Mit Musik konzentrierter arbeiten

Mit Musik konzentrierter arbeiten

Warum die einen es können, die anderen nicht

Viele schwören drauf, die anderen können das gar nicht haben: beim konzentrierten Arbeiten Musik hören. Der Grund dafür kann nicht nur an falschen bpm liegen, sondern auch an unserem Charakter.

Die richtige Dosis bpm ist essentiell

Typisches Szenario: Man liest Ewigkeiten an ein und derselben Textzeile, ohne einen Schimmer zu haben, um was es überhaupt geht. Das einzige, was läuft ist der Kaffee in der Maschine und wenn einem die Augen zu fallen, sieht man seine Konzentration Hand in Hand mit der Motivation über eine Blumenwiese hüpfen... Da hilft nur: Musik hören. Denn dass dies beim Konzentrieren hilft, haben allerlei Forscher schon diverse Male beweisen können und wir wollen es nur allzu gerne glauben. Man muss nur die richtige Playlist dazu haben, damit Konzentration und Leistung gesteigert werden können.

Eine dieser Studien wurde von der Londoner Psychologin Dr. Emma Gray vom British CBT & Counselling Service durchgeführt. Sie hat sich Versuchspersonen geschnappt und sie lernen lassen. Die einen mit ausgewählter Musik, die anderen ohne. Ihr Ergebnis: Die Musikhörer lernen besser. Allerdings je nach Fach am besten mit der passenden Musik.

Wer Probleme mit Mathe hat, kann sich entweder Klassik mit 60 bis 70 bpm oder andere Musik mit 50 bis 80 bpm einlegen. Bei dieser Frequenz wird die linke Gehirnhälfte angesprochen, die logisches Denken und Problemlösen ermöglicht. Kreative Fächer lernt man am besten mit emotionaler Musik, die zum behandelten Thema passt. Trauriges Thema - melancholische Musik. Zum Beispiel. Wenn die rechte Gehirnhälfte stimuliert wird, erhöht die damit einhergehende gesteigerte Erregung die Kreativität. Popmusik hilft dabei generell gut.

Dementsprechend ist es anwendbar, wenn ihr euch auf eher logische oder mehr kreative Arbeit reinfuchsen müsst.

Allerdings wird auch zwischen Introvertierten und Extrovertierten unterschieden

Dies bestätigt nun wieder die Psychologin Victoria Williamson, die in beim BBC eine Studie von Arielle S. Dolegui aus 2013 aufgreift: Es liegt auch am Charakter der Testperson, ob sie sich zu Musik besser oder schlechter konzentrieren kann. Introvertierte besitzen über ein höheres inneres Energielevel, als ihr Äquivalent, weswegen sie es nicht nötig haben, mehr Stimulation aus ihrer Umwelt zu ziehen. Extrovertierte Menschen, die beispielsweise auch viel Adrenalinsport betreiben, um voll in Fahrt zu kommen, brauchen diese äußeren Einflüsse wiederum - wie eben Musik einer sein kann.


Was die egoRedaktion zum Konzentrieren hört

Sebastian (Musikchef)

"Es muss auf jeden Fall entspannende Musik sein. Aktuell höre ich zum Beispiel wieder oft die Temples mit Sun Structures. Keine Ahnung, ich glaub das liegt daran, dass das Album so eine Art inneren Frieden bei mir hervorruft. Klingt kitschig, beschreibt es aber auf die Schnelle wohl am besten."

Steffi (Marketing)

"Ich gehöre definitiv zu den Menschen, die mit Musik konzentriert arbeiten können. Ich flüchte damit in meine eigene Effizienzblase abgeschottet vom Rest der (Kollegen-) Welt. Je nach Thema, Aufgabe und Stimmung wähle ich dann die passende Musik.Bei stupider Excelarbeit gepaart mit innerer Unruhe und Tendenz zur Aggression wähle ich Variante 1: laut! (Slipknot oder Boys Noize).Bei kreativen bzw. anspruchsvolleren Aufgaben wie Konzept- oder Präsentationserstellungen wähle ich Variante 2: fließen! Hier komme ich in eine Art Flow, der mich arbeitgeberfreundlich antreibt. Es wird elektronisch mit Beats und Bässen - aber eben fließend. Flume, Nicolas Jaar, Bonobo oder Chet Faker sind dafür wunderbare Kandidaten. Variante 3 gibt es auch noch… Repeat! Aktuelle Lieblingssongs in Dauerschleife, egal bei welcher Arbeit."

Anna (Redaktion)

"Ich erfülle das Klischee: Nach jahrelangem Rumprobieren bei etlichen Hausarbeiten bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass nur Pianoklänge mein Hirn und die Fingerchen zu einem kongenialen Duo fusionieren lassen können. Allerdings nicht sowas wie Bach, Chopin oder Mahler, sondern einzig und allein Ryuichi Sakamoto. Das zählt allerdings wirklich nur für richtige Hirnzellenarbeit - wenn ich kreativ produktiv sein muss, geht eigentlich alles. Wichtig ist dabei dann nur, dass es für eine Aufgabe stets derselbe Interpret ist, wobei ich mich dann meistens für Devendra Banhart entscheide."

Maria (Moderation)

"Komischerweise kann ich mich nur zu Songs konzentrieren, die ich entweder schon kenne oder die ohne Gesang sind. Also wenn ich neue Musik entdecken will, dann geht das auf keinen Fall während ich arbeite - das muss dann beim Putzen oder Zeichnen sein. Was aber auf jeden Fall IMMER geht, wenn ich mich konzentriere muss: Emancipator. Da läuft alles wie geschmiert."

Elise (Moderation)

"Musik trägt mich von Stimmung zu Stimmung, einen Text zu schreiben während ich einem Titel lausche könnte dann so aussehen, zum Beispiel zum Wetter in den egoFM Städten: 'Wahnsinn! Raus mit euch! Was ein geiler Regen! Gebt Gas!!' (Die Antwoord) oder: 'Ach nee, bleibt zu Hause, vergrabt euch und heult. Das Leben ist soooo scheiße!' (Daughter)."

Laura (Marketing)

"Ich kann mich mit Musik 1A konzentrieren. Beim Arbeiten mit den dicken Kopfhörern auf den Ohren und dann genau so laut, dass ich um mich herum nichts höre. Vor allem, wenn man die Gespräche der Kollegen ausblenden will. Dann bin ich richtig im Tunnel - dann wird getippt, dass die Tasten glühen. Nur machmal muss ich aufpassen, dass ich dabei nicht doch gedanklich etwas abschweife oder sogar noch laut mitsinge. DAS will nämlich wirklich niemand hören! Vor allem, wenn dann Rap läuft, wo ich so ja so richtig gut und textsicher mit rappen kann (nicht!)."


Playlist: Musik zum Lernen


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