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Donnerstag, 17. März 2016, 06:00 Uhr

Stuttgarter Flüchtlingshilfe

„Da ist sonst niemand“

Sogar Deichkind unterstützten schon den Verein „Balkan Route Stuttgart“. Bianca, Steffen und Serkan stecken hinter dem Projekt und helfen in Europa ankommenden Flüchtlingen. Diesen Samstag starten sie zum dritten Mal.

Angefangen hat alles 2011 auf einer WG-Party. Als Steffen und Serkan sich damals kennenlernten, konnten sie nicht ahnen, dass sie vier Jahre später gemeinsam in Idomeni stehen würden, einem kleinen griechischen Dorf nahe der mazedonischen Grenze, um ankommenden Flüchtlingen zu helfen. Es war ihr erster komplett selbstorganisierter Hilfstrip. Die Idee dazu kam den beiden letztes Jahr spontan bei einem Bier.
Diesen Samstag brechen sie erneut auf – mittlerweile zur dritten Hilfsaktion. Diesmal geht es in die Türkei nach Izmir. Statt Steffen fliegt Bianca mit, die seit dem zweiten Trip fest zum Team der „Balkan Route Stuttgart“ gehört. Ihr gemeinsames Ziel: Flüchtlinge mit dem notwendigsten zu versorgen und den Einheimischen unter die Arme zu greifen.

Die beiden vergangenen Einsätze haben ihnen gezeigt wie wichtig die Hilfe von freiwilligen Helfern ist. Denn von offizieller Seite sah man in Griechenland keine Unterstützung. Stattdessen sind vor allem Einheimische unermüdlich im Einsatz und versorgen die neuankommenden Menschenmassen.

Wir merken, dass die Kraft vor Ort langsam ausgeht. Die brauchen die Unterstützung. Bianca, Balkan Route Stuttgart

Bei ihrem letzten Trip auf die griechische Insel Chios waren die drei besonders von dem Zustand der in Booten ankommenden Flüchtlinge schockiert. Viele von ihnen hatten seit mehreren Tagen nichts gegessen oder getrunken. Deswegen beschlossen die Stuttgarter diesmal auf türkischer Seite zu starten, wo viele Flüchtlinge übers Meer versuchen nach Europa zu kommen.

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Da sich die aktuelle politische Situation ständig ändert, haben sie diesen Trip etwas anders geplant. Wenn sie Samstag in den Flieger steigen, haben sie keine Sachspenden dabei, sondern werden mit Geld nach Izmir fliegen, um vor Ort zu schauen, wie sie am besten helfen können. 
Diesmal werden sie zusätzlich von drei weiteren Freiwilligen unterstützt. Hannah, Steffi und Phil fliegen mit in die Türkei. Auch diesmal wird der Einsatz wieder rund 10 Tage dauern und die Helfer an ihre Grenzen bringen. Aber selbst nach 20 Stunden-Schichten, erzählt Serkan, habe man vor Ort keine Lust sich zu erholen, sondern will helfen.

► Wenn ihr die „Balkan Route Stuttgart“ noch kurzfristig unterstützen wollt, klickt am besten auf ihre Facebookseite.

Bildquelle: Balkan Route Stuttgart