Entdeckt
stuttkarre_titelbild
Donnerstag, 17. November 2016, 08:05 Uhr

Wir schrauben selbst!

DIY-Autowerkstatt in Stuttgart

Mit einem Auto zur Abizeit begann alles. Inzwischen ist aus Max’ Schrauber-Leidenschaft an Oldtimern eine komplette Werkstatt geworden – und jeder kann mithelfen.

Wie das mit dem ersten Auto eben so ist: ein neues ist finanziell nicht drin und an gebrauchten Karren ist ständig was kaputt. So begann es damals auch bei Max – mit einem alten Mini. Wegen fehlender Ersatzteile wurden daraus ziemlich schnell drei Minis. Spätestens da sollte jedem klar sein, dass sein Weg an einer eigenen Werkstatt nicht vorbeiführen konnte. Früher schraubte er noch zu Hause bei seinen Eltern, später kam dann die erste eigene Hobbywerkstatt in Stuttgart dazu, auf dem Gelände des Club Zollamt.

stuttkarre bild1
Blick in die Werkstatt mit der Bühne an der Stirnseite

Seit September ist Stuttkarre, wie sich das Projekt nennt, nun etwas außerhalb von Stuttgart: in Kernen im Remstal. Bei der alten Werkstatt werden bald Wohnungen gebaut. Doch mit der S-Bahn oder dem Auto ist die neue Halle einfach zu erreichen. Und Autos hat Max genug. Aktuell sind es zwölf Stück. Darunter sind drei Minis, ein BMW, ein Porsche, eine Vespa und auch ein VW-Bus. Ganz schön stattlich für einen Studenten. Doch der 28-Jährige hat sich die Autos über die Jahre alle selbst restauriert. Dass das Schrauben an Oldtimern seine große Leidenschaft ist, merkte auch seine Freundin Lisa ziemlich schnell:

Als ich Max kennengelernt habe, habe ich ziemlich schnell gemerkt, dass er immer in der Werkstatt ist und wenn ich irgendwas mit ihm machen will, ist die einzige Möglichkeit, dass ich auch in die Werkstatt gehe.
Inzwischen betreibt sie gemeinsam mit Max die Werkstatt und schraubt auch selbst an Autos rum. Ihr nächstes Projekt ist ein alter VW-Bus, der früher zum Eisverkaufen genutzt wurde. Den möchte die 24-Jährige gerne zusammen mit ihrer Schwester und ihrem Vater restaurieren und nächsten Sommer vielleicht sogar selbst als Eisverkäuferin durch Stuttgart fahren. Und dass obwohl sie quasi nebenbei ihren Master in Architektur ablegt. Max studiert derzeit auch noch – soziale Arbeit in Esslingen.

stuttkarre bild2
links: Ratte – das verbastelste Auto von Max (mit eigener Facebookseite!); rechts: der Plan für die zwei (bald drei) Hebebühnen.

Trotzdem haben sie in den letzten Monaten kontinuierlich die neue Werkstatt hergerichtet und können inzwischen insgesamt zehn Arbeitsplätze anbieten. Jeder kann sich auf einen Arbeitsplatz bewerben und ihn später anmieten. Doch zuerst muss die Chemie stimmen, denn Max und Lisa legen viel Wert drauf, dass die Stimmung unter den Schraubern stimmt.
Ganz hinten an die Stirnseite der Halle haben sie zusätzlich eine Bühne eingebaut. Denn auf eigene Konzerte und Ausstellungen haben sie auch Lust. Man könnte fast meinen, dass die beiden gerne Kernen im Remstal zum neuen Stuttgarter Treppunkt etablieren wollen.


LIFT DasStuttgartmagazin mittelNoch mehr über das Projekt Stuttkarre erfahrt ihr in der aktuellen Ausgabe von LIFT – das Stuttgartmagazin.


Bildquellen: egoFM