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Freitag, 16. September 2016, 00:00 Uhr

Drunk Purchases

Online Shopping - Der Feind eines jeden Betrunkenen

Das Internet hält schon genug Fallen parat. Wenn man aber unter Alkoholeinfluss steht, kann aus einer witzigen Idee schnell schreckliche Gewissheit werden. Und warum denkt man gerade dann an Nicolas Cage Bettzeug?

14:30 Uhr: Werde langsam wach und versuche die Puzzlestücke der letzten Nacht in meinem Kopf einigermaßen passend zusammenzufügen. Natürlich gilt der erste Blick meinem Geldbeutel, der glücklicherweise auf dem Nachttisch neben meinem Bett liegt und immerhin nicht in irgendeinem U-Bahn-Abteil verloren gegangen ist. Selbstverständlich sucht man vergeblich nach irgendwelchen Geldscheinen. Höchstens ein paar Münzen haben im Scheinfach überlebt.

Kennt jeder. Wenn man jetzt aber noch Besitzer eines Online Shopping-Accounts ist, geht die Spurensuche erst so richtig los. Da wird hackenstramm die Geldkarte aus dem Portemonnaie gekramt.

Wir haben für euch die fünf schönsten Onlinekäufe von Betrunkenen aufgelistet. Aber nicht, dass ihr auf dumme Ideen kommt. Obwohl es Quatschartikel gibt, die man zwar nicht unbedingt braucht, die aber nüchtern leider nie den Weg in den Warenkorb finden würden.


#1 Betrunkener kauft Bus für 33.000 Euro
Wenn man mit seinen engsten Freunden an einem feuchtfröhlichen Abend die letzten Schritte ins Delirium gemeinsam geht, kommen dabei normalerweise immer Weltideen für mindestens mehrere Millionen Euro heraus. Oder es kommt zumindest einer der Freunde auf DEN Masterplan, den alle zusammen in ferner Zukunft in die Tat umsetzten können.

Diesen einen Plan hatte scheinbar der Brite Davie Little, der zu später Stunde beim Partymachen auf Ibiza kurzerhand einen Bus für 28.500 Pfund erstand. Als er seinen - doch etwas übertriebenen - Kauf bemerkte, fiel ihm auf, dass er noch nicht einmal einen Führerschein besitzt und versuchte den Reisebus sofort mit ordentlichem Galgenhumor per Facebook weiterzuverkaufen.

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Bildquelle: facebook | Davie Little



#2 Unverzichtbare Nicolas Cage Fanartikel
Es gibt Sätze im Leben eines jeden Menschen, die nie gesagt werden würden. Zumindest nicht nüchtern. Beispiele hierfür wären: „Dieses IKEA-Regal unterstreicht voll meine Individualität“, oder „Ey, war Nicolas Cage wieder gut in seinem letzten Film – wirklich oscarverdächtig“. Aber ganz ohne die beiden kann man scheinbar doch nicht leben. Beides kauft man (oder irgendjemand...) in sämtlichen Variationen, um sein Eigenheim zu verschönern. Bei letzterem wird das allerdings nur in den seltensten Fällen ohne Alkoholeinfluss getan. Hoffentlich.

So wurden bereits lebensgroße Standbilder des Schauspielers, Handyhüllen, die ihn als Mona Lisa zeigen oder Kleidung, gespickt mit seinem Gesicht, gekauft. Unser Highlight: Bettwäsche mit vertrauenswürdigem Nicolas Cage-Gesichtsprint. Ein Alptraum wird wahr. Man wird nie wieder ruhig schlafen können. Wer sich diese Gegenstände allerdings mit vollem Bewusstsein kauft, hat Probleme, die selbst Alkohol nicht lösen könnte.


#3 Lebensmittel in absurden Mengen
Wie muss man sich das vorstellen? Man sitzt betrunken zuhause, hat nichts mehr zu essen und die Lieferdienste liefern erst in 15 Minuten wieder. Man hat aber jetzt Hunger. Also, sofort. Um seinen Kopf irgendwie zu beruhigen, bestellt man dann einfach drei Kartons mit thailändischer Chilisoße, acht Boxen Frühstücksflakes oder über fünf Kilo Käse.

Es wird sogar noch absurder, wenn man zu allem Überfluss auch noch praktizierender Christ ist und schon am Samstagabend weiß, dass man es am Sonntag nicht in die Kirche schafft. Denn dann wird auch gerne einmal eine Packung mit 1.000 Hostien online bestellt. Wie dicht man hingegen sein muss, um einen einzelnen Teebeutel aus Japan zu bestellen, können wohl nur die wenigsten beantworten.


#4 Einmal Paris, bitte
Schon im Jahr 2013 wurde der Brite Luke Harding zum Twitterstar, weil er nach einer wilden Partynacht in Manchester plötzlich auf der Toilette des Pariser Flughafens Charles de Gaulle aufwachte. Immerhin konnte er sich relativ sicher sein, dass er sein Auto hat stehen lassen.

An den Flug konnte er sich jedenfalls nicht mehr erinnern, aber dafür schickte er am nächsten Tag ein paar schöne „Urlaubsbilder“ in die Heimat. Gefallen hat es ihm aber scheinbar nicht wirklich, denn es war ihm zu kalt und die Menschen haben ihn nicht verstanden. Vielleicht war es aber auch nur der Kater, der ihm zu schaffen machte.


#5 Superheldenzubehör
Manchmal kann man aber auch echt stolz auf sein betrunkenes Ich sein. Das kümmert sich immerhin noch um den Fall der Fälle. Was macht man denn zum Beispiel, wenn Schurken und Ganoven ihr Unwesen in deinem Viertel treiben und du KEINE Batman-Wurfsterne zur Hand hast. Ja, noch nicht einmal einen Anker? So schlecht ausgerüstet ist noch niemand auf Verbrecherjagd gegangen, was einem aber auch nur betrunken wie Schuppen von den Augen fällt.



Titelbildquelle: flickr | "Credit Card" von Thomas Kohler | cc by 2.0