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Freitag, 26. August 2016, 06:00 Uhr

Strandlektüre: "Am Ende bleiben die Zedern" von Pierre Jarawan

Suche im Libanon

Samirs Eltern sind während des Bürgerkriegs im Libanon nach Deutschland geflüchtet. Hier wollen sie für sich und ihre Kinder ein neues Leben aufbauen. Doch eines Tages verschwindet Samirs Vater spurlos.

Die ersten Jahre wächst Samir in einer Unterkunft für Asylbewerber auf. Mit seiner Freundin Yasmin durchstreift er die Flure und errät die Herkunftsländer der Bewohner anhand der Kochgerüche. Später ziehen die Familien der beiden weiter in eine Siedlung, in der hauptsächlich Araber wohnen. Alles scheint perfekt, bis Samirs Vater anfängt, Anrufe zu bekommen. Er wird immer unruhiger, hört auf, seinem Sohn fantastische Abenteuergeschichten zu erzählen, und schließlich verschwindet er, ohne eine Spur zu hinterlassen.

Zwanzig Jahre später fliegt Samir nach Beirut. Er ist verlobt, hat ein ganz neues Leben vor sich. Aber immer noch kann er nicht von der Vergangenheit loslassen. Und so versucht er, das Rätsel zu lösen, warum sein Vater ihn damals verlassen hat. Alles, was er hat, ist der Name seiner Großmutter, die im Libanon zurückgeblieben ist.

Pierre Jarawan hat einen Roman geschrieben, der seine Figur auf die schwierige Suche nach den eigenen Wurzeln schickt. Samir ist weder in Deutschland noch im Libanon wirklich zu Hause, alles, was er hat, sind die verwegenen Geschichten des Abu Youssef, die sein Vater für ihn erfunden hat. Und jetzt muss er sein eigenes Abenteuer antreten, um endlich die Geheimnisse der Vergangenheit ans Licht zu bringen und bei sich selbst ankommen zu können.

Für zehnseiten.de hat Pierre Jarawan vorgelesen, wie Samir seinen Vater erlebt, kurz bevor er plötzlich verschwindet:



„Am Ende bleiben die Zedern“ ist nicht nur die berührende Geschichte eines jungen Mannes, der seinen Vater sucht. Es ist auch ein Einblick in ein Aufwachsen zwischen den Kulturen, ein Exkurs in den libanesischen Bürgerkrieg und eine kleine Heldenreise, in der sich die Hauptfigur seinen Ängsten stellen muss und dabei ein ganz neues Leben entdeckt. Pierre Jarawan hat einen Roman geschrieben, durch den der Wind arabischer Märchen weht, ohne die Wurzeln in der Realität zu verlieren.

Erschienen ist „Am Ende bleiben die Zedern“ im Berlin Verlag.

96b896b64d  Pierre Jarawan
  Am Ende bleiben die Zedern

  448 Seiten
  ISBN 978-3-8270-1302-6


















Das Buch gibt es hier.

Bildrechte Buchcover: © Berlin Verlag
Bildquelle Titelbild (Bild bearbeitet): Flickr |Chal Moos:"Hammock relaxation"| cc by 2.0