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Freitag, 13. Januar 2017, 00:00 Uhr

Pop Freaks Festival Stuttgart

Ist das noch Pop oder ist das schon Freak?

....egal! Hauptsache, es macht Spaß. An neun Abenden im Januar ziehen wieder die verschiedensten Künstler durch das Stuttgarter Merlin. Wie schon in den letzten neun Jahren präsentiert sich das Festival dabei manchmal ganz grade, aber oft auch schön schräg.

Wenn man die Festivalsaison so ungefähr von Mai – September veranschlagt, befinden wir uns jetzt exakt in der Mitte der Durststrecke. Noch hängt eine graue Wolkenschicht über unseren Köpfen und verbietet jeden Gedanken an Camping, Flunkyball, riesige Open-Air-Bühnen, Steckenpferdrennen und dergleichen. Doch dann: Gerade hatten wir uns dazu entschlossen, das Glas als halb voll zu betrachten, die Arschbacken zusammenzukneifen, und jeden Tag, der bis zum ersten Sommerfestival vergeht, mit dem kleinen Aufkleber von der Schale einer Zitrusfrucht abzukleben – da kam auch schon die Belohnung für unseren Optimismus um die Ecke: das Pop Freaks Festival in Stuttgart.

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Bildquellen Collage: facebook | Blind Butcher / facebook | Dagobert / facebook | Yum Yum Club

Das Kulturzentrum Merlin in der Stuttgarter Augustenstraße zaubert dieses feine Festival nun schon zum zehnten Mal aus dem Hut, und da hängt es wie eine riesige, glänzende, kitschig bunte und an den Ecken befranste Piñata vor dem tristen, festivalarmen Winterhimmel. Ein bisschen poppig und ein bisschen freakig eben, so hat es uns auch Arne Hübner vom Merlin, seines Zeichens ein Meistermagier in Sachen Booking, beschrieben. In den ersten Jahren hat er seine Fühler gezielt nach vielversprechenden Newcomern ausgestreckt, und damit tatsächlich – wie sich im Nachhinein herausgestellt hat – Fische gefangen, die inzwischen in ziemlich großen Becken schwimmen:



Gisbert zu Knyphausen ist also einer dieser alten Bekannten des Merlin, aber Arne hat nicht nur keine Angst vor sondern auch ein Herz für kleinere Bands, die zufriedene Guppys bleiben oder irgendwann sogar wieder ganz abtauchen. Pop Freaks Fans, die sich auf Arnes Gespür verlassen, gibt es inzwischen eh so viele, dass sie das Merlin auf jeden Fall füllen.

Das Festival ist eine Reihe aus neun Konzerten, die vom 14.-28. Januar stattfinden. Den Anfang machen KLEZ.E, den Abschluss Dagobert, genau in der Mitte, am 20. Januar, tritt Blind Butcher auf, „zwei Typen aus der Schweiz mit sehr schönen Kostümen und eingängiger Musik“, wie uns Arne verrät. Die drei sind schon mal der optische und akustische Beweis dafür, dass auf man auf dem Pop Freaks dafür sorgt, dass die Gratwanderung zwischen Pop und Freak eine solche bleibt.



Und als Extrabonbon fällt sogar eine Lesung aus der Festivalpiñata: Almut Klotz, Künstlerin aus dem Schwarzwald, Mitbegründerin der Lassie Singers, Ehefrau von Reverend Christian Dabeler und im Jahr 2013 verstorben, hinterließ das unfertige Manuskript zum Buch „Fotzenfenderschweine“, in dem sie die spannende – und spannungsreiche – Geschichte ihres Lebens vor und mit Reverend Dabeler niedergeschrieben hat. Es geht um große, schwierige Liebe und zwei ganz unterschiedliche Künstlerpersönlichkeiten. Vorlesen wird Frau Kraushaar, Reverend Dabeler kommt ebenfalls und liefert die Musik zur Geschichte, die auch seine ist.



Mehr bleibt uns zur PopFreakPiñata nicht zu sagen – außer: Haut rein!

Das Pop Freaks Festival findet zwischen dem 14. und 28. Januar im Kulturzentrum Merlin in Stuttgart statt. Alle Infos zu Terminen und Tickets findet ihr ►HIER auf der offiziellen Facebook-Seite.

Bildquelle Titelbild: facebook | Pop Freaks