Der Post-Festival-Blues

Der Post-Festival-Blues

Sinnlos. Ist doch alles sinnlos.

Die egoRedakteure sind momentan ziemlich traurig. Alle zusammen haben sie so circa 200.000 Freunde auf einmal verloren.

Zugegeben, die engsten Freunde*innen waren es nicht. Genau genommen kannten wir sie nur für ein paar Tage, trotzdem hat jede*r von uns sich an die ganzen Leute gewöhnt. Aber fangen wir etwas weiter vorne an: Die einen von uns waren beim Zehnjährigen vom Sound of the Forest Festival, andere beim Lolapalooza, die Musikredaktion hat beim Roskilde Urlaub gemacht und und der ganze Rest war beim Sziget. Ein paar Tage Ausnahmezustand im Jahr - und dann kommt man eine ganze Zeit lang nicht mehr auf die Zeit ohne Festivals klar. Warum bloß?


Der Post-Festival-Blues

Gerade fühlen sich alle ein bisschen ernüchtert und trostlos. Bei der Konferenz ist uns aufgefallen, dass es uns jedes Mal so geht, wenn wir von einem Festival zurück in die eigenen vier Wände kommen. Dann ist alles ... na ja, halt viel zu leise, viel zu gesund, viel zu eng, viel zu sauber, viel zu ausgeschlafen und viel zu alltäglich.

Um den einzig akkuraten Vergleich an dieser Stelle zu bringen: man fühlt sich, als hätte einem ein Dementor das ganze Glück ausgesaugt.

Klar, irgendwo ist das ein ziemliches Luxusproblem. Auf einem Festival hat man halt (meistens) nur mit coolen, glücklichen Leuten zu tun. Für die meisten ist es auch gleichzeitig ein Urlaub, dementsprechend locker sind die Besucher drauf. Alle sind hilfsbereit, geben sich gegenseitig Getränke aus, hören gute Live-Musik, sind interessiert am Gespräch und - selbst wenn es mal regnet oder doof ist - machen alle das Beste aus der Situation.

Die Realitätsklatsche erwischt einen härter als man denkt

Ein paar Tage danach ist man wieder von genervten Menschen umgeben, mit Kopfhörern im Ohr und allein in der viel zu engen U-Bahn. Vielleicht hätten wir uns alle noch einen Tag oder eine ganze Woche frei nehmen sollen, um den Übergang von Festival zu Nicht-Festival besser hinzubekommen? Darüber denken wir jedenfalls gerade nach, weil Kollegin Lola das tatsächlich seit Jahren so handhabt.

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Quelle: Unsplash | Brandon Hoogenboom | CC0

Dann könnten wir auch richtig ausnüchtern und zwar von allem.

Wir könnten uns langsam vom Fast Food Overkill wieder an Nahrung mit Nährstoffen heranarbeiten. Dosen-Ravioli ... mit frischem Rucola und Parmesankäse? Vielleicht mal eine Cola "ohne". Wir könnten auch unsere gekauften Band-Shirts waschen und tragen und uns dabei die Fotos und Videos von den Konzerten anschauen.



Das Leben muss weitergehen

Was uns auf jeden Fall akut gegen diesen Post-Festival-Blues hilft: Wir planen das nächste Festival. Außerdem gehen wir Konzert-Ticket-Shoppen. Ganz viel erzählen hilft auch, also gute Freunde*innen anrufen und damit nerven, welche Band fantastisch war und wieso alle unbedingt mit auf das nächste Konzert müssen, die Platte kaufen und so weiter.

Und wir hören auch ganz oft diese Bands, die auf dem Festival richtig gut waren, weil uns das eben daran erinnert, wie toll alles war.

Und wir tragen uns schon Urlaub für sämtliche Festivals im nächsten Jahr ein, egal was die Kollegen*innen davon halten. Den Rest unseres Wehleides bekämpfen wir die Woche dann einfach heldenhaft mit ein paar Bier draußen sitzend - egal bei welchem Wetter!

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