Skurrile Osterbräuche

Skurrile Osterbräuche

Schokoratten, Eierschlachten und andere wunderbare Absurditäten

Frohe Ostern! Wenn dir Osterfrühstück und Eiersuchen dieses Jahr zu langweilig sind, haben wir hier ein paar Anregungen für dich.

Jesus hat bekanntlich zweimal im Jahr Geburtstag. Ok, wenn du es auf’s Haarespalten anlegst: Du hast Recht, an Ostern feiern wir eigentlich nicht seine Geburt, sondern seine Wiedergeburt. Im Prinzip ist das aber auch vollkommen egal, auf jeden Fall bekommt er zwei Partys jedes Jahr und vor allem die an Ostern hat’s in manchen Teilen der Welt ziemlich in sich.

Schokoladenratte (Australien)

Du irrst, wenn du dachtest, Kinder würden sich zu Ostern auf der ganzen Welt über Schokohasen freuen. In Australien zum Beispiel wird die zarte Masse in ganz andere Formen gegossen: Dort isst man seine Schoki zu Ostern am liebsten als Bilby. Das ist eine einheimische Nasenbeutlerart, die für den mitteleuropäischen Nesthocker, der es versäumt hat nach seinem Abitur die Fauna Down Unders zu erkunden, allerdings aussieht wie eine deformierte Ratte. Guten Hunger!

Der Hase als österlicher Gabenbringer bleibt aber auch sonst keineswegs alternativlos: In Schweden erweisen sich den Kindern Osterküken als großzügig und im fränkischen Ostheim vor der Rhön ein Osterstorch.

Piñatas und Jesus-Double (Südamerika)

In mehreren südamerikanischen Gemeinden oder auch in Spanien kommen die Kinder an ihre Süßigkeiten, indem sie pädagogisch wertvollerweise bunte Pappmachéfiguren, sogenannte Piñatas, mit Stöcken verprügeln bis diese platzen. Ergänzend zu diesem Puppenmassaker reitet oft ein als Jesus verkleideter Mann auf einem Esel durch den Ort und winkt den Leuten.

Eierschlacht (Bulgarien)

Natürlich gibt’s auch ein paar nette Bräuche um das bei uns so beliebte Osterei. In Bulgarien zum Beispiel bewirft man sich nach der Messe am Ostersonntag damit – kein Wunder eigentlich, nach eineinhalb Stunden Stillsitzen. Wessen Ei übrigens trotz erfolgreich damit getroffenem Familienmitglied heil bleibt, dem steht ein besonders erfolgreiches Jahr bevor.

Feuerwerkschlacht (Griechenland)

Wem Essenschmeißen zu langweilig ist, der sollte über Ostern Urlaub auf der Insel Chios machen: Dort bewirft man sich nämlich direkt mit Feuerwerkskörpern. Beim sogenannten „Raketenkrieg von Chios“ versuchen zwei verfeindete Dörfer den Kirchturm des jeweils anderen Dorfs zu treffen. Ach ist das schön, fast romantisch!

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Rutenhiebe (Finnland)

Und weil wir gerade dabei sind, noch ein mehr oder weniger latent aggressiver Brauch zum Fest der Versöhnung: In Finnland bringt es Glück sich am Palmsonntag gegenseitig Birkenruten über den Rücken zu ziehen. Das Ganze soll an den Einzug Jesus nach Jerusalem erinnern und weil es so weit im Norden keine Palmwedel mehr gibt, nimmt man eben die Ruten. Unter uns: Jesus wurde am Palmsonntag doch feierlich begrüßt und nicht verprügelt, oder? Naja egal, es macht eben Spaß.

Purzelbäume und Wasserspritzen (Wales)

Nach so viel Gewalt ist es doch schön zu sehen, dass sich die Waliser nach 2018 Jahren immer noch so über die Auferstehung Jesus freuen, dass sie dem nur Ausdruck verleihen können indem sie früh aufstehen und Purzelbäume schlagen. Tagsüber spritzen sie sich dann gegenseitig mit Wasser voll und bringen sich so Glück. Mit Wasserpistolen oder wahlweise ganzen Eimern voll Wasser beglückt man sich übrigens auch in Polen, Ungarn, der Slowakei und Tschechien.

Schaukeln (Lettland)

Wenn man in Lettland lebt und keinen Bock auf Mücken und schlecht gedeihendes Vieh und Getreide hat, sollte man zu Ostern eine ordentliche Runde schaukeln, das beschützt einen nämlich davor. Allerdings funktioniert das Ganze wohl nur dann einwandfrei, wenn man die Schaukel im Anschluss verbrennt. Man muss also abwägen, ob man sich jedes Jahr eine neue Schaukel oder doch lieber Mückenspray kauft.

Osterkreuze (Attendorn, Nordrhein-Westfalen)

Skurrile Osterbräuche gibt’s übrigens durchaus auch hier in Deutschland: In egoFM Elises Heimat Attendorn in Nordrhein-Westfalen zum Beispiel werden Osterkreuze aufgestellt und verbrannt.

„Da wir für alles einen Grund zum Saufen finden, wird das Schlagen der Bäume, das Ausmessen auf dem Rathausplatz (wer hat den Längsten) und das Abbrennen natürlich ausgiebig zelebriert. Da werden Feuerfackeln geschwenkt und Schnäpse verteilt. Und dann gibt’s noch die Tradition, dass sich alle auf dem Kirchhofsplatz treffen und ihre Ostersemmeln in die Luft halten damit der Pastor die segnen kann.“

Wie sie in Attendorn Weihnachten feiern wollen wir gar nicht wissen!

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