Entdeckt
Day-9 von Brieuc Saffré_flickr
Mittwoch, 18. Januar 2017, 15:00 Uhr

University of Cambridge sucht LEGO-Professor

Hier, hier, wir, wir!

Bei dieser Stellenausschreibung strahlen die Augen infantiler Akademiker. Und unsere! Ganz ehrlich, LEGO-Professor, das würden wir schon auch machen. Oder haben wir da was falsch verstanden?

„Kind, mach deine Hausaufgaben! Spielen kannst du später noch.“ Kommt euch dieser Satz bekannt vor? Und habt ihr damals schon einen Tobsuchtsanfall inklusive hubbabubbarotem Kopf, Stoppersockenstampfen und Speckfäustchenschütteln bekommen? HA! Dann kommt jetzt die Gelegenheit zu Rache (oder zumindest Genugtuung). Denn später ist genau jetzt und ihr dürft spielen. Und ihr werdet sogar noch dafür bezahlt und zwar vermutlich nicht zu knapp. Arbeit- und Geldgeber wird nämlich die University of Cambridge höchstselbst sein.

...the Board of Electors now invites applications for this Professorship from outstanding scholars in the field of educational or developmental psychology in early years development and would particularly welcome applications from those working in the field of play and playfulness
Ok, ein bisschen müsst ihr euch schon ins Zeug legen, um die aktuell ausgeschriebene „LEGO®Professur des Spielens in Bildung, Entwicklung und Lernprozessen“ zu abzustauben. Wollen wir mal sehen: Ein Anschreiben – klaro. Wie wär’s mit dem Grundriss eures schönsten, komplexesten, beeindruckendsten Bauwerks? Ooohja, das macht Spaß. Ein Lebenslauf – haben wir auch parat. Da können wir mit Erfahrungen ab dem fünften Lebensjahr glänzen. Weiter geht’s: eine Liste an Publikationen… und zwar unter Angabe der Kontakte von drei Referenten. Hm. Oh, Moment, was steht da noch? Ein schriftlicher Überblick zu aktuellen und geplanten Forschungen? Oh MANN, wir dachten das hat was mit LEGO zu tun?!

Gut, da hat uns vielleicht der Firmenname in der Stellenausschreibung ein bisschen in die kindliche Euphorie und somit in die Irre geführt. Wir müssen uns eingestehen: auf dem Schreibtisch im Cambridge-Büro dürftet ihr wahrscheinlich nicht in aller Ruhe am Empire State Building im Maßstab 1:1 basteln. Schade. Die gute Nachricht ist aber, dass trotzdem mit dem Klötzchenbauen Geld verdienen könnt!



Auf der Seite von Lego gibt es nämlich die Rubrik „LEGO Ideas“, wo Vorschläge zu neuen Bausätzen eingereicht werden können. Dann werden über einen bestimmten Zeitraum Stimmen gesammelt. Wenn sich 10.000 potentielle Baumeister finden, entscheidet ein Komitee bei LEGO darüber, ob der Vorschlag in die Produktion geht. Falls das passiert, geht sogar ein kleiner Gewinnanteil zurück an den Erfinder. Da isser ja, der Traumjob!

Der Old Fishing Store war zum Beispiel ein solcher Publikumsbeitrag. Der hat es ins Komitee geschafft und wurde sogar bewilligt. Ebenso wie Wall-E, der ist sogar schon ausverkauft. Aktuell geprüft wird der Bausatz zum schönen alten VW Golf MK1 GTI und wo wir schon über Autos sprechen: ziemlich gut läuft es gerade für das Bluesmobil aus dem Blues Brothers-Film. Ebenfalls Hoffnungen auf die LEGO-Version seines Ladens darf sich Krusty von den Simpsons machen. Der hat zwar aktuell erst knapp 900 Stimmen, wurde aber von einem Spielwarenhändler eingestellt, der auch schon den Kwik-E-Mart und das Haus der Familie Simpson durchgebracht hat. Erfahrener Springfielder Architekt also.

collage simps
Bildquelle: LEGO

Auch in der egoRedaktion hat sich schnell herausgestellt, dass bunte Klötzchen in der Vergangenheit aller eine gewisse Rolle gespielt haben. Letzten Endes war es den meisten dann aber doch zu anstrengend, diese ganzen Bewerbungsunterlagen zusammenzutragen. Natürlich würden wir aber gerne einen Bausatz zum egoFM Studio einreichen. Wer also zuhause noch ein paar hellgrüne, ein paar dunkelgrüne und viele graue und weiße Steinchen rumliegen hat – immer her damit!


Bildquelle Titelbild: flickr | Day-9 von Brieuc Saffré | cc by 2.0