Kindheitserinnerung #41: Brettspiele

Kindheitserinnerung #41: Brettspiele

Anna bloggt

Anna hat fast keine Lust mehr, ihr Mutterdasein auf dem Boden zu verbringen. Deswegen hat sie sich wahnsinnig gefreut, als ihre Tochter Romy endlich mal ein Brettspiel rausgekramt hat, das man definitiv am Tisch spielen sollte.

Meine Tochter Romy ist fünfeinhalb Jahre alt und stand die Woche mit großen Augen vor mir: „Mama, wollen wir DAS HIER mal spielen?“. Mit der verstaubten und zerknickten Schachtel stand sie da, voller Neugierde, was „DAS“ denn sein könnte. 

Ich muss dazu sagen: Wenn man Kinder hat, verbringt man die meisten Zeit auf dem Boden – sitzend, kniend, liegend, verzweifelt, lachend, (immer) müde oder einfach nur so, weil man an die Decke starrt und kurz eindöst (ich habe den Sekundenschlaf gelernt seit ich Mutter bin). Wir sitzen meist auf der Erde, weil Romy Rollenspiele liebt: Sitzkreis mit all ihren Puppen und ich bin die Erzieherin. Puppenhaus und ich spiele den Vater (die doofste Rolle, ist klar). Oder wir schauen Bücher an, malen Bilder oder was weiß ich. Aber grundsätzlich alles in der Waagrechten.

Und jetzt stand das Kind also das erste Mal mit einem richtigen Spiel (das ich kürzlich aus dem Keller meiner Eltern mitgenommen habe) vor mir und ich weiß nicht, worüber ich mich mehr gefreut habe: Dass Romy mittlerweile so groß ist, dass man mit ihr etwas Gescheites spielen kann oder dass wir beim Spielen an einem Tisch (!!!!) sitzen werden. 

Da saßen wir tatsächlich und haben „Das verrückte Labyrinth“ gespielt. Kennt ihr vielleicht noch von früher. Und sofort sind mir ganz viele andere Brettspiele eingefallen und dazu habe ich mich an die Abende erinnert, damals am Esstisch mit Mama Papa und meiner Schwester. Am Ende hat entweder einer geheult oder das Spielbrett durchs Zimmer geschmissen – denn verlieren kann keiner in unserer Familie gut. Romy auch nicht, wie ich nun festgestellt habe.

Aber egal, es geht nicht ums Gewinnen oder Verlieren, sondern darum, dass es so cool ist, wenn Kinder größer und somit immer mehr zu richtigen Menschen werden. Vor einem Jahr hätte Romy nicht zehn Minuten still sitzen können – heute sitzen wir 'ne halbe Stunde am Tisch (yay!) und spielen. Ganz ohne Puppen. Und jeder als der, der er wirklich ist. 

Wir haben uns zu ganz vielen anderen Klassikern verabredet: Mau Mau / Monopoly / Sagaland / Das Nilfpferd in der Achterbahn / 4-Gewinnt …

Welche Spiele waren denn eure Favoriten früher? Erzählt es mir am besten unter meinem Blog auf Facebook.

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