Entdeckt
State
Freitag, 28. Oktober 2016, 00:00 Uhr

STATE Festival 2016

Macht schlau, macht Spaß

Ihr hängt zwar oft an der Uni ab, aber auf dem ganz tiefen Grund im Tümpel der Wissenschaft trifft man euch eher selten an? Auf dem STATE Festival in Berlin findet ihr den Weg dorthin, ohne es zu merken. Und seid fasziniert, wen und was ihr dort alles finden könnt!

„Guuuuuuuuuuuten Morgen, liebe Studierenden, herzlich willkommen zum zweiten Teil unserer Vorlesung mit dem Titel „experimentalpsychologische, neurologische und digitale Methoden für biometrische Datenerhebung zur..." - TOCK - noch bevor der erste Hauptsatz beendet ist, fällt der Kopf zum ersten Mal auf die Tischplatte, wo er wahrscheinlich sabbernd und im Tiefschlaf die nächsten 90 Minuten verbringen wird. Liegt es an der Luft? Am Licht oder am Teppichboden? Irgendwas haben Hörsäle und andere Vortragssituationen an sich, was schlaffördernd wirkt. Und machen wir uns nichts vor: Ob das Thema tatsächlich total fad ist oder eigentlich doch ganz interessant, das spielt dabei nicht wirklich eine Rolle.

Schade! Um nicht zu sagen, Verschwendung! Das dachte sich zumindest Dr. Christian Rauch: Zwischen einem großen Angebot an Wissenschaft für Kids und schwer verdaulichen, akademischen Veranstaltungen für echte Fachmänner und –frauen klafft eine Lücke:



Deshalb findet auch dieses Jahr das STATE Festival statt und zwar vom 03. bis 05. November in Berlin. Das Thema dieses Jahr: STATE of Emotion – The Sentimental Machine. Kurz gesagt (soweit das möglich ist), es geht um künstliche Intelligenz und künstliche Emotion, um die Schnittmenge zwischen Mensch und Maschine. Eine Wissenschaftsveranstaltung auch für Laien. Aber kein Science Slam: Die Vorträge und Diskussionen graben tief in der Materie, das Ziel ist nicht die Unterhaltung. Den Spaßfaktor leiht sich das Festival bei popkulturellen Events wie zum Beispiel Musikfestivals. Man findet also Gemeinsamkeiten wie: Tanzflächen, Musik, Smartphones, Fast Food. Der große Unterschied: Statt verschwitzt und erholungsbedürftig kommt man ein ganzes Stück schlauer nach Hause. Und das Konzept geht auf:



Film, Ausstellung, Workshop, Vortrag

… so könnte also die Evolution eurer Neugierde aussehen. Zum Beispiel könnt ihr zum Einstieg in „The Happy Film“ den österreichischen Designer Stefan Sagmeister dabei beobachten, wie er anstatt Plattencover für die Stones oder Jay-Z seinen eigenen emotionalen Zustand designt. Oder es zumindest versucht.



Oder ihr bestaunt Rose-Lynn Fishers Fotografieausstellung „Topography of Tears“: Elektromikroskopbilder verschiedener Tränen. Im Beispiel von links nach rechts: Trauertränen, Zwiebeltränen, Lachtränen.

collage tears
© Rose-Lynn Fisher 2013 courtesy Rose-Lynn Fisher and Craig Krull Gallery


Dann werdet ihr aktiv: Wie wär’s mit dem „Smell Me, Smell You“-Workshop? Ein bisschen Aerobic zur Schweißproduktion unter fachmännischer Anleitung, dann haltet ihr euren eigenen vollgeschwitzten Schnipsel Stoff in den Händen, der mit den anderen Proben der Gruppe ausgestellt wird. Ihr dürft euch einmal durchschnüffeln und dann? „A simple algorithm will provide you with a best match; the rest is up to you.“

Das STATE Team nimmt euch an die Hand, und plötzlich findet ihr euch mitten in einem Thema wieder, für das sonst zwischen zwei U-Bahnen oder bei einem Mittagspausenschokoriegel keine geistige Energie übrig ist. Um uns herum Mathematiker, Informatiker, Kognitivwissenschaftler, Neurologen, Soziologen…aber auch: Komponisten, Schriftsteller, Philosophen, Designer. Ada Lovelace (1815-1852) – „the Grand Mama of the Sentimental Machine“. Poppy Robot, Tänzer. Und mittendrin: ihr! Informiert euch, mischt euch ein! Und für den höchst unwahrscheinlichen Fall, dass am Ende immernoch alles gallische Dörfer voller Bahnhöfe sind, eine Erfahrung nehmt ihr bestimmt mit heim: Nur, weil man sich nicht auf Anhieb etwas darunter vorstellen kann, muss es nicht unbedingt langweilig sein!

Auf einen Blick: STATE of Emotions 2016

Wann? 03.-05. November, 10:00 – 24:00

Wo? Kühlhaus Luckenwalder Str. 3, 10963 Berlin

Tickets? ...gibt es ►HIER


Bildquelle Titelbild: State Festival