Heilmittel Cannabis

Heilmittel Cannabis

Wo Marihuana und Co. die Medizin beeinflussen

Schon seit geraumer Zeit wird Cannabis zur Behandlung von chronischen Schmerzen oder grünem Star eingesetzt. Immer wieder diskutieren Forscher über neue Einsatzfelder.

Es ist nie so einfach, über die Wirkungen von Medikamenten zu schreiben. Denn was für den einen funktioniert, kann sich für den anderen auch schon mal ins Gegenteil verkehren. Das kann von Wirkungslosigkeit bis zu einer Unverträglichkeit reichen. Wir wollen daher keine Empfehlungen aussprechen, sondern aufzeigen, wie präsent Cannabis in Disskussionen um medizinische Heilmittel ist.

In Deutschland dürfen Ärzte Gras per Rezept verschreiben. Ausschlaggender Faktor sei nicht die Art der Krankheit sondern die Schwere, so Franjo Grotenhermen. Der auf Naturheilverfahren spezialisierte Arzt aus NRW setzt seit über 20 Jahren medizinisches Cannabis zur Behandlung seiner Patienten ein.

In der Dermatologie wird Cannabis gegen chronische Hauterkrankungen eingesetzt. Ekzeme und Schuppenflechte lassen sich vor allem durch Hanfsamenöl effektiv behandeln. Die Wirkung wird der starken konzentration mehrfach gesättigter Fettsäuren zugeschrieben, welche auch als PUFA's bezeichnet werden. Ebenso kommen aber auch Cannbinoide als potenzielle Medikamente in Frage.

Bei der Behandlung diverser Krankheiten ist medizinisches Cannabis bereits als bewehrtes Mittel im Einsatz. Vor allem bei entzündlichen Schmerzsyndromen, wie Arthritis wird es aufgrund einer lindernden Wirkung von manchen Ärzten konsultiert. Auch gegen Regelschmerzen scheint es zu helfen. Ein Gesetzesentwurf soll diese Behandlungsmethode im Bundesstaat New York  legalisieren, weshalb dort mit einer Erweiterung des medizinischen Einsatzbereiches von Cannabis zu rechnen ist.
Ebenso spielt Cannabis mittlerweile bei der Behandlung von Krebs eine Rolle. Im Zuge der Nebenwirkungen der Chemotherapie wird es aufgrund der Appetit anregenden und brechhemenden Effekte eingesetzt.

Strittig bleibt der Einsatz von Cannabis bislang jedoch im Feld neuronaler, bzw. psychischer Erkrankungen. Die Wirkung auf diverse Krankheitsbilder differiert bisweilen zu stark, um einen eindeutigen medizinischen Konsens zuzulassen. Zwar gibt es bei der Behandlung von Tourette diverse Erfolge zu verzeichnen, Epilepsie und Depressionen gehören hingegen noch zu den fragwürdigen Behandlungsfeldern. Depressionenn und Angststörungen können sogar sowohl verstärkt als auch gelindert werden.

Ganz Risiko frei ist der Einsatz des pflanzlichen Medikaments ohnehin nicht. Die American Cancer Society listet auf ihrer Website allgemeine Nebenwirkungen, die bei der Behandlung mit Cannabis auftreten können. Darunter fallen: Erhöhte Herzrate und Blutdhochdruck sowie Schwindelgefühle bis hin zur Ohnmacht. Mögliche Verschlimmerung von psychischen Erkrankungen, wie Manie oder Depressionen sind ebenso nicht auszuschließen.

Wie wahrscheinlich diese Nebenwirkungen sind, kann jedoch nicht genau bestimmt werden. Das Individuum spielt in der Wirkungsweise von Cannabis auch in medizinischer Hinsicht eine signifikante Rolle.


Bildquelle: flickr | Medical Marijuana Dispensary von Dominic Simpson | cc by 2.0

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