Entdeckt
forscher
Donnerstag, 28. Juli 2016, 11:00 Uhr

Eiswasser hilft der Forschung

Ice Bucket Challenge hilft NEK1 zu identifizieren

Erinnert ihr euch noch an die nervigen Posts von Freunden und Prominenten, die sich in FB Videos einen Eimer mit Eiswasser über den Kopf geschüttet haben? Die Spenden haben nun tatsächlich zu einem Durchbruch in der ALS-Forschung beigetragen.


„Das ist doch Blödsinn“ sagten sie, „Das bringt doch eh nichts“. Alles falsch. Knapp zwei Jahre ist es her, da machte die Ice Bucket Challenge die Runde durch die sozialen Netzwerke. Sogar hochrangige Politiker und Multimilliardäre beteiligten sich an der, zum Teil, witzigen Kampagne. Im Gedächtnis ist sicher auch das Video mit Charly Sheen geblieben, der sich statt dem Wasser gleich einen Eimer mit 10.000 Dollar über den Kopf entleerte.



Aber viele Menschen waren skeptisch. Zum einen, weil sie überhaupt nicht wussten, was ALS für eine Krankheit ist. Zum anderen, weil sie nicht glauben konnten, dass die Spenden ordnungsgemäß an die ALS-Association in Washington gelangen. Jetzt stellt sich heraus, dass das Konzept der Ice Bucket Challenge tatsächlich aufgegangen ist und enorme Fortschritte in der Forschung zur Nervenkrankheit erzielt wurden. Nicht zuletzt aufgrund der Spenden.

 Was ist denn ALS überhaupt?
Amyotrophische Lateralsklerose
ist eine Erkrankung des motorischen Nervensystems und ist durch eine fortschreitende muskuläre Schwäche der Skelettmuskulatur charakterisiert. Sprich: Die Nervenzellen, die für Muskelbewegungen verantwortlich sind, werden irreversibel geschädigt. Sprach- und Schluckstörungen, sowie Einschränkungen in Gang und Koordination sind Folgen der gelähmten Muskeln. Der Tod tritt meistens zwischen zwei bis fünf Jahren nach der Diagnose ein. Die Krankheit gilt als nicht heilbar und die Ursache als unklar.


Forschergemeinschaft hat das Gen NEK1 entdeckt
Um also Gelder für die Forschung zu sammeln, kippten sich die Leute eiskaltes Wasser übers Haupt, spendeten und nominierten weitere Mitstreiter. Wie sich nun herausstellte, war das gar nicht so großer Quatsch, wie viele gedacht haben. Das Geld kam an und nicht nur das. Es half Forschern in den USA das Gen NEK1 zu identifizieren. Das Gen gilt als einer der Hauptauslöser der Krankheit. Jetzt können neue Therapieansätze ausgearbeitet werden, die helfen sollen die Krankheit einzudämmen.

(...) through ALS Ice Bucket Challenge donations, have identified a new ALS gene, NEK1, which now ranks among the most common genes that contribute to the disease (...)

Hier gibt's mehr Infos.



Schön, wenn sich aus viralen FB Aktionen dann doch mal etwas Sinnvolles entspinnt.Gratulation! Die Ice Bucket Challenge hat zum ersten Mal richtig Aufmerksamkeit für diese schwere Erkrankung gezogen. Viele Patienten profitieren alleine schon von der Tatsache, dass ihre Erkankung von ihren Mitmenschen besser verstanden wird. 

Wir haben mit der verantwortlichen Wissenschaftlerin der Forschungsgruppe für Motoneuronerkrankungen Dr. med. Sonja Schönecker gesprochen:




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