Entdeckt
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Dienstag, 31. Januar 2017, 00:00 Uhr

Das Sundance-Film-Festival

Netflix und Amazon machen's unter sich aus

In Utah fand sich in den vergangenen Tagen die Filmbranche erneut zusammen, um das nächste Wunderkind zu entdecken. Dabei ließen Netflix und Amazon haufenweise Kohle liegen.

Das Festival ist zu Ende, die wichtigsten Filmleute sind wieder weg und in Park Citys Straßen kehrt die gewohnte Langeweile zurück. Das sah die letzten Tage allerdings noch ganz anders aus, als beim 33. Sundance-Film-Festival hochwertige und vielversprechende Filme vorgestellt wurden. In diesem Jahr hauten sich Netflix und Amazon die Millionen um die Ohren, während die beiden Streaming-Dienste um Rechte der besten Produktionen kämpften.

Dabei machte Amazon nicht nur den größten Deal des Festivals mit The Big Sick für zwölf Millionen Dollar. Außerdem landeten im Einkaufswagen des Versandkonzerns eine Doku über The Grateful Dead für sechs Millionen Dollar, der Film Landline für drei Millionen Dollar und eine Doku über ISIS, City of Ghosts, für zwei Millionen Dollar.
Die größte Netflix-Investition beträgt 12,5 Millionen für das Drama Mudbound. Ansonsten nahm Netflix noch einen Film über Magersucht mit nach Hause für acht Millionen Dollar, sowie die Doku Icarus über den russischen Doping-Skandal für fünf Millionen Dollar, ungefähr genauso viel kostete die Comedy-Serie Fun Mom Dinner  und für dreieinhalb Millionen landete dann auch noch der Film The Incredible Jessica James im Einkaufswagen. Insgesamt gab der Streaming-Service sechs Milliarden Dollar aus.

Ob das Festival für den Künstler Flying Lotus, den wir eigentlich aus der musikalischen Ecke kennen, so erfolgreich war, ist fraglich. Es hieß, bei seiner Filmvorstellung Kuso verließen die Zuschauer in Scharen den Saal. Zum Glück stellte der Künstler das später richtig, denn laut ihm gingen lediglich 20 von 400 Besuchern aus dem Kinosaal. Kurios bleibt der Film jedoch trotzdem, schließlich sind darin Genitalverstümmelungen zu sehen oder Szenen, in der ein Mann Sex mit einem sprechenden Geschwür hat. Da ist's vielleicht gar nicht mehr so verwunderlich, warum der ein oder andere die Vorstellung verlassen hat. Aber hey, macht euch doch einfach selbst ein Bild von.



Bildquelle: flckr | IMG_0996 von Barnaby Dorfman | cc by 2.0