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News von felipe ferreira_flickr
Freitag, 22. Juli 2016, 08:00 Uhr

Gute Nachrichten ganz ohne Gewalt

...höchstens Klapszeilen

Es passiert viel Schlimmes in der Welt. Aber nicht nur. Deshalb haben wir heute ein paar bunte Meldungen zur allgemeinen Erbauung zusammengetragen.

Wir befinden uns im Juli des Jahres 2016 n.Chr, auch in den Nachrichtenredaktionen Bayerns bricht die sommerliche Dürre herein, da bleibt oft nur noch Zeit für die wichtigsten Meldungen. Und die sind dieser Tage meist unerfreulich bis erschütternd. Alle Meldungen? Nicht ganz. Eine von unbeugsamen Galliern bevölkerte Redaktion hört nicht auf, nach guten Nachrichten zu kramen. Und die gibt es. Also hier: Gute Nachrichten aus Flora, Fauna und Menschenwelt.

Kompostierbare Hobbit-Kulisse

Da wäre zum Beispiel die schöne Geschichte des Castelul de Lut Valea Zanelor oder auch: Lehmschloss im Feental. Kein Ergebnis unseres Spaßbegriff-Generators und auch nichts, was wir uns selbst ausgedacht haben. So haben Razvan und Gabriela Vasile das Haus getauft, das sie in den letzten zwei Jahren gemeinsam mit einem Architekten in einem kleinen rumänischen Dorf gebaut haben. Es besteht nur aus Stroh, Lehm, Holz und Sand. Sieht atemberaubend putzig aus… und wird wahrscheinlich heillos überrannt, wenn erst mal der Betrieb des Hotels und des Bio-Restaurants darin aufgenommen wird. Bis ihr euch im echten Gästebuch verewigen könnt, steht euch die Facebook-Seite offen.

collage castle
Bildquellen Collage: facebook | Castelul de Lut


Ford verbaut jetzt offiziell Müll in Motoren


Wenn ein Autohersteller und ein Tequilaproduzent zusammenarbeiten, könnte man zunächst denken, dass davon höchstens die Airbagindustrie profitiert. Nicht so in diesem Fall: Autobauer Ford hat sich zum Business Talk mit dem Tequilaproduzenten Jose Cuervo an den Tisch gesetzt. Die Schnapsidee lautet folgendermaßen: Anstatt die Agavenfasern, die bei der Tequilaproduktion übrig bleiben, als Dünger für noch mehr Agaven zu verwenden, könnten man sie auch in Bioplastik umwandeln und dann in verschiedene Autoteile einbauen. Verhandlungen und Materialtests wurden in Gang gesetzt. Weit sind wir also bestimmt nicht mehr weg von Autos, deren Abgas nach Blumen duftet.

collage agave
Bildquellen Collage: flickr | Agave von Davin Quigley | cc by 2.0 / flickr | Agave von Amante Darmanin | cc by 2.0


Hummeraktion

Kommen wir zur Tierwelt: In Kanada wurden vor einigen Tagen über 270kg lebende Hummer in die Freiheit entlassen. Um Vegetarismus ging es dabei nicht, es waren buddhistische Mönche, die den Tieren in einer rituellen Zeremonie die Freiheit zurückgaben. Vorher waren sie durch alle Hummerläden der Stadt gezogen, um so viele todgeweihte Krustentiere wie möglich zu erwerben. Woher die in Askese lebenden Mönche das Geld hatten, weiß man nicht so genau. Wollen wir auch gar nicht – wir freuen uns einfach mal mit den Zehnfußkrebsen über ihre buddhistische Wiedergeburt.

collage lobster
Bildquelle Collage: flickr | Lobster von Timothy Krause | cc by 2.0


Die Möglichkeit eines Singvogels

Haare auf den Zähnen, Haare in den Ohren, Haare überall, außer auf dem Kopf. So sehen wir vermutlich aus, wenn wir erst mal die 80 überschritten haben. Gut so! Denn die Haare in den Ohren sorgen dafür, dass wir akustisch alles mitbekommen. Naja, Haarzellen eigentlich. Und die erholen sich beim Menschen, im Gegensatz zu Singvögeln, nicht. Was kaputt ist, ist kaputt und deshalb können wir im Beisein von Oma Erna ungestört und ungehört darüber plaudern, dass ihr Gebiss schief sitzt – noch. Denn es könnte durchaus sein, dass die Wissenschaft es eines Tages ermöglicht, dem Menschen ebenfalls regenerationsfähige Haarzellen zu schenken. Bei Oma Erna müssen wir dann ein bisschen aufpassen, aber Muttis Argument „Du ruinierst dir die Ohren“ bei zu lauter Musik zieht dann definitiv nicht mehr!


Bildquelle Titelbild: flickr | News von felipe ferreira | cc by 2.0