Die Postkartenschreiberin

Die Postkartenschreiberin

Diese Stuttgarterin hat einen seltenen Traumjob

Wann schreibt man heute noch Postkarten? Zu Weihnachten vielleicht ein paar an die Verwandtschaft und aus dem Urlaub geht eine an Mami und Papi

Das gilt nicht für Sabine. Sie schreibt den ganzen Tag Postkarten und verdient damit sogar ihr Geld.

Eine Freundin beschreibt einen normalen Arbeitstag von Sabine Rieker so:
Kaffee kochen, Postkarten schreiben, Feierabend.


Beruf Postkartenschreiber*in

Sabine muss da ihrer Freundin zustimmen. Die Stuttgarterin schreibt hauptberuflich Postkarten und kann davon gut leben. Meistens suche sie sich irgendein Café in der Stadt, in das sie mit all ihren Schreibutensilien zieht, und bei einem Cappuccino die unterschiedlichsten Botschaften auf Karten schreibt.

Zum Markenzeichen hat sich ihr reichlich verziertes Adressfeld entwickelt. Das sorge zum Teil aber auch für Probleme. Manche Kund*innen haben sich nach der zehnten Karte bei ihr gemeldet, dass sie die Nachrichten gar nicht richtig entziffern können, sich aber trotzdem über die Geste freuen, erzählt Sabine. Auch die Post hätte manchmal Schwierigkeiten mit den außergewöhnlichen Karten:
"Meistens brauchen meine Karten einen Tag länger bis sie ankommen."

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Wer beauftragt eine Postkartenschreiberin?

Dass es manchmal etwas länger dauert, sei ihren Auftraggeber*innen egal. Die Botschaften, die sie von Sabine bekommen, seien ohnehin nicht dringend. Meistens wären es Privatleute, die entweder sich selbst oder anderen lieben Menschen mit einer Überraschung im Briefkasten etwas Gutes tun wollen. Sie schreibe aber auch Karten für Firmen, die sich bei ihren Kunden*innen mit einer persönlichen Botschaft bedanken wollen. Da könne es dann auch mal sein, dass Sabine die Karten komplett selbst gestaltet.

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Wie sieht die perfekte Karte aus?

Sie schreibe die Karten immer von ihrer Person aus und gäbe sich in ihren Texten nicht als Enkel*in oder Cousin*ine aus. Sabines Meinung nach ist Persönlichkeit sowieso am wichtigsten für eine gute Karte.
"Es ist gar nicht so sehr wichtig, was da drin steht, sondern dass sie von Herzen kommt."
Deswegen investiere sie schon mal bis zu 20 Minuten pro Karte. Und wenn sie einmal nicht in Schreiblaune ist, würde der Kugelschreiber auch einfach mal liegen bleiben. Eine gute Karte würde sich eben nicht erzwingen lassen. Seit Januar 2016 postet sie auf ihrem Instagram-Account und ihrem Facebook-Account regelmäßig Fotos der beschriebenen Karten mit auf- oder abgedecktem Adressfeld je nach Empfänger*in. Ihr gefalle diese Verbindung von analogen & digitalen Medien und das Verbreiten der Freude in weitere Kreise sehr.

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Bewusst nach Stuttgart gezogen

Inspiration für den Inhalt und die Gestaltung der Karten hole sie sich aus ihrer Umgebung. Auf dem Weg zum nächsten Café würde sie die Augen offen halten und Ideen aufsaugen:
"Ich will mir diesen touristischen Blick auf eine Stadt bewahren, um immer wieder Neues zu entdecken."
Sabine ist vor zwei Jahren nach Stuttgart gezogen und hat sich damit einen Jugendtraum erfüllt.
Seitdem würde sie nur noch barfüßig in den Cafés der Stadt sitzen und sich von Karte zu Karte schreiben.

Bildquellen: egoFM

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