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Donnerstag, 07. Juli 2016, 08:35 Uhr

Weniger Müll

Was sich in Schweden, San Francisco und Kamikatsu tut

Unserem deutschen Klischee entsprechend, sind wir vorbildliche Mülltrenner. Es gibt dennoch einige Städte weltweit, die uns noch einiges voraus haben. Wir haben für euch einen Blick in die Welt geworfen.



Hinsichtlich der enormen Umweltbelastung heutzutage findet in vielen Ländern und Städten ein Umdenken zu mehr Umweltbewusstsein statt. Die Einstellung dazu ist das eine, doch das Handeln und die Umsetzung ist was ganz anderes. Deshalb hatten wir für euch im April zum Thema Nachhaltigkeit und Fair Fashion eine Themenwoche gemacht. Sehr interessant - auch für die Redaktion - und hat uns definitv zum Nachdenken angeregt. In anderen Ländern auf der ganzen Welt denken Menschen ebenfalls über das Thema nach. Klar! Und einige kluge Ideen zum nachhaltigen Handeln zeigen wir euch hier.


The Ocean Cleanup 
 
Vor ein paar Wochen wurde der Prototyp des "Ocean Cleanup" in einer Länge von 23km an der niederländischen Küste installiert. Eine geniale Erfindung mit einer Art Filtersystem, die den Ozean von Tonnen von Müll, insbesondere von Plastik befreien soll. Der 20-jährige Boyan Slat aus den Niederlanden hatte schon im jungen Alter die Idee dieser ultimativen Methode, die jetzt endlich in die Tat umgesetzt wurde.




Müll trennen in 34 Tonnen
So trennen beispielsweise die Bewohner der japanischen Kleinstadt Kamikatsu ihren Müll nicht in vier bis fünf Kategorien, sondern in 34! Fast 80 Prozent des Mülls werden dort recycelt. Schon bald soll es dort gar keinen unrecycelten Müll mehr geben. Zudem erbauten sie eine eigene Recyclingfabrik, die aus alten Klamotten Teddybären, Tragetaschen oder Pullover produzieren. Äußerst vorbildlich, Japan.



Müllimport aus Nachbarländern
Sehr umweltfreundlich zeigt sich auch Borås in Schweden. 96 Prozent des Mülls werden zur Energiegewinnung genutzt oder recycelt. Mit ihrem Null-Müll-Projekt produzieren sie kaum noch Müll. So wenig, dass die Schweden sogar Müll aus Teilen Europas importieren. In den vergangenen Jahren importierten sie rund 800.000 Tonnen Müll vor allem aus Norwegen, Großbritannien, Irland und Italien. Denn Müll werden die anderen gerne umsonst los und die schlauen Schweden gewinnen damit günstiger Energie. KLUK. Zwar kosten neuartige Anlagen zur Müllverbrennung enorm viel Geld, aber eine Investition, die den CO2-Fußabdruck verringert, ist eine Investition in die Zukunft.


Müllfrei in San Francisco

San Francisco ließ sich vom Schweden Vorbild inspirieren und möchte bis 2020 die erste Müll-freie Gemeinde den USA werden. Lokale Startups und Mülltrennung sind erste Schritte zu einer besseren Müllpolitik. Wie sie genau vorgehen wollen und wie das binnen 4 Jahren klappen kann, ist aber nicht ganz klar.

Man kann sehr froh darüber sein, dass sich etwas tut in der Welt. Der hohe Plastikverbrauch durch Verpackungen macht das Recycling dennoch zu einer schweren Zukunftsaufgabe. Recycling ist gut, Alternativen für den Plastikverbrauch besser. In einem sehr ausführlichen Artikel während der egoFM Nachhaltigkeitswoche haben wir bereits über den Plastikverbrauch und die verschiedenen Vermeidungsmöglichkeiten berichtet.

Also, lasst uns weiterhin vorbildlich Müll trennen, Plastik vermeiden und über Alternativen nachdenken, um uns auch in diesem Bereich mit dem Titel des Weltmeisters schmücken zu können...

Bildquelle: Flickr | Müll _ Max Braun by cc 2.0