich jedes peinliche Selfie? So wird es bei einem Hack nicht ganz so peinlich.

BackboneCampaign fl
Bildquelle: flickr | "Rolling Rebellion Sparks in Seattle to Defend Internet & Stop the TPP" von Backbone Campaign | cc by 2.0



Messaging-Alternativen ausprobieren

So richtig durchsetzen können sie sich leider immer noch nicht: Messaging-Alternativen. Dabei gibt es inzwischen viele kostenlose Anbieter wie zum Beispiel Telegram, die die Nachrichten verschlüsselt übertragen und inzwischen auch alle anderen Zusatzfunktionen wie Videos, Audionachrichten oder PC-Programme bieten. Ihr müsst einfach konsequent all eure Freunde einladen. Irgendwann werden sie es einsehen.


E-Mail sicher verschicken

Posteo bietet E-Mailpostfächer an, die so klingen, als kämen sie aus einer besseren Welt. Alle Mails werden verschlüsselt, viel Platz für große Anhänge, Server werden nur mit Ökostrom betrieben und Werbemails gibt es auch keine. Das ist klingt alles verlockend und ist es auch. Einziger, kleiner "Haken": Das Paket kostet 1 € pro Monat.

Bildquelle: flickr | “I Love Internet“ von Kristina Alexanderson | cc by 2.0