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Montag, 22. August 2016, 06:00 Uhr

Strandlektüre: "Förster, mein Förster" von Frank Goosen

Lässige Lebenskrise

Ein überraschender Hamsterfund, ein Kumpel mit Eheproblemen, eine Nachbarin mit Saxophon, die erfolgreichen Jahre als Autor schon hinter sich – Roland Förster wird bald fünfzig. Zeit für einen Trip an die Ostsee und vielleicht mal ein Dosenbier.

Roland Förster, von allen nur beim Nachnamen genannt, war mal erfolgreicher Autor. Jetzt ist er bald ein halbes Jahrhundert alt, hat eine Schaffenskrise und sehnt sich ein wenig nach heiler Welt. Alles, was früher mal wild und rebellisch war, ist jetzt ein bisschen albern. Pfandflaschen von Eisenbahnbrücken schmeißen zum Beispiel. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass das Leben nichts mehr zu bieten hätte. Schließlich gibt es entlaufene Hamster zu finden, Betrunkene auf dem Friedhof zu beobachten, alten Freunde beim Streiten beizuwohnen und greise Nachbarinnen an die Ostsee zu fahren.

Seine Hauptfigur hat Frank Goosen mitten in den Alltag geschickt. Nicht in den Wer-hat-hier-Altpapier-in-den-Restmüll-geschmissen-Alltag, sondern in den Für-welche-Dinge-schlägt-mein-Herz-Alltag. Und während man Förster dabei begleitet, wie er ein nachtaktives Nagetier, einen Ex-Polizisten in Badehöschen und eine senile Saxophonspielerin in sein Leben lässt, wünscht man sich ein bisschen, dass man dabei sein darf. Denn Förster ist irgendwie schwer in Ordnung.

Frank Goosen hat für zehnseiten.de aus „Förster, mein Förster“ vorgelesen:



Es sind lauter kleine Dinge, die einen beim Lesen von „Forster, mein Förster“ von einer Seite zur nächsten tragen. Manchmal gibt’s dabei auch ein paar ernstere Momente, aber die bunte Truppe, die sich am Ende zusammen auf den Weg macht, um an die Ostsee zu fahren, ist mit genug Kampfgeist und Spontaneität gesegnet, um aus dem Buch eine ziemlich lässige Geschichte zu machen.

Erschienen ist „Förster, mein Förster“ bei Kiepenheuer&Witsch.

9783462048926 10  Frank Goosen
  Förster, mein Förster
  336 Seiten
  ISBN: 978-3-462-04892-6




















Das Buch gibt es hier.

Bildrechte Buchcover: © Kiepenheuer&Witsch
Bildquelle Titelbild (Bild bearbeitet): Flickr |Chal Moos:"Hammock relaxation"| cc by 2.0