Entdeckt
Trump von IoSonoUnaFotoCamera_flickr
Donnerstag, 19. Januar 2017, 16:00 Uhr

Songs, die nicht auf Trumps Party laufen

ätsch!

Für die Musik-Acts auf Trumps Einstandsparty würden wir eine wohlgemeinte 3- vergeben. Er hat's aber auch einfach nicht leicht. Wir dagegen schon - deshalb kommt hier eine Playlist mit allen Songs, die wir spielen dürfen, und er nicht.

Es kommt mir vor, als wär' ich schon Stunden hier / auf dem, was du so Party nennst / mit Erdnussflips und abgezähltem Billigbier / und allen Leuten, die du kennst...
…dieser alte Ärzte-Schinken ging uns irgendwie gerade so durch den Kopf. Dabei wollten wir eigentlich über die heute stattfindende Vereidigung des 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald J. Trump, schreiben. Der hatte es ja bekanntlich nicht leicht, Bands zu finden, die diesen feierlichen Anlass mit schmissiger Musik begleiten wollten.

Und sowas soll ne Party sein, na du hast wirklich Mut! / Angenehmes Sterben noch, ich nehm‘ jetzt meinen Hut.
Viele wunderbare Künstler wurden angefragt, viele haben abgesagt. Das Gute: bei uns sind sie herzlich willkommen. Alle Partygäste, die heute im White House einen gepflegten Polnischen machen wollen, könne zuhause die Socken auf dem Mahagoni-Couchtisch platzieren und egoFM aufdrehen. Wir öffnen die Tore unserer Playlist und laden all diese Musiker herzlichst ein.

Na wen haben wir denn zum Beispiel da? Grüß dich, Neil Young! Was führt dich zu unserer Playlist? Ach, du hast Trump verboten, den Song „Rockin’ In The Free World“ auf Wahlkampfveranstaltungen zu spielen? Vorbildlich! Klar, du bist herzlich willkommen auf unserer Playlist! Oh, und „Jump Around“ darf er auch nicht verwenden? Na dann bst auch du herzlich willkommen, Everlast!

So, wer ist dran? Oh, hallo, White Stripes! Was sind denn das für schöne T-Shirts? „Icky Trump“ – aha! Anti-Trump-Merch! Na dann, immer hereinspaziert!

Bruce Springsteen – ganz ehrlich, sogar deine Coverband hat abgesagt. Dir gebührt ein Ehrenplatz. Und auch dir, YG – du bekommst den ersten Preis für Explizitheit mit dem selbsterklärenden Titel „FDT“. Und Pusha T. – dein „Untouchable“ ist zwar kein Zaunpfahl der Trump-Kritik, aber du hast immerhin schon 2015 gegen Donald die Stimmer erhoben. Klar darfst du mit drauf!

Und dann war da noch das 30 Days 30 Songs – Projekt von Schriftsteller David Eggers. Elton Johns „Tiny Dancer“ verlieh Trumps Auftritt eine „urkomische und perverse Note“, daraufhin schlossen sich (weit mehr als 30) Musiker an und steuerten Titel zum Projekt bei, unter anderem Death Cab for Cutie, die Local Natives, EL VY und Franz Ferdinand. Schön euch zu hören, immer alle rein ins Boot!

Das ergibt schon eine ganz nette und wohlklingende Sammlung. Hier die komplette Liste:



Und kurz vorm zum Schluss seien auch noch Michael Whalen feat. Fiona Apple erwähnt, die uns erst diese Woche passende Songs beschert haben. Die sind leider nicht auf Spotify, deshalb führen wir sie hier gesondert auf:



Doch worüber wir uns besonders freuen: Auch die Gorillaz haben sich so kurz vor der großen Fete, auf die keiner gehen will, mit neuem Klangmaterial gemeldet. "Hallelujah Money" wird von der wundervollen Stimme Benjamin Clementines gefeaturt und mit folgender Bemerkung von Murdoc (E-Bass) veröffentlicht:

In these dark times, we all need someone to look up to. Me. That's why I'm giving you this new Gorillaz song, a lightning bolt of truth in a black night. You’re welcome. Now piss on! The new album's not gonna write itself.


Bildquelle Titelbild: flickr | Trump von IoSonoUnaFotoCamera | cc by 2.0