Entdeckt
localhouse_titel
Donnerstag, 19. Januar 2017, 00:00 Uhr

Pop-Up-Stores

Kaum da, wieder weg

Wie kleine Pilze schießen sie aus dem Boden und sind nach wenigen Wochen wieder verschwunden: Pop-Up-Stores. Wir haben mit einer Betreiberin aus Stuttgart über den Reiz dieser Läden gesprochen.


Sind Pop-Up-Store-Betreiber eigentlich Masochisten? Kaum haben sie es sich in einem Laden gemütlich gemacht, all die Kartons ausgeräumt, erste Kunden gewonnen – zack, machen sie den Laden schon wieder zu. Ein paar Monate später das gleiche Spiel von vorne.
Vanessa aus Stuttgart macht eher nicht den Eindruck, als leide sie gerne. Muss sie auch nicht, denn sie findet Pop-Up-Läden trotz der vielen Arbeit ganz großartig. Sie betreibt seit 2015 The Local House. Ein Online/Offlineshop, der gerne immer mal wieder als Store irgendwo in Deutschland aufpoppt. In München, Hamburg, Köln und Stuttgart war sie schon. Immer nur für wenige Wochen. In der Zeit dazwischen gibt es ihre ausgewählten Produkte dann nur im Onlineshop. Eine Mischung, die ihr auch privat gefällt:

Ich kaufe unglaublich viel online, schaue es mir aber auch gerne direkt an an. Es ist vor Ort einfach nochmal ein anderes Einkaufserlebnis.
localhouse 6972

Seit vor gut zwei Jahren das Fluxus als Einkaufspassage in Stuttgart eröffnet hat, das seine Flächen nur an Pop-Up-Stores vermietet, sind die Läden in aller Munde und sprießen auch anderenorts in der Stadt aus dem Boden. Die Kosten sind geringer als bei einer normalen Ladeneröffnung, das Risiko auch, nur die Arbeit hat man natürlich trotzdem. Gerade für junge Designer interessant, um einen ersten Laden eröffnen zu können. Vanessa sieht aber auch für die Kunden viele Vorteile: Der Einheitsbrei in den Einkaufsstraßen und Shoppingtempeln spricht viele Leute nicht mehr an. Abwechslung ist gewünscht. Die kleinen Läden kommen da gerade recht.

Dadurch dass die Läden nur so kurz da sind, hat das einen Event-Charakter für die Kunden. Es ist spannend.
Außerdem hat ja auch nicht jeder Zeit, stundenlang auf verschiedensten Websites nach ausgefallenen Artikeln zu suchen. Betreiber der kleinen Läden übernehmen die Arbeit und bieten meist eher besondere Produkte an. Bei Vanessas Laden ist es ein Mix aus Wohnaccessoires, Papeterie, Kleidung und anderen kleinen Dingen, die das Leben schöner machen. Und mit ihrem Onlinestore kann sie sogar die Zeit bis zum nächsten eigenen Laden überbrücken. Komplett davon Leben kann sie noch nicht, aber sie plant schon fleißig an weiteren Eröffnungen für 2017. Ein Termin ist bei ihr schon sicher: zu Weihnachten ist sie wieder in Stuttgart mit einem Laden.


LIFT DasStuttgartmagazin mittelNoch mehr interessante Läden in Stuttgart lernt ihr in der aktuellen Ausgabe von LIFT – das Stuttgartmagazin kennen.



Bildquelle: egoFM