Entdeckt
Knöllchen
Donnerstag, 12. Mai 2016, 15:15 Uhr

Der erste Roboter Anwalt der Welt

Auf Wiedersehen, Knöllchen!

Schon wieder einen Strafzettel bekommen, den ihr so nicht akzeptieren wollt? Anwalt (natürlich) zu teuer? Wie gut, dass es einen kostenlosen Roboter gibt, der sich darum kümmert.

Dem Brite Joshua Browder geht es in erster Linie um Gerechtigkeit. Er konnte keinen Grund sehen und es vor allem nicht verstehen, wieso nervige Knöllchen dauernd unter seinem Scheibenwischer klemmten. Einen Anwalt anzuheuern, der die Sache klären könnte, wäre für die kleine Summe viel zu teuer.
Aber trotzdem passierte es immer wieder und Joshua hatte die Schnauze voll - fühlte sich ungerecht behandelt. So kam ihm eine großartige Idee.

Obwohl Joshua in die Schule musste, nahm er sich die Zeit und programmierte die Website "do not pay.co.uk", die bei Einsprüchen gegen Parkbescheide hilft. Der automatisierte Online-Anwalt kann nämlich ausfindig machen, ob der Strafzettel überhaupt rechtskräftig ist. Seit dem letzten Jahr mussten die Behörden 44% der Strafzettel wieder zurücknehmen, denn der Roboter- Anwalt hat jedes Mal einen Widerspruch entdeckt und so konnten sich die Nutzer bisher schon knapp 4 Millionen Dollar sparen. Wir sind nur ein wenig sauer, dass wir davon jetzt erst Wind bekommen.

Etwas sauer auf den Online-Roboter sind natürlich auch Anwälte. Immerhin will sich keiner mehr in Sachen "Knöllchen, die man eigentlich nicht verdient hat" helfen lassen. Das führte schon dazu, dass Joshua Angebote von mehreren Millionen Pfund bekommen hat - die er allerdings ablehnte. Denn das ist nicht das Ziel seiner Website. Der Online- Anwalt soll einfach nur allen helfen sich wehren zu können, ohne dass er dadurch Millionär werden muss.

JoshuaBrowder
Bildquelle: facebook | Joshua Browder

Nach diesem wirklich grandiosen Werk hat der Kerl aber noch nicht genug: Joshua Browder arbeitet inzwischen schon angeregt an einem neuen Projekt.
Nachdem er gesehen hat, wie vielen Menschen er dadurch helfen konnte, möchte er nun auch vielen Flüchtlingen helfen. Er möchte, dass die Website lernt, Asylanträge für Flüchtlinge in Großbritannien zu stellen. Klingt erstmal nicht so spektakulär, ist aber wirklich eine ganz schöne Herausforderung, denn das Programm muss gut übersetzen können. Vom Arabischen ins Englische.

Hach, alles so wunderbar gute Nachrichten, die wir jetzt aber leider mit einer etwas schlechten kaputt machen müssen:
Bisher gibt es die Knöllchen-Gerechtigkeits-Website nur in New York und Großbritannien, aber die Chancen stehen gut, dass wir uns auch bald in Deutschland darüber freuen dürfen. Hoffentlich.


Bildquelle: Flickr | "20050725-strafzettel-large" von Rene Schwietzke | cc by 2.0