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Montag, 30. Januar 2017, 11:00 Uhr

Mit Socken und Skateboards die Meere retten

Tschüss, Fischernetze!

Zahllose alte Fischernetze und massenweise Plastik liegen aktuell am Meeresboden und zerstören dort den Lebensraum. Mit dem Kauf ganz bestimmter Socken, Schuhe oder auch Skateboards könnt ihr helfen, dass dagegen vorgegangen wird.

In den Ozeanen unserer Erde hat sich in den letzten Jahren ein ziemlich schlimmes Problem breitgemacht: moderne Fischernetze verrotten nicht mehr, denn diese sind aus Nylon hergestellt. Leider werden diese Fischernetze aber nach Beenden ihres Dienstes nicht mehr aus dem Wasser entfernt, sondern einfach am Meeresboden zurückgelassen (obwohl das international verboten ist). Schlimm für den Meeresgrund und schlimm für alle Lebewesen, die dort beheimatet sind - wie Robben, Schildkröten und Fische.

Aber zum Glück gibt es sehr viele Menschen, die Hirn und Herz haben, und sich genau darum kümmern - und das Problem zu Socken, Sonnenbrillen, Bikinis oder Skateboards machen.

SockenEs ist bekanntlich eines der größten Mysterien der Menschheit: wohin verschwinden unsere Socken? Ständig fehlt uns einer und hin und wieder gehen sogar ganze Paare abhanden. Immer wieder müssen die also nachgekauft werden. Und wisst ihr was? In Zukunft könnt ihr mit genau so einem Kauf unsere Meere retten.

Denn die Niederländer der Initiative Healthy Seas haben sich da was wirklich zauberhaftes überlegt. Healthy Seas hat es sich mithilfe freiwilliger Taucher zur Aufgabe gemacht, verwaiste Netze zu finden und aus dem Wasser zu fischen.



Doch damit nicht genug. Nylon ist nämlich ein extrem ökologischer Stoff, der sehr oft wiederverwendet werden kann, ohne dass er an Qualität verliert. Somit war klar, dass die Netze nach deren Bergung nicht einfach weggeworfen werden, sondern einen neuen Sinn bekommen. Und was fällt da selbstverständlich als erstes ein? Socken. Was sonst.

Unter dem Namen Star Socks kann man nun Socken, die aus den sogenannten Geisternetzen bestehen, in Supermärkten kaufen und so dazu beitragen, dass auch weiterhin die Ozeane gereinigt werden.
Doch das ist nicht alles: auch mit Schmuckherstellern oder Bademode-Designern arbeiten Healthy Seas zusammen.

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Bildquellen: healthyseas

SchuheSo. Nachdem wir jetzt wunderbare, ökologisch wertvolle und noch dazu echt hübsche Söckchen an unseren Füßen tragen, müssen noch die passenden Schuhe her. Und die kriegen wir ebenfalls aus Fischernetzen! Denn tatsächlich hat sich adidas schon im vorherigen Jahr an Laufschuhe aus Fischernetzen gesetzt und möchte das auch 2017 weiterführen - ja, sogar noch mehr Sneaker aus Ozeanabfall entstehen lassen. Eric Liedtke, Executive-Aufsichtsratmitglied der adidas-Gruppe sagt dazu: 

Wir werden 2017 eine Million Schuhpaare aus Parley-Ozeanplastik herstellen – und unser oberstes Ziel ist es, fabrikneues Plastik komplett aus der Wertschöpfungskette zu verbannen.

Klingt gut, oder? Hat aber auch seinen Preis, denn billig werden die Schuhe wohl nicht werden. Außerdem muss man verdammt flott sein, denn die letzten Exemplare waren ziemlich schnell weg.

Wer nicht so der Sneaker-Typ ist: auch Timberland hat eine Kampagne zum Plastik-Recyclen gestartet. Damit werden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen, denn die Plastikflaschen werden in Haiti von Einheimischen gesammelt. Die Insel wird also nicht nur vom Müll entlastet - über 1.500 Leute bekommen durch die Aktion auch Jobs und für euch gibt's schöne, umweltfreundliche Produkte. Die Kollektion beinhaltet nämlich nicht nur Schuhe, sondern auch Klamotten und Taschen.

Skateboards & SonnenbrillenSchuhe und Socken sind also mit gutem Gewissen gekauft - für das perfekte Outfit brauchen wir jetzt aber noch eine Sonnenbrille. Und: selbstverständlich ein Skateboard, welches ganz klar ebenfalls aus alten Fischernetzen gefertigt wurde.

Mit dieser Kunst beschäftigen sich die Leute von bureo, die mittlerweile schon 15719,19 m² Fischernetze recycelt haben. Wie sie das machen? Haben sie mal dargestellt:

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Bildquelle: bureo.co


Okay, ist sehr vereinfacht. Komplizierter, aber auch genauer, könnt ihr das hier sehen:


150 Dollar muss man zwar mindestens für so ein Teil hinblättern. Allerdings weiß man dann, dass man den Meeresbewohnern einen großen Gefallen getan hat. Und man hat ein ziemlich fancy Board. Oder eben eine Sonnenbrille, denn auch dafür haben bureo alle Skills.


Bildquelle: bureo.co