Entdeckt
prof2
Dienstag, 26. Juli 2016, 06:30 Uhr

Skurrile Studien

Fragen, die die Welt bedeuten

Täglich machen Forscher unvorstellbare Entdeckungen z.B. von Hygienefragen getriebene, masturbierende Borstenhörnchen oder warum Mann neben Mann nicht pinkeln kann.

„Ich kann nicht wenn du neben mir stehst“

Viele Menschen, so auch der Autor des Artikels, kennen folgendes Problem: Wenn man in guter Gesellschaft ein paar Bierchen gekippt hat, klopft irgendwann zwangsweise die Natur an die Tür. Am Pissoir angekommen, stehen meistens bereits mehrere Leidensgenossen aneinandergereiht vor der Keramik. Aus vergangenen Ausflügen zur Toilette sind sich viele Männer ihrer „schüchternen Blase“ bewusst und stehen dann unter Druck. Und das gleich in zweifacher Hinsicht. Jetzt zählt's, weil man ja auch nicht unverrichteter Dinge zur bereits wartenden, frischgezapften Halben zurückkehren will. Man merkt schnell, dass man ja gerne würde, aber dass es in dieser kleinen „Pinkelrunde“ nicht so recht laufen will. Dieses Phänomen nennt sich Paruresis und betrifft ca. eine Millionen Männer in der Bundesrepublik.

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Bildquelle: flickr | "NMG-Oktoberfest-009" von Mahmut by cc 2.0

Im Jahr 1976 wurde diese Sozialphobie von einer Gruppe Wissenschaftler untersucht. Und siehe da, der Zusammenhang zwischen der Blockade und den „Nebenpieslern“ wurde einwandfrei erwiesen. Um die Paruresie nachzuweisen, versteckte sich übrigens einer der Forscher mit einem Periskop auf einer öffentlichen Toilette und stellte zudem fest, dass auch im Durschnitt weniger Urin abgelassen wurde. Vielleicht kann man jetzt in Zukunft seine Nebenmänner mit diesem interessanten Funfact in ein Gespräch verwickeln, so dass man aus lauter Klugscheißerei anfängt zu pinkeln.


„Leg dein Blatt mal mehr in die Mitte!“

Jeder von uns hat in seinem Leben schon einmal eine Prüfung vor der Brust gehabt und war bei dieser vielleicht nicht ganz so optimal vorbereitet. Blöde Situation, keine Frage. Ganz ohne Kampf will man sich seinem Schicksal ja auch nicht ergeben. Wenn man dann auch noch bemerkt, dass sein Banknachbar die Fragen scheinbar spielerisch beantworten kann, wird man ja quasi zum Spicken gezwungen.

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Bildquelle: flickr | "unibrennt-07" von Neo_II by cc 2.0

Allerdings sollte man das, laut einer kanadischen Studie, nicht allzu oft machen. Denn Forscher haben herausgefunden, dass Studenten die während Prüfungen häufig bei anderen abschreiben, mit höherer Wahrscheinlichkeit psychopathische Störungen aufweisen. Demnach soll das vermehrte Spicken Hand in Hand mit Selbstüberschätzung und asozialem Verhalten gehen. Bei der nächsten Prüfung kann man ja jetzt selber entscheiden, ob man mit wehenden Fahnen untergeht, oder schon mal einen Termin beim Psychiater ausmacht.



„Ich mache das nicht zum Spaß, sondern rein aus Hygienegründen“

Lasst uns aber jetzt noch einen Blick in die Tierwelt werfen. Auch dort wurden natürlich absurde und witzige Erkenntnisse gewonnen. Zum Beispiel über das Masturbationsverhalten des Südafrikanischen Borstenhörnchens. Ja, sie tun es. Oft. Sogar so oft, dass sich Forscher eigens mit diesem Verhalten beschäftigt haben. Anfangs wurde vermutet, dass sie es aus sexueller Frustration machen. Liegt ja auch irgendwie nahe, dennoch steckt mehr dahinter. In Wirklichkeit ist es lediglich eine spaßigere Methode seinen Genitalbereich zu reinigen.

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Bildquelle: flickr |Daniel Stark "Es gibt keinen objektiven Grund für die Annahme, dass menschliche Interessen wichtiger seien als tierliche.(Bertrand Russell) by cc 2.0

Zudem muss man bedenken, dass es die Weibchen in ihrer Brunst mit übertrieben vielen Männchen krachen lassen. Indem die männlichen Borstenhörnchen nach dem vollzogenen Geschlechtsakt masturbieren, bedeutet das erstens, dass die Schlawiner eine wahnsinnige Ausdauer besitzen und zweitens, dass sie sich vor Infektionen schützen. Durch das Masturbieren verringert sich die Chance, sich mit einer sexuell übertragbaren Krankheit anzustecken. Die Hörnchen sind also weniger horny als hygienisch.


„Ich bin zu faul um aufzustehen – was nun?“

Kommen wir zu unseren flugunfähigen Freunden aus der Antarktis. Manche Pinguinarten haben sich über Jahrtausende hinweg eine ganz clevere Taktik angeeignet. Diese erlaubt ihnen ihr Geschäft zu verrichten, ohne das Nest zu verlassen und ohne dieses zu verschmutzen. Man kann also noch sehr viel von den niedlichen kleinen Vögeln lernen, denn für diese schier paradiesische Methode müssten wir erst noch ein paar Jahrhunderte trainieren. Sie schießen ihre Fäkalien quasi 40 cm weit und sparen sich damit den Weg aus ihrer Komfortzone. Jetzt wurde ermittelt, wie viel Kraft ein Pinguin für dieses Geschoss aufbringen muss. Um euch nicht länger auf die Folter zu spannen, die Antwort sind bis zu 60 kPa.

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Bildquelle: flickr | "deception island" von Christopher Michel by cc 2.0

Täglich werden Studien dieser Art veröffentlicht und liefern neben weltbewegenden Ergebnissen auch eine Menge Grund zum Schmunzeln. Wer sich schon einmal gefragt hat, wie rutschig Bananenschalen wirklich sind, erfährt auch diese Antwort. Der Friktionskoeffizient ist übrigens 0,07 - weshalb Wissenschaftler die Schalen als „etwas rutschig“ klassifizieren.